Paul Ricoeur und der Streit um das historische Gedächtnis in Wiblingen Auf der französischen Originalausgabe seines Buches „La mémoire, l’histoire, … Mehr
Kategorie: Philosophie
Hans Jonas, dass nicht Gott uns helfen kann, sondern wir ihm helfen müssen. Rezension über „Das denkende Herz. Die Tagebücher von Etty Hillesum 1941-1943“: „Ein philosophischer Diskurs, der dieser doch nach Möglichkeit sein will, darf nicht mit der emotionalen Vergewaltigung seiner Leser enden, und wenn ich von mir selbst schließen darf, hat das eben Vorgebrachte etwas davon an sich.“
Da hatte Hans Jonas („Der Gottesbegriff nach Auschwitz“ ) ein feines Gespür dafür gehabt, welche Gebetssätze aus Etty Hillesums Tagebücher … Mehr
Hans Jonas, Prinzip Verantwortung. Zur Grundlegung einer Zukunftsethik: „Es ist in der Tat eine der vornehmsten, selbstbezogenen Pflichten des Prinzips Verantwortung, durch jetziges Tun in Freiheit künftigem Zwang zur Unfreiheit vorzubeugen und so sich selbst den weitesten Spielraum auch bei den Nachkommen offen zu halten. Da wir alle Mittäter am System sind, indem wir von ihm und den Früchten seines Raubbaus zehren, können wir alle – jeder von uns – etwas zur Änderung seiner Bedrohlichkeit tun, indem wir in dem und jenem unsern Lebensstil ändern – ja, schon zum Beispiel an der Rehabilitierung von Selbstdisziplin an sich mitwirken. Es ist nicht zu früh dazu – aber, sagen wir es laut gegen allen lähmenden Fatalismus: noch nicht zu spät!“
Das Prinzip Verantwortung, das 1979 erschienen ist, gilt als das ethische Hauptwerk Hans Jonas’. Darin hat Jonas eine „Ethik für … Mehr
Why Liberalism Failed (Patrick J. Deneen)
Gegenwärtig sorgt Patrick Deneens Buch Why Liberalism Failed für Furore in den USA. Deneen hinterfragt die liberalen Grundannahmen des Westens … Mehr
Mark Lilla – The Once and Future Liberal: After Identity Politics
Mark Lillas Kritik der „collegelich“ induzierten Identitätspolitik nach dem Wahlsieg Trumps ist auch bei uns eine Lektüre wert. In der … Mehr
„dass da draußen einer ist, der uns meint, uns hört und sieht, der uns den Lebensatem einhaucht und damit an den Grund unserer Existenz eine Resonanzbeziehung setzt …“ Hartmut Rosa und die theologische Relevanz des Resonanzbegriffs
Über die Resonanz Von Hartmut Rosa Hartmut Rosa, Taizé-erfahrener Schwarzwaldphilosoph und gegenwärtig der Popularsoziologe in Deutschland, hat mit Resonanz: Eine … Mehr
Reinhart Kosellecks Begriffsgeschichte zum Geschichtsbegriff und der Verlust der Historia Magistra Vitae: „Die Geschichte selbst wurde, sprachlich gewendet, zu ihrem eigenen Subjekt.“
Reinhart Koselleck hat in seiner instruktiven Begriffsgeschichte zum Geschichtsbegriff erzählt, wie das „geschichtliche“ Geschichtskonzept mit seinen Konnotationen von Fortschritt und … Mehr
Maskulistische Geschlechterforschung aus dem Kriegsjahr 1917 – der Gynäkologe Ernst Bumm über das Frauenstudium: „Wie der Körper durch die Sekrete seinen weiblichen Charakter erhält, so wird auch die seelische Tätigkeit des Gehirns in besonderer, der Frau eigentümlicher Weise abgestimmt, was sich oft dem An- und Abschwellen der Drüsenfunktion entsprechend in wechselndem Maße äußert und beobachten lässt. Die weibliche Anlage und ihre Funktionen bewirken eine stärkere Erregbarkeit und deshalb bei allen geistigen Vorgängen ein stärkeres Mitklingen der Gefühlssphäre. Frauen sind im allgemeinen mehr als Männer Stimmungen und unbewussten Gefühlserregungen unterworfen, welche die Arbeit ungleichmässig machen, die rein verstandesmässige Ueberlegung einschränken und das Urteil trüben können. Die Stimmungen greifen auch auf die Willenskraft über, die anscheinend unbegründeten Schwankungen ausgesetzt ist und leichter beeinflusst wird. Bekannt ist die überfeine Empfindsamkeit gegen Lob und Tadel, man kann bei Frauen durch Lob und Anregung des Ehrgeizes alles herausholen, Tadel und Widerstände drücken ihre Leistungen herab und können sie vollständig hemmen. Weil sich in den Willensakt leicht Gefühle einmischen, fällt es der Frau schwer, weittragende Entschlüsse zu fassen und Verantwortungen zu übernehmen, sie liebt die Kompromisse, sie ist konservativ und zieht dem Einschlagen neuer Bahnen das ruhige Wandeln auf dem ausgetretenen Wege der Gewohnheit vor. Der vollen dauernden Hingabe der Seele ans Werk wirft sich der Körper entgegen: Deshalb bringt die Frau, die im Bereiche ihrer Veranlagung als Mutter zur höchsten Selbstentäusserung fähig und immer bereit ist, den Grad von Konzentration der Seelenkräfte nur selten auf, wie er zu grossen Taten auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft nötig ist.“
Wer meint, dass universitäre Gender Studies Gaga seien, sollte sich die Rede „Über das Frauenstudium“ von Ernst Bumm (1858-1925), seinerzeit … Mehr
Max Horkheimers Notiz über Aufklärung und Religion: „Je weiter die Naturerkenntnis fortschreitet und je gerechter und durchsichtiger die Gesellschaft wird, so dass keine gesellschaftlich bedingten Unterschiede, kein gesellschaftlich bedingtes Leid den Finger Gottes als Erklärung fordern, desto weniger werden die Menschen der Religion bedürfen. Aber, so könnten sie erwidern, werden wir dann nicht der Religion bedürfen, weil wir doch sterben müssen und weil die Kreatur, die nichtmenschliche, durch die Natur und vor allem durch die unbarmherzige Menschheit leidet? Bedarf es nicht immer der Religion, weil die Erde, auch wenn die Gesellschaft in Ordnung wäre, das Grauen bleibt?“
Über Aufklärung und Religion (1959/60) Von Max Horkheimer Der Begriff von Göttern oder Gottes, so sagten die Aufklärer der Nationen, … Mehr