Karl Barth zur Frage der militärischen Dienstpflicht und der Kriegsdienstverweigerung (KD III/4, 1951): „Der Dienstverweigerer müsste davon überzeugt und dessen ganz gewiss sein, durch seinen Widerstand nun gerade für die von Gott gewollte und gesetzte politische Gemeinschaft einzutreten und zu handeln, den Staat also nicht zu verneinen, sondern nun eben so – im Gegensatz zu dessen Regierung und Majorität, zu seiner geltenden Verfassung und Gesetzgebung – zu bejahen. Seine Dienstverweigerung müsste den Sinn und Charakter eines Appells von dem schlecht informierten Staat der Gegenwart an den besser zu informierenden Staat der Zukunft haben und also selbst, dem Schein zuwider, durchaus als ein Akt von Staatstreue gemeint sein und durchgeführt werden. Der Dienstverweigerer müsste bereit sein, die Konsequenzen der widersetzlichen Form seiner Staatstreue, die Abwehr der Regierung und Majorität, der er sich entgegensetzt, die Strafe für seine Übertretung von Verfassung und Gesetz ohne Murren und Klage auf sich zu nehmen. Er dürfte nicht verlangen, dass der nach seiner Ansicht schlecht informierte Staat von heute ihn so behandle, als ob er schon der nach seiner Hoffnung besser zu informierende Staat von morgen wäre.“

Zur Frage der militärischen Dienstpflicht und der Kriegsdienstverweigerung Von Karl Barth Die pazifistische Forderung der Abschaffung der allgemeinen Dienstpflicht (vgl. … Mehr

Heinrich Schlier über Mächte und Gewalten im Neuen Testament: „Die Mächte legen Welt und Dasein nach bestimmten Kategorien fest, die ihre Grundintention verraten. Die eine Kate­gorie ist der Tod. Sie bemächtigen sich eines Menschen oder seines Geistes in der Weise, daß sie ihn zum Tod ermächtigen. d. h. daß er, selbst durch sie zerstört, anderen zur Zerstörung wird.“

Ursprünglich veröffentlicht auf NAMENSgedächtnis:
Ausgerechnet ein Bultmannschüler, nämlich Heinrich Schlier (1900-1978), hat sich an einer „dämonologischen“ Interpretation des Neuen Testaments…

Martin Luthers erste Invokavitpredigt am Sonntag Invokavit, 9. März 1522: „Wir sind allesamt zu dem Tod gefordert, und keiner wird für den andern sterben, sondern jeder in eigener Person für sich mit dem Tod kämpfen. In die Ohren können wir wohl schreien, aber ein jeder muß für sich selbst geschickt sein in der Zeit des Todes.“

Martin Luthers erste Invokavitpredigt am Sonntag Invokavit, 9. März 1522 Wir sind allesamt zu dem Tod gefordert, und keiner wird … Mehr

AUFRUF DER PRIESTER DER RUSSISCH-ORTHODOXEN KIRCHE MIT EINEM AUFRUF ZUR VERSÖHNUNG UND BEENDIGUNG DES KRIEGES: „Das Jüngste Gericht erwartet jeden Menschen. Keine irdische Autorität, kein Arzt, kein Wächter wird vor diesem Gericht schützen. Besorgt um die Errettung jedes Menschen, der sich als Kind der russisch-orthodoxen Kirche betrachtet, wollen wir nicht, dass er bei diesem Gericht erscheint und die schwere Last mütterlicher Flüche trägt.“

Annähernd dreihundert Priester und Diakone der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) haben – in Opposition zum Moskauer Patriarch Kyrill I. – … Mehr

Aus Sophie Scholls Tagebucheintrag vom 9. August 1942: „Weiß ich denn, ob ich morgen früh noch lebe? Eine Bombe könnte uns heute nacht alle vernichten. Und dann wäre meine Schuld nicht kleiner, als wenn ich mit der Erde und den Sternen zusammen untergehen würde. – Das weiß ich alles. Aber lebe ich nicht trotzdem leichtsinnig dahin? O mein Gott, ich bitte Dich, nimm meinen leichten Sinn und meinen eigensüchtigen Willen, der an den süßen, verderblichen Dingen hängen bleiben will, von mir, ich vermag es nicht, ich bin viel zu schwach.“

Aus dem Tagebucheintrag Sophie Scholls vom 9. August 1942 Viele Menschen glauben von unserer Zeit, daß sie die letzte sei. … Mehr