Eberhard Jüngel, Predigt über Römer 11,25-33: „Dieser strahlende Final­satz »auf dass er sich aller erbarme« bringt Licht nicht nur in die dunklen Stellen der Bibel, sondern eben deshalb auch in die dunklen Abgründe unseres Lebens. In alles, was für sich allein genommen schwer oder gar nicht erträglich ist, ist nun Gott selber hineingezogen: mit dem ganzen Gewicht seiner göttlichen Gerechtigkeit und mit dem noch größeren Gewicht seiner Barmher­zigkeit. Barmherzig sein – das heißt ja: sein eigenes Herz nicht verschonen. Das hat Paulus gemeint, als er an anderer Stelle schrieb, Gott habe seinen eigenen Sohn nicht verschont. Das also ist Gottes großes Geheimnis: dass er sein eigenes Herz nicht verschont hat. Am Kreuz Jesu Christi blutete es. Und wenn je ein Herz, dann hat dieses Herz nicht umsonst geblutet.“

Predigt über Römer 11,25-33 (10. Sonntag nach Trinitatis) Von Eberhard Jüngel Liebe Gemeinde! Ein Geheimnis nennt der Apostel das, was … Mehr

Søren Kierkegaard, Die Wildgans – ein Bild: „Gewiß ist der wahre Christ, über den der Geist herrscht, vom gewöhnlichen Menschen verschieden wie die Wildgans von den zahmen Gänsen. Aber das Christentum lehrt ja gerade, wozu ein Mensch im Leben werden kann. Hier ist also Hoffnung, dass eine zahme Gans zu einer Wildgans werden kann. Deshalb bleibe bei ihnen, diesen zahmen Gänsen, bleibe bei ihnen, nur mit dem einen beschäftigt, sie für die Verwandlung gewinnen zu wollen – aber um Gottes im Himmel willen achte auf eines: Sobald du merkst, dass die zahmen Gänse anfangen, Macht über dich zu bekommen, dann fort, auf und davon mit dem Zug.“

Die Wildgans – ein Bild Von Søren Kierkegaard Jeder, der auch nur ein kleines bißchen Kenntnis vom Leben der Vogelwelt … Mehr