Hans Joachim Iwand, Zur Versöhnungslehre (nach 2. Korinther 5,18-22): „Nun stoßen wir auf das Höchste und Tiefste, auf die eigentliche Goldader der Heiligen Schrift: ‚Er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir würden die Gerechtigkeit Gottes in ihm.‘ Das ist einer der Sätze, auf die man ster­ben kann, weil sie einen Trost bieten, der stärker ist als der Tod. Und wenn man in seinem ganzen Leben nichts anderes begriffen hätte als dies — und diese Sache ist gar nicht so ein­fach zu begreifen, einmal ist man ihr näher und dann wieder weiter von ihr entfernt, man muß immer tiefer und inniger darum ringen, in ihre Mitte zu gelangen, sich dort festzuhalten, mit seinem ganzen Sein und Leben — dann hätte man nicht umsonst gelebt.“

Da hat Hans Joachim Iwand in seinem Vortrag zur Versöhnungslehre die „Goldader der Heiligen Schrift“ freigelegt – mit seiner Auslegung … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigt über 2. Korinther 5,19-21: „Gott stellt den Karfreitag mitten hinein in die Welt. Es geht darum, dass Gott genau da, wo wir meinen, den Glauben an ihn zu verlieren, mitten in der verlorenen und gott­losen Welt das Zeichen seines Sieges, seiner Barmherzigkeit, sei­ner rettenden und richtenden Überlegenheit aufgerichtet hat.“

Versöhnung in Christo akademisch lehren ist das eine. Das Wort von der Versöhnung auf den Glauben hin in einer Predigt … Mehr

Hans Joachim Iwand, Wunder der Weihnacht (1950): „Das Wunder der Weihnacht ist dies: Das, was für den natürlichen Menschen jenseits des Todes liegt, ist in dem Gottmenschen diesseits der Todesgrenze, ist mitten in dieser Todeswelt erschienen und hat eben damit diese gesprengt und aufgehoben. Das ist die Wendung, die mit der Geburt des Sohnes Gottes in Bethlehem Ereignis geworden ist: Alles, was wir Menschen als Wirklichkeit anzusprechen uns gewöhnt haben, ist nun in Frage gestellt, und alles, was wir verloren zu haben schienen, ist Gegenwart geworden.“

Von 1946 bis 1951, also während seiner Zeit als Professor für Systematische Theologie in Göttingen hatte Hans Joachim Iwand ab … Mehr

Hans Jochim Iwand, „Ich lebe und ihr sollt auch leben“ (Osterpredigt über Johannes 14,19): „Teilweise liegt unser Leben noch in der Todes­nacht, aber es hat eine Mitte bekommen, wo es hell ist. Es ist hin­eingekommen in die Kraft der Verheißung Gottes, die Leben, ewi­ges Leben verheißt. Und wenn wir irre werden wollen an ihr, weil der Tod so stark ist in uns und das Leben so schwach, weil der Tod der Sünde Sold ist und wir abendländischen Nihilisten in die­ser Sache einiges geleistet haben und noch leisten, dann steht diese Verheißung vor uns als Gegenwart, als erfüllt in Jesus, dem leben­digen Herrn. Das ist Ostern! In ihm ist sie ein für allemal Ereignis geworden.“

Was für ein Vermächtnis. Die letzte Predigt Hans Joachim Iwands war seine Osterpredigt am 17. April 1960 in Bonn. Vierzehn … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigt über Hiobs Klage (Hiob 2,11-3,26): „Aber Gott hört. Gott hört seinen Knecht Hiob, Gott weiß, daß solche Lästerungen keine Lästerungen sind, sondern Wellen der Anfechtung, die über eines Menschen Seele gehen, Gott erbarmt sich wes er will. Vielleicht muß Hiob so einsam werden, damit Gott allein ihn versteht, damit Gott allein sein Freund wird.“

Im Juni und Juli 1944 predigte Hans Joachim Iwand in den Wochenschlussgottesdiensten in der St.-Marien-Kirche in Dortmund über Hiob. Nach … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt zu Römer 5,1-11 vom 11. März 1945: „Die Hoffnung des Glaubens lebt nicht an der Wirklichkeit vorbei, sondern sie führt euch mitten da hindurch, mitten durch die Trübsale, mitten durch die Leiden. Hier erst zeigt sich, ob euer Glaube wirklich Glaube ist, ob er die Kraft hat, durchzuhalten, ob er unverwüstlich ist, unverwüstlicher als alle die Verwüstungen, die Krieg und Not, Schuld und Irrtum um euch und in euch hervorrufen. «Trübsal bringt Geduld.» Die Welt ist der Kampfplatz, auf dem euer Glaube sich bewähren muss.“

Nachdem Hans Joachim Iwand schon 1942 eine Predigtmeditation zu Römer 5,1-11 veröffentlicht hatte (wieder abgedruckt in: Hans Joachim Iwand, Predigtmeditationen. … Mehr

Hans Joachim Iwand in seiner Bonner Vorlesung zu Luthers Theologie: „Der Nationalsozialismus war eine Schöpfung des «Protestantismus». Geistig kommt er von dieser Wurzel her, geistig ist er ein wirkliches Ende, so dass wir heute ganz neu gefragt sind: Wer sind die Seinen? Es müsste deutlich werden: die Seinen sind wir, als Protestanten, als Erben der Reformation, schon lange nicht mehr.“

Im Hinblick auf das Reformationsjubiläum von 2017 ist dies die entscheidende Frage: Ist der gegenwärtige Protestantismus legitimer Erbe der Reformation? … Mehr