Rudolf Bultmann, Die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation 1933: „Christlicher Glaube muss eine kritische Kraft in den Fragen der Gegenwart sein, und er muss seine Positivität gerade in seiner kritischen Haltung bewähren. Wie kann er das? Weil er nicht nur von Sünde, sondern auch von Gnade weiß. Weil er Gott nicht nur als den Richter kennt, sondern auch als den Erlöser, der durch Jesus Christus seine ursprüngliche Schöpfung wiederherstellt. Die Erlösung durch Jesus Christus bedeutet die Vergebung der Sünde durch die Offenbarung der Liebe Gottes, und sie bedeutet deshalb die Befreiung des Menschen zur Liebe. Nur wer den jenseitigen Gott kennt, der in Christus sein Wort der Liebe in diese Welt hineinspricht, der vermag sich aus der Verstrickung dieser sündigen Welt zu befreien und einen Blick zu gewinnen, für den die Ordnungen der Welt wirklich als Schöp­fungsordnungen erkennbar sind, deren er sich dankbar zu freuen hat, in denen er still zu leiden hat, in denen er als Liebender zu wirken hat.“

Die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation Von Rudolf Bultmann Nicht nur Karl Barth hatte im Frühsommer 1933 mit … Mehr

Oswald Bayer über die evangelische Rechtfertigungslehre: „Der moderne Mensch fragt vermeintlich radikaler: ‚Existiert Gott?‘ und glaubt auf der Suche nach Freiheit die Antwort in seinem Selbst zu finden. Er übersieht, dass er gerade dabei immer tiefer in den Zwang der Selbstrechtfertigung gerät. Er übersieht, dass er in seinem Drang zur Selbstfindung und Selbstgründung scheitert, in einen Abgrund stürzt, weil er sich nicht ergründen kann.“

Wie lebensnah von der Rechtfertigung des Sünders durch die Zueignung des stellvertretenden Sühnetods Christi im Glauben gesprochen werden kann, zeigt … Mehr

Martin Luther über Stiftung und Verheißung des Altarsakraments in seiner Schrift ‚Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche (De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium, 1520)‘: „Gott hat niemals anders mit den Menschen gehandelt als durch das Wort der Verheißung. Wir andererseits können mit Gott niemals anders als durch den Glauben an sein Verheißungswort handeln. Nach Werken fragt er nicht, bedarf ihrer auch nicht. Durch Werke handeln wir vielmehr gegen die Menschen und mit den Menschen und uns selbst. Aber Gott bedarf dessen, dass er von uns in seinen Zusagen als wahrhaftig geachtet werde und man geduldig seiner harre und er so in Glaube, Hoffnung und Liebe verehrt werde. Dadurch geschieht es, daß er seine Ehre in uns behauptetet, wenn wir nicht durch unser Laufen, sondern durch sein Erbarmen, Verheißen und Schenken alles Gute empfangen und haben.“

Über Stiftung und Verheißung des Altarsakraments Von Martin Luther In seiner Schrift „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche (De captivitate … Mehr

Hermann Diem, Wider das Schweigen der Kirche zur Judenverfolgung. Offener Brief an Landesbischof D. Meiser (Osterbotschaft 1943): „Was uns treibt, ist zunächst das einfache Gebot der Nächstenliebe, wie es Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter ausgelegt und dabei ausdrücklich jede Einschränkung auf den Glaubens-, Rassen- oder Volksgenossen abgewehrt hat. Jeder „Nichtarier“, ob Jude oder Christ, ist heute in Deutschland der „unter die Mörder Gefallene“, und wir sind gefragt, ob wir ihm wie der Priester und Levit, oder wie der Samariter begegnen.“

Hermann Diem hatte für den Münchener Lemppschen Kreis um Ostern 1943 eine Denkschrift (Osterbotschaft Münchner Laien) entworfen, die als Grundlage … Mehr

Karl Barth, Reformation als Entscheidung (1933): „Vermittlung könnte hier nur Übergang zum Feind bedeuten. Und fröhlich ist hier Widerstand zu leisten: hinter der gefallenen Entscheidung zieht man nämlich seine Straße fröhlich, und wenn man einer gegen hundert wäre, fröhlich, weil man seinen Gegner nicht zu fürchten hat. Die Sache der heute herrschenden Bewegung ist keine starke Sache. Wer die reformatorische Richtung verloren hat, der hat, wie gewaltig er sich auch stelle, das Rückgrat verloren. Er wird nicht schaffen, was er schaffen möchte.“

Reformation als Entscheidung Von Karl Barth Karl Barth hatte am 30. Oktober 1933 in Berlin vor Mitgliedern des Pfarrernotbundes einen … Mehr

Martin Luther über Galater 5,1 – Zur Freiheit hat uns Christus befreit!: „Es geht um die Freiheit, zu der Christus uns befreit hat, nicht um die Freiheit aus irgendeiner menschlichen Knechtschaft oder Tyrannengewalt, sondern um die Freiheit von dem ewigen Zorn Gottes. Wo? Im Gewissen. Hier hat unsere Freiheit ihren Ort und will diese Grenzen nicht überschreiten.“

Martin Luther muss für den Protestantismus als Apostel bürgerlicher Freiheit und emanzipatorischer Selbstbestimmung herhalten, als hätte er nie De servo … Mehr

Karl Barth in Sachen Barmen-Gedächtnis (1964): „Barmen ist zu einer alten Fahne geworden, die man alle fünf Jahre entrollt vor den Augen der kaum interessierten Jugend ein bißchen hin und her schwenkt und dann wieder in die Mottenkiste versorgt. Das mag ich nicht unterstützen.“

Nachdem ja die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern nun einen Satz zu Barmen in ihren Grundartikel eingefügt hat („In der Barmer … Mehr

Martin Luther in einem Brief an Nikolaus von Amsdorf zur Ausbruch der Pest in Magdeburg 1538: „Ich hoffe, Du machest dennoch die Erfahrung, dass diejenigen, die sterben, ganz fromm und in Christus entschlafen, wie wir dies auch hier erfuhren. Und eben das ist es, was der Psalmist sagt: »Verlaß mich nicht«, und Christus: »In der Schwachheit vollendet sich meine Kraft«. Die Lebenden freilich ängstigen sich und sind schwach, aber die Sterbenden werden bald in andere Menschen verwandelt und sterben stark im Herrn.“

Martin Luthers Brief an Nikolaus von Amsdorf zum Ausbruch der Pest in Magdeburg 1538 Nachdem Martin Luther erfahren hatte, dass … Mehr