Eberhard Jüngel, Licht in der Finsternis (Neujahrsbetrachtung): „Seitdem Gott zur Welt gekommen ist, hat alles in ihr eine noch zu entdeckende neue Bedeutung, hat die ganze Welt ein neues Gesicht gewonnen. Diese neue Bedeutung, dieses neue Gesicht ist das Antlitz einer menschlichen und immer noch menschlicher werdenden Welt, in der der Mensch das Maß aller Dinge ist. Was einst vermessen klang, das hat der christliche Glaube ins Recht gesetzt: Der Mensch ist wirklich das Maß aller Dinge. Denn der Mensch gewordene Gott verweist den nach Gottähnlichkeit dürstenden und dabei doch nur zum Wolf regredierenden Menschen zurück in die ganz und gar irdische Existenz des homo humanus.“

Licht in der Finsternis Von Eberhard Jüngel Das nun zu Ende gehende Jahr war ein finsteres Jahr. Wenige Augenblicke haben … Mehr

Nina Gagen-Torn, Der Glaube. Aus den Erinnerungen an die Gefangenschaft im sowjetischen Straf- und Arbeitslager (Gulag): „Katja, wohin gehst du?“ / „Zu unserer Kirche in den Birken, damit ich Zeit zum Beten habe, bevor alle aufstehen.“ / „Annuschka ist da draußen, betet, weint …“ / „Nun, Gott sei mit ihr. Ich werde ihr nicht in die Quere kommen. Ich werde woanders hingehen.“ / Sie bog vor dem Badehaus ab.“

Der Glaube. Aus den Erinnerungen an die Gefangenschaft im sowjetischen Straf- und Arbeitslager (Gulag) Von Nina Gagen-Torn In diesem Kapitel … Mehr

Joseph Bernharts Lebensbild über Christoph von Schmid, dem Dichter von „Ihr Kinderlein, kommet“ und ehemaligem Kaplan von Feneberg: „Die kurze Zeit in Seeg hat Christoph Schmid die glücklichste seines Lebens genannt; nie auch sei er seelenvergnügter gewesen. Das geistige Klima des Pfarrhauses, die Eintracht unter den Kollegen und die Harmonie mit der Bevölkerung lobt noch der Greis als Erquickung seiner Jugend.“

Über den Dichter von „Ihr Kinderlein, kommet“ hat Joseph Bernhart in einer eigenwilligen Sprache 1956 folgendes Lebensbild geschrieben: Christoph von … Mehr

Eberhard Jüngel, Predigt über Genesis 16 (1. Mose 16,1-16): „Gott hört – Gott sieht mich! Wer diese beiden Namen am Ende der Geschichte im Ohr hat, der blickt auf die ganze Geschichte nun doch noch einmal ganz anders zurück. Am Anfang war davon ja nichts zu spüren, daß Gott hört und daß Gott sieht. Am Anfang hieß es nur, Gott habe Sara Kinder versagt. Doch am Ende heißt er gerade wegen dieser Geschichte so: Gott hört – Gott sieht mich.“

Predigt über Genesis 16 (1.Mose 16,1-16) Von Eberhard Jüngel Es gibt Wörter, liebe Gemeinde, die auch rückwärts gelesen einen Sinn … Mehr

Ein Kapitän verlässt als letzter das sinkende Schiff. Hendrik Kurt Carlsen und der Untergang der ‚Flying Enterprise‘ 1952: „Carlsen verweigert sich jedoch einer weiteren Glorifizierung. In einem Interview sagt er: ‚Ich hatte einen Vertrag unterschrieben. Es war meine Pflicht, mein Schiff um die Welt zu führen. Es wäre moralisch falsch gewesen, von Bord zu gehen. Ich möchte nicht, dass der ehrliche Versuch eines Seemanns, sein Schiff zu retten, zu kommerziellen Zwecken benutzt wird.‘ Folgerichtig lehnt er ein 250.000 $-Angebot für eine Exklusivgeschichte im British Daily Express wie auch eine Hollywood-Verfilmung seiner Lebensgeschichte für 500.000 $ ab. Stattdessen fährt er als Kapitän auf dem Nachfolgeschiff Flying Enterprise II weiterhin zur See.“

Ein Kapitän verlässt als letzter das sinkende Schiff. Hendrik Kurt Carlsen und der Untergang der Flying Enterprise 1952 Der Kapitän … Mehr

Martin Luther über den Beruf des Christen. Aus der Auslegung von Johannes 21,19b-24 (1521): „Daher kommt’s, dass eine fromme Magd, wenn sie nach ihrem Befehl hingeht und nach ihrem Amt den Hof kehrt oder Mist hinaus bringt, oder ein Knecht, der in gleicher Mei­nung pflügt und fährt, auf der richtigen Straße stracks auf den Himmel zugehen, während ein anderer, der nach Santiago wallfahrtet oder zur Kirche geht, aber sein Amt und Werk liegen lässt, stracks zur Hölle geht.“

Über den Beruf des Christen. Aus der Auslegung von Johannes 21,19b-24 (1521)[1] Von Martin Luther 1. [306,17-307,12] Ohne Rücksicht auf … Mehr

Karl Rahner, Dimensionen des Martyriums. Plädoyer für die Erweiterung eines klassischen Begriffs (1983): „Wir dürfen uns das passive Erdulden des To­des nicht einfach nur in der Weise vorstellen, wie wir uns die altchristlichen Märtyrer vor einem Richterstuhl und ihre gerichtliche Verurteilung zum Tod anschaulich zu machen pflegen. Das passive, aber in willentlicher Entscheidung an­ge­nommene Erdulden des Todes kann in ganz anderen Weisen geschehen. Die modernen «Christenverfolger» werden den Christen von heute gar keine Gelegenheit geben, ihren Glau­ben im alten Stil der ersten christlichen Jahrhun­derte zu bekennen und einen Tod durch Ge­richtsbeschluß anzunehmen. Aber ihr Tod kann dennoch in diesen anonymeren Formen heutiger Christenverfolgung ebenso wie bei den Märty­rern alten Stiles vorausgesehen und angenommen werden.“

Dimensionen des Martyriums. Plädoyer für die Erweiterung eines klassischen Begriffs Von Karl Rahner Hier soll der Versuch unternommen werden, für … Mehr