Kultur und Humanität. Völkerpsychologische und politische Untersuchungen von Dr. Mehemed Emin Efendi [Siegfried Lichtenstaedter] Würzburg, Stahel’sche K. Hof- und Universitäts-Buch- … Mehr
Kategorie: Politische Ethik
Gotthold Müller über Nachfolge: „Nachfolge ist somit nichts anderes als die sich auch im ethischen Bereich auswirkende Tatsache, dass Menschen ‚im Leben und im Sterben‘ im Wirkungsfeld der Heilsgabe des Kreuzes und Ostergeschehens stehen und von dorther ihr Leben ’normieren‘ lassen. Das kann im Einzelfalle ebenso unbekümmerte Freude an der Welt und ihren Gaben einschließen wie auch bewußten (Konsum-)Verzicht, sich in sogenannten ‚weltlichen‘ Berufen ebenso verwirklichen wie in Orden oder Kommunitäten.“
Nachfolge Von Gotthold Müller 1. Nachfolge gehört in den meisten („zumindest“ theistischen) Religionen zu den Leitbegriffen religiöser Sprache und Praxis. … Mehr
Ernst Wolf, Schöpferische Nachfolge (1960): „Vom Evangelium her geschieht das neue Handeln in der Nachfolge auf Grund der im Glauben geschenkten Freiheit der Selbstverleugnung. Diese Freiheit der Selbstverleugnung ist der Ausdruck für die Spannung, in der der Christenmensch sich zur Welt der Selbstbehauptung befindet. Denn solange der Mensch sich selbst und seine Wünsche will, gehört er auch der Welt der Selbstbehauptung an. Durch den Glauben ist er davon befreit. Aus der Verleugnung seiner selbst hat er die neue Freiheit gewonnen: vom Evangelium her im Auftrag Gottes, gleichsam in Verlängerung des Handelns Jesu Christi selbst, aber nie von ihm gelöst, neu mit der Welt als der Schöpfung Gottes umzugehen.“
Schöpferische Nachfolge (1960) Dabo itaque me quendam Christum proximo meo … (Luther)[1] Von Ernst Wolf Heinz-Dietrich Wendland hat im Rahmen … Mehr
Friedrich Naumann, National-sozialer Katechismus. Erklärung der Grundlinien des National-Sozialen Vereins (1897): „1. Warum nennt ihr euch nationalsozial? Weil wir überzeugt sind, dass das Nationale und das Soziale zusammengehören. 2. Was ist das Nationale? Es ist der Trieb des deutschen Volkes, seinen Einfluss auf der Erdkugel auszudehnen. 3. Was ist das Soziale? Es ist der Trieb der arbeitenden Menge, ihren Einfluss innerhalb des Volkes auszudehnen. 4. Wie hängt beides zusammen? Die Ausdehnung des deutschen Einflusses auf der Erdkugel ist unmöglich ohne Nationalsinn der Masse, und die Ausdehnung des Einflusses dieser Masse im Volke ist unmöglich ohne weitere Entwickelung der deutschen Macht auf dem Weltmarkte.“
Wenn einem theologischen Liberalismus das „eschatologische Bureau“ (Ernst Troeltsch) geschlossen ist, kann dieser seine politische Hoffnung nicht auf die Wirklichkeit … Mehr
Hans Joachim Iwand, Predigtmeditation zu Matthäus 5,20-26 (1955): „Jesus sieht uns – die Kirchenmänner und Theologen – in unserer Frömmigkeit und Lehrgerechtigkeit, befleckt mit dem Blute dieser an ihrem Gewissen Verletzten. Wer so diesen Text liest, der kann wirklich nur noch erschrecken, denn ‚da ist keiner, der das Rechte täte, auch nicht einer‘ (Röm. 3,12). Wir leben miteinander, aber wir leben nicht wahrhaft miteinander. Der Mensch ist des Menschen größter Feind geworden. Darum reicht aus diesem innersten Bezirk der neuen Gottesgerechtigkeit der Bogen hinein in die aktuelle Problematik. Wer Jesu Worte wirklich vernimmt, kann am ‚kalten‘ Kriege nicht mehr teilnehmen, sondern er muss teilnehmen mit heißem Herzen und allem Tun, das dem Schutz des Lebens, der Freiheit der Bildung und der offenen Türe zum Evangelium von Gottes freier Gnade dienlich ist.“
Predigtmeditation zu Matthäus 5,20-26 (1955)[1] Von Hans Joachim Iwand Hier haben wir wahrscheinlich das eigentliche Thema der ursprünglichen Bergpredigt.Johannes Weiß … Mehr
Maximilian Forschner über die Verantwortung: „Verantwortlich ist jemand zunächst für den Zustand der Dinge, den er durch sein Tun herbeiführen wollte und tatsächlich bewirkt, ferner für jene Dinge und Sachverhalte, die er als Mittel zur Realisierung seines Ziels benützt, schließlich auch für jene Folgen seines Tuns, die er voraussieht, nicht eigentlich wünscht, aber als Nebenwirkungen in Kauf nimmt. Zentrale moralische oder rechtliche Rechtfertigungsprobleme betreffen hier einmal Bedingungen der Erlaubnis, bestimmte Dinge lediglich als Mittel zu benützen und bestimmte Folgen als Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen, zum anderen die Festlegung der Grenzen des Verantwortungsbereichs, soweit sie durch Möglichkeiten und Grenzen jeweils verfügbarer Voraussicht von Handlungsfolgen bedingt ist.“
Verantwortung Von Maximilian Forschner 1. Der Sinn von Verantwortung Von Verantwortung sprechen wir in unterschiedlichen Hinsichten und Bedeutungen: (1) Wenn … Mehr
Martin Buber, Israel und die Völker (1933): „Ich sagte: es gibt Israel. Ich sagte auch: Israel ist nicht mit dem Judentum identisch. Das heißt, es gibt im Judentum einen Zerfall, der durch den Abfall von Israel und seinem Amt entsteht. Dieser Zerfall ist nicht bloß für Israel eine schwere Bedrohung, sondern er hat auch seine Bedenklichkeit für die Völkerwelt. Wenn in einem Volk oder Staat jemand etwas sagt oder treibt, wovon man fühlt oder weiß, dass es dem Innersten des eigenen Volks widerspricht oder widerstrebt, dann scheint es mir dem Sinn der Situation zu widersprechen, dass man sagt: den muss man mundtot machen, sondern es scheint mir, dass es dem Sinn der Aufgabe entspricht, dem Mann sein Publikum zu nehmen, d.h. das Volk so zu führen, dass es ihn nicht anhört.“
Israel und die Völker (1933)[1] Von Martin Buber Die Einladung Martin Bubers zur sechsten und zugleich letzten Arbeitswoche des Köngener … Mehr
Lothar Kreyssig, Schreiben an Reichsjustizminister Franz Gürtner wider die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion T4 (2. Fassung): „Die Meinung, Menschenleben beenden zu dürfen, weil die beschränkte Vernunft es nicht oder nicht mehr als sinnvoll begreift, ist daher Anmaßung und Empörung gegen Gott. Auch der Ungläubige sollte aber ehrfürchtig sehen, wie Gott nicht nur solches entsetzlich entstellte und hinfällige Leben entstehen lässt, sondern wie er noch mehr Menschen die unbegreifliche Fähigkeit gegeben hat, solches Leben zu lieben und zu betreuen, wie denn überhaupt Liebe als Gleichnis von der Liebe Gottes des Vaters dann am stärksten ist, wenn sie nicht nach Sinn oder Unwert fragt.“
Schreiben des Vormundschaftsrichters Dr. Lothar Kreyssig wider die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion T4 an Reichsjustizminister Franz Gürtner (2. Fassung) Brandenburg, den 10. … Mehr
Johannes Hamel, Christenheit unter marxistischer Herrschaft (1959): „Es werden dann die politischen Mächte hüben und drüben ihr dunkles Spiel mit einer Christenheit treiben, die darum in feindliche Parteien auseinanderfällt, weil sie gemeinsam sich nichts mehr sagen läßt. Hinter kirchlichen Gegnern erscheinen die Schatten oder gar die Leiber der Politiker des Kalten Krieges in der Gegenwart und eines drohenden Heißen Krieges in der Zukunft. Ein unheimlicher Sog verwandelt dann die Botenschar des souveränen Herrn in Religionsgemeinschaften, die nachträglich das religiös-theologisch-christlich ‚untermauern‘, was die Politiker vorher entschieden, verkündet und getan haben. Man spricht es nicht aus, aber es liegt unausgesprochen in der Luft: es wird hüben die ‚Weltrevolution‘ und drüben ein Kampf für die ‚Freiheit‘ und die ‚Befreiung‘, auch mit Atombomben, für christlich möglich, erlaubt, vielleicht sogar geboten erachtet.“
Christenheit unter marxistischer Herrschaft Von Johannes Hamel unterwegs. eine evangelisch Zeitbuchreihe, Bd. 7, Berlin: Käthe Vogt Verlag, 1959 STICHWORTE DIE … Mehr