Was ist Geld? Von Leo Tolstoi Geld! Was ist Geld? Geld ist ein Äquivalent für Arbeit. Ich habe gebildete Leute … Mehr
Kategorie: Philosophie
Max Horkheimers Gedanke zur Religion (1935): „Im Gottesbegriff war lange Zeit die Vorstellung aufbewahrt, daß es noch andere Maßstäbe gebe als diejenigen, welche Natur und Gesellschaft in ihrer Wirksamkeit zum Ausdruck bringen. Aus der Unzufriedenheit mit dem irdischen Schicksal schöpft die Anerkennung eines transzendenten Wesens ihre stärkste Kraft. Wenn die Gerechtigkeit bei Gott ist, dann ist sie nicht im selben Grade in der Welt. In der Religion sind die Wünsche, Sehnsüchte und Anklagen zahlloser Generationen niedergelegt.“
Gedanke zur Religion (1935) Von Max Horkheimer Im Gottesbegriff war lange Zeit die Vorstellung aufbewahrt, daß es noch andere Maßstäbe … Mehr
Es gilt ein frei Geständnis in dieser unsrer Zeit. Über die evangelische Parrhesia: „Die Parrhesia im Sinne Foucaults ist gesellschaftlich verantwortete Wahrrede, die sich dikatorischer Verstummung, ideologischer Bevormundung, narzisstischer Selbstgerechtigkeit, populistischer Verdummung, suprematischer Hassrede wie auch fatalistischer Untergangsbeschwörung widersetzt. Und doch lässt sich fragen, welches Vertrauen die martyrische Wahrrede trägt. Wenn Parrhesia im Neuen Testament mit ‚Freimut‘ bzw. ‚Zuversicht‘ wiedergegeben wird, hat dies eine eschatologische Ausrichtung. Das freimütige Reden gründet sich in der eschatologischen Christusgemeinschaft, zu der Johannes einlädt: ‚Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er offenbart wird, freimütig reden (schṓmen parrhesían) und nicht zuschanden werden vor ihm, wenn er kommt.'“
Es gilt ein frei Geständnis in dieser unsrer Zeit. Über die evangelische Parrhesia „Es gilt ein frei Geständnis / in … Mehr
Michel Foucault über den Friedhof (Andere Räume): „In der Epoche, in der die Zivilisation, wie man gemeinhin sagt, ‚atheistisch‘ geworden ist, hat die abendländische Kultur den Kult der Toten installiert. Im Grunde war es natürlich, dass man in der Zeit, da man tatsächlich an die Auferstehung der Leiber und an die Unsterblichkeit der Seele glaubte, den sterblichen Überresten keine besondere Bedeutung zumaß. Sobald man jedoch nicht mehr ganz sicher ist, dass man eine Seele hat, dass der Leib auferstehen wird, muss man vielleicht dem sterblichen Rest viel mehr Aufmerksamkeit schenken, der schließlich die einzige Spur unserer Existenz inmitten der Welt und der Worte ist. Jedenfalls hat seit dem 19. Jahrhundert jedermann ein Recht auf seinen kleinen Kasten für seine kleine persönliche Verwesung; andererseits hat man erst seit dem 19. Jahrhundert begonnen, die Friedhöfe an den äußeren Rand der Städte zu legen.“
Über den Friedhof (Andere Räume, 1967) Von Michel Foucault Der Friedhof ist sicherlich ein anderer Ort im Verhältnis zu den … Mehr
Was ist Freiheit (in Anlehnung an Hannah Arendt): „Freiheit heißt für uns Menschen miteinander etwas anfangen können, was andere Menschen für uns nicht vorgesehen haben, so dass sich daraus jenseits vorübergehender Erlebnisse ein dauerhaftes Gemeinwesen ergibt.“
Wird das Wort „Freiheit“ ins Spiel gebracht, kommen all die solipsistischen Vorstellungen auf – ungebunden zu sein; tun und lassen … Mehr
Hannah Arendt, Es gibt nur ein einziges Menschenrecht von 1949: „Vor allem findet der Raub der Menschenrechte dadurch statt, dass einem Menschen der Standort in der Welt entzogen wird.“
Hannah Arendts Aufsatz „Es gibt nur ein einziges Menschenrecht“ erschien 1949 in der von Dolf Sternberger herausgegebenen Zeitschrift „Die Wandlung“ … Mehr
Hannah Arendt über Freiheit und Politik (1958): „Will man die Menschen daran hindern, dass sie in Freiheit handeln, so muß man sie daran hindern, zu denken, zu wollen, herzustellen, weil offenbar all diese Tätigkeiten das Handeln und damit Freiheit in jedem, auch dem politischen Verstande mit implizieren. Daher glaube ich auch, dass wir das Phänomen der totalen Herrschaft durchaus missverstehen, wenn wir meinen, dass in ihr eine totale Politisierung des Lebens erfolgt, durch die Freiheit zerstört wird. Das gerade Gegenteil ist der Fall; wir haben es mit Phänomenen der Entpolitisierung zu tun, wie in allen Diktaturen und Despotien, nur daß diese Entpolitisierung hier so radikal auftritt, dass sie das politische Freiheitselement in allen Tätigkeiten vernichtet und sich nicht nur damit zufrieden gibt, das Handeln, also die politische Fähigkeit par excellence, zu zerstören.“
„Freiheit und Politik“ heißt der Vortrag, den Hannah Arendt 1958 im Rahmen des Vortragszyklus »Erziehung zur Freiheit« im Schweizerischen Institut … Mehr
Richard Schaeffler, Christlicher Glaube – Hoffnung aus Erinnerung (1978): „Wir erinnern uns an das Ende dieser Unheilswelt, in der wir heute noch leben, obgleich sie im Tode Jesu schon an ihr Ende geraten ist. Und deshalb erwarten wir eine kommende Welt, die für uns noch Hoffnung ist, gerade weil sie in Jesu Auferstehung schon begonnen hat. Unsere Erinnerung ist Danksagung, weil die Vergangenheit, an die wir uns erinnern, die von Gott her schon gewirkte Zukunft ist, die sich für unsere Erwartung auftut.“
Der jüngst verstorbene katholische Philosoph Richard Schaeffler (1926-2019) hat als Sohn einer jüdischstämmigen Mutter eine besondere Sensibilität für eine anamnetische … Mehr
Hannah Arendt über die Lüge in der Politik: „Die bewusste Leugnung der Tatsachen – die Fähigkeit zu lügen – und das Vermögen, die Wirklichkeit zu verändern – die Fähigkeit zu handeln – hängen zusammen; sie verdanken ihr Dasein derselben Quelle: der Einbildungskraft. Es ist nämlich keineswegs selbstverständlich, dass wir sagen können ‚Die Sonne scheint‘, wenn es tatsächlich regnet (gewisse Hirnverletzungen haben den Verlust dieser Fähigkeit zur Folge). Es beweist vielmehr, dass wir mit unseren Sinnen und unserm Verstand zwar für die Welt gut ausgerüstet, dass wir ihr aber nicht als unveräußerlicher Teil eingefügt sind. Es steht uns frei, die Welt zu verändern und in ihr etwas Neues anzufangen. Ohne die geistige Freiheit, das Wirkliche zu akzeptieren oder zu verwerfen, ja oder nein zu sagen – nicht nur zu Aussagen oder Vorschlägen, um unsere Zustimmung oder Ablehnung zu bekunden, sondern zu Dingen, wie sie sich jenseits von Zustimmung oder Ablehnung unseren Sinnes- und Erkenntnisorganen darbieten –, ohne diese geistige Freiheit wäre Handeln unmöglich. Handeln aber ist das eigentliche Werk der Politik.“
Die Lüge in der Politik (Lying in Politics) Von Hannah Arendt Als 1971 Teile des sogenannten Pentagon-Papiere, ein Geheimdokument des … Mehr