Martin Niemöller, Weihnachtspredigt zu Lukas 2,10-12 im KZ Dachau 1944: „Wenn wir aber nun in die Tiefe schauen und fragen, was denn diese menschliche Hilflosigkeit und irdische Heimatlosigkeit des Jesuskindes uns zu sagen haben, dann fängt eben hier die wahrhaft frohe Botschaft an: Gott – der ewigreiche und allmächtige Gott – geht ein in die äußerste menschliche Armseligkeit, die man sich denken kann. Kein Mensch ist so schwach und hilflos, in Jesus Christus kommt Gott zu ihm her, mitten hinein in unsere Not; und kein Mensch ist so verlassen und heimatlos in dieser Welt, in Jesus Christus sucht Gott ihn auf, mitten in unserm Elend.“

An Heiligabend 1944 durfte Martin Niemöller im Zellenbau des Konzentrationslagers Dachau einen Gottesdienst halten, der ersten nach siebeneinhalb Jahren Gefangenschaft. … Mehr

Martin Niemöllers politische Weihnachtspredigt (Fernsehansprache) 1972: „Deus maximus in minimis! Gott ist am größten in den Kleinsten! Aber wir meinen immer noch, unser Heil müsste von Großen, Mächtigen, Reichen kommen, und wir Kleinen, Macht­losen, Armen könnten nur warten, bis es kommt. Nicht so, meine Freunde: Wer das Heil von den – oder einem – Großen, Mächtigen, Reichen erwartet, der wartet ganz gewiss umsonst! Die können wohl die ganze Welt – jedenfalls unsern Planeten und den Mond –, die können wohl die Naturschätze wie die Rohstoffe, die Produktionsmittel wie die Produktionsstätten in ihre Gewalt bringen und sich auch die dafür nötigen Menschen kaufen. Eins können sie nicht: Sie können nicht den »Frieden auf Erden« schaffen.“

Fernsehansprache zu Heilig Abend 1972 Von Martin Niemöller Dies Gloria in excelsis wird seit vielen hundert Jahren in fast jedem … Mehr

Martin Niemöller, Predigt über Römer 2,1-11 zum Buß- und Bettag 1969: „Wenn dort auf dem Hügel vor den Toren der Stadt Jeru­salem der Mann aus Nazareth, als sie ihn dort an den Galgen nagelten, seine Henker und Mör­der so angebrüllt hätte: »Ihr Verbrecher, wartet nur! Es ist noch ein Gott im Himmel, der wird es euch schon zeigen!« Wir wissen, was dann passiert wäre: Es wäre gar nichts passiert. Ein anständiger Mensch mehr wäre unrechtmäßiger Weise am Galgen hingerichtet worden wie Tausende vor ihm und Tausende nach ihm. Sonst wäre nichts geschehen. Es gäbe keinen Sohn Gottes, keinen, in dem Gott selber uns begegnet in seiner Güte, Geduld und Langmütigkeit; es gäbe keine Erlösung und keine Versöhnung und keine Vergebung und keine Gemeinde dieses Mannes von Nazareth und keine christliche Kirche. Seine Vergebung ist sein Gericht, und sein Gericht heißt Vergebung: »Vater, vergib ihnen!« Weil sein Gericht über seine Widersa­cher Vergebung heißt und weil er sich dazu bekennt, darum und nur darum sind wir hier, gibt es eine christliche Gemeinde, gibt es eine Christenheit, gibt es eine Frohe Botschaft, und da hören wir die wirkliche Bußpredigt, die christliche Bußpredigt.“

Predigt über Römer 2,1-11 zum Buß- und Bettag 1969 Von Martin Niemöller Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und … Mehr

„Christus und die Atheisten“ – Martin Niemöllers erster von drei evangelistischen Vortragsabenden 1965 in Bremerhaven: „Wir dürfen deshalb nicht dem Wahn verfallen, ein Atheist sei vom Heil der Erlösung weiter entfernt als jemand, der an die Existenz Gottes »glaubt«. Sol­cher »Glaube« hat mit Christus gar nichts zu tun; und es ist sinnlos, einen Athe­isten zur Anerkennung der Existenz Gottes zu bringen. Schon die Diskussion, ob es Gott gibt oder nicht gibt, ist sinnlos, weil der Sieg in einer solchen Aussprache dem zufällt, der ge­schickter ist, nicht aber dem, der Christus braucht, der der einzige Beweis für Gottes Exi­stenz werden kann, wo in der Begegnung und Konfrontation mit ihm das Wunder des Glau­bens geschieht.“

Vom 26. bis 28. September 1965 hielt Martin Niemöller eine dreiteilige Vortragsreihe in Bremerhaven: Christus und die Atheisten, Christus und … Mehr