Otto Dudzus über Dietrich Bonhoeffer: „Von Haus aus war er alles andere als ein Revolutionär. Vor Ordnung und Recht hatte er einen großen Respekt. Er konnte zornig werden, wenn wir als junge Studenten auf einer gemeinsamen Reise über das Bahnhofsgeleise gingen, statt den Fußgängerüberweg zu be­nützen. Weil er Ordnung und Recht im Großen verletzt und geschändet sah in unserem Volk, wusste er sich je länger desto entschlossener dort­hin gestellt, wo man dieser Schändung Widerstand leistete.“

Von Otto Dudzus, der selbst am Predigerseminar Finkenwalde bis zur polizeilichen Schließung des Seminars Ende September 1937 teilgenommen hatte, stammt … Mehr

Kornelis Heiko Miskotte, Gottes Feinde kommen um. Predigt zu Psalm 92 (1945): „Der Herr hat große Dinge an uns getan! Darum sind wir fröhlich, und darum stehen wir in dieser unerhört großen Stunde verlegen da angesichts Seiner großen Taten und unseres kleinen Begreifens, Seiner innigen Geisteskraft um uns her und des armen, beinahe apathischen Gefühls in uns. Es ist uns zu viel, auch weil wir früher zu wenig ge­lebt, gedacht, gearbeitet, gelitten haben. O wir flauen Bekenner, wir Schlappschwänze von Christen, wir schäbigen, halbherzigen Demo­kraten, wir ängstlichen Oranienanhänger, wir haben dies alles wahr­haftig nicht verdient, allein schon darum nicht, weil wir uns wahrlich innerlich nicht so gewehrt haben, wie die hohe Sache es von uns for­dern durfte. Tausende und Abertausende haben so getan, als ginge die Sache sie nichts an, haben salbadert und räsoniert, Hunderte ha­ben sich an dem Elend anderer bereichert, haben sich in ihre kleine Existenz festgebissen, kurz, sind unerschütterlich Egoisten und Roh­linge gewesen. Und wir, die wir »gut« waren und nicht zu den »Ver­kehrten« gehörten – ach, man müßte einmal wissen, wie uns zumute gewesen ist und wie oft wir uns innerlich zurückgezogen haben!“

Gottes Feinde kommen um. Predigt zu Psalm 92, 2.3.7.10 Von Kornelis Heiko Miskotte Eine schonungslose Predigt hatte Kornelis Heikoe Miskotte … Mehr

Julius Schniewind, Heiligung (1938): „Gottes Gemeinde ist das Volk der „Ge­heiligten“; es kann von jedem einzelnen als einem „Heiligen“ ge­sprochen werden. Jeder einzelne für sich ist durch Gottes Ruf und Wort getroffen, jeder einzelne für sich in der Taufe Gott geweiht. Aber jeden einzelnen trifft das Wort nur aus dem Mund der Ge­meinde.“

Heiligung Von Julius Schniewind Diese Ausführungen sollen sich eng an die Bibel anschließen. Die biblischen Aussagen werden in sich selbst … Mehr

Claus Westermann, Ein Rückblick: „Jetzt, unter dem Eindruck des Krieges und der Kriegserfahrun­gen, wurde mir deutlich, dass die Menschen, die die Psalmen gedichtet und gebetet hatten, das Gebet anders verstanden, als wir es gewöhnlich verste­hen. Es war dem Leben, der Wirklichkeit, die sie lebten, näher als es uns ist. Für uns ist Gebet etwas, was ein Mensch tut oder was er zu tun ermahnt wird, ein menschliches Handeln. In den Psalmen aber erwächst das Rufen zu Gott unmittelbar aus dem Leben heraus, es ist Reaktion auf das, was sie erleben, was sie erfahren. Sie rufen zu Gott so, wie es ihnen ums Herz ist. Darum sind die meisten Psalmen Klagepsalmen oder Lobpsalmen, denn die Klage ist die Sprache des Leides, und das Loben ist die Sprache der Freude. Dies ist für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Bibel geblieben bis zum heutigen Tag, und vieles andere hat sich mit daraus erge­ben.“

Ein Rückblick Von Claus Westermann Ihrem 50. Geburtstag, Herr Haacker, möchte ich Ihnen, verbunden mit guten Wünschen, etwas weitergeben von … Mehr

Reinhold Niebuhr, Warum die christliche Kirche nicht pazifistisch ist (Why the Christian Church Is not Pacifist, 1940): „Der Pazifismus verleitet uns entweder dazu, überhaupt kein Urteil zu fällen, oder die Tyrannei gegenüber der vorübergehenden Anarchie, die zur Überwindung der Tyrannei notwendig ist, übermäßig zu bevorzugen.“

Warum die christliche Kirche nicht pazifistisch ist (Auf Englisch: Why the Christian Church Is not Pacifist) Von Reinhold Niebuhr Wann … Mehr

Reinhold Niebuhr, Why the Christian Church Is Not Pacifist (1940): „A simple Christian moralism is senseless and confusing. It is senseless when, as in the World War, it seeks uncritically to identify the cause of Christ with the cause of democracy without a religious reservation. The fact is that we might as well dispense with the Christian faith entirely if it is our conviction that we can act in history only if we are guiltless. This means that we must either prove our guiltlessness in order to be able to act; or refuse to act because we cannot achieve guiltlessness. Self-righteousness or inaction are the alternatives of secular moralism.“

In seinem lesenwerten F.A.Z.-Essay „Der Umschlag des Pazifismus in sein Gegenteil“ hat Mark Siemons ausgiebig auf den folgenden Text von … Mehr

Joachim Beckmann, Die Geschichte Gottes mit mir: „Unsere Lebensgeschichte ist Ge­schichte Gottes mit uns. Das ist die Erfahrung meines Lebens. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch sie machen kann, wenn er sich im Glauben dem Gott vertraut, der allein unserem Le­ben Richtung und Ziel geben wird, wenn wir es uns nur von ihm gefallen lassen.“

Die Geschichte Gottes mit mir Von Joachim Beckmann Ich wurde im Jahre 1901 in einem evangelischen Pfarrhaus des westfälischen Ruhrgebiets … Mehr

Julius Schniewind, Abendmahlsansprache über Psalm 138,3.7 (Februar 1945): „‚Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickst du mich‘, das bedeutet: du machst mich lebendig, du erhältst mich am Leben, du schenkst mir das Leben. Gott hat die Macht, uns aus dem Tode herauszureißen, uns noch mitten im Tode zu erhalten.“

Abendmahlsansprache über Psalm 138,3.7 Von Julius Schniewind „Wenn ich dich anrufe, so erhörest du mich und gibst meiner Seele große … Mehr