Søren Kierkegaard – Christentum hospitalisiert. Die Einschätzung des Arztes (1855): „Denk Dir ein Krankenhaus. Die Patienten sterben wie Fliegen. Die Methoden werden auf die eine und die andere Weise geändert: hilft nichts. Woran kann es dann liegen? Es liegt am Gebäude, das ganze Gebäude hat Gift in sich; dass die Patienten als an einer Krankheit gestorben verzeichnet werden, der eine an dieser, der andere an jener, ist eigentlich nicht wahr; denn sie sind alle an dem Gift gestorben, das im Gebäude ist. So im Religiösen. Dass der religiöse Zustand jäm­merlich ist, dass sich die Menschen religiös in einem erbärmlichen Zustand befinden, das steht fest. Einer meint dann, wenn man ein neues Gesangbuch, ein anderer, wenn man eine neue Liturgie, ein dritter, wenn man Gottesdienst mit Musik bekäme usw. usw., würde das helfen. Vergeblich; denn es liegt am: Gebäude. Das ganze Gerümpel mit einer Staatskirche, wo, geistig gesprochen, seit unvordenklichen Zeiten nicht gelüftet worden ist, die eingesperrte Luft in diesem Gerümpel hat Gift entwickelt. Und deshalb ist das religiöse Leben krank oder ausgestorben, ach, denn eben das, was Weltlichkeit als Gesundheit ansieht, ist, christlich, Krankheit, ebenso wie, umgekehrt, das christlich Gesunde von Weltlichkeit als krankhaft angesehen wird.“

Kierkegaards letzte publizistische Unternehmung war seine Abrechnung mit dem organisierten Christentum und insbesondere mit der lutherischen Staatskirche in Dänemark, die … Mehr

Listen to the Saviour: “A Western cultural reservation makes Christian missionary work among Muslims in Europe practically impossible. Those who demand assimilation of religious faith – and not loyalty to the law, for instance – as a prerequisite for integration in society, cannot simultaneously attest to Christ’s surrender of his life as an act of redemption. Only from a tolerant minority position, which raises no other claim to inclusion in society beyond personal conversion, does our own Christian testimony remain credible. Thus, the state’s religious neutrality and freedom of religion in fact guarantee that we can bring Christ’s message into play without force in our society. Official Christianity still has difficulties with a minority position. Religious pluralisation and increasing distance from the Church do, after all, damage its own allegedly hereditary status in society. It would seem logical in this situation to defend claims to religious importance on a cultural basis. A religious conservatism that relies on maintaining culture, however, is an unholy matter. The only thing that enables hope and optimism for Christians is looking back at the cross.”

Schon einmal etwas von Qantara.de gehört? Nachdem dort mein F.A.Z-Artikel „Man höre doch mal dem Heiland zu“ sowohl im Original … Mehr

Man höre doch mal dem Heiland zu. Wider die symbolpolitische Verwertung des Kreuzes: „Das ‚Wort vom Kreuz‘ (1 Ko­rinther 1,18) ist für Christen eine kaum er­trägliche Zumutung. Mit ihm lässt sich in der eigenen Gesellschaft kein Staat ma­chen. Die kruziforme Dialektik einer göttlichen Herrschaft in weltlicher Ohnmacht versagt sich jeglicher Staatsräson. Genau dar­in aber erschließt sich für Christen die Le­gitimität des säkularisierten Staates.“

In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist folgender Artikel von mir erschienen: Man höre doch mal dem Heiland … Mehr