Bernhard Häring über die Versuchung (Encyclopedia of Religion): „Jesus überwand die Versuchung nicht nur, indem er das damit verbundene Leiden ertrug, sondern indem er gerade dieses Leiden zum höchsten Zeichen der Liebe und der rettenden Solidarität Gottes machte. Dass diese Liebe das Ziel aller Christen ist, zeigen die Evangelien. Diese decken diejenigen Versuchungen auf, an Gesetzen festzuhalten und dabei den Bund zu verraten, der heute als höchstes Gesetz der selbstlosen, allumfassenden Liebe zwi­schen Gott und den Menschen verstanden wird.“

Versuchung Von Bernhard Häring Die Herangehensweisen an das komplexe Phänomen der Versuchung sind ebenso vielfältig wie die Kulturen, die Weltanschauungen,…

Julius Schniewind über die Vaterunser-Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“ (Matthäus 6,13): „Es gibt keine Beziehung zu Gott, die nicht „Gehorsam“ hieße und darum auch Erprobung forderte: es muss erprobt und versucht sein, ob wir Gott folgen oder nicht. Diese bloße Tatsache aber ist in sich unbegreiflich. Sie streitet logisch mit dem Gedanken der Allmacht und All-wirksamkeit.“

Über die Vaterunser-Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“ (Matthäus 6,13) Von Julius Schniewind Wir fassen die beiden von Luther…

Timothy Radcliffe, Lernen, frei zu sein. Der Weg der Fastenzeit (zu Markus 9,42-50): „Wir haben Augen, damit wir die Menschen mit Ehrfurcht und Freude betrachten können. Wenn wir Menschen mit Verachtung oder brutaler Lust betrachten, tun wir der Gabe des Sehens Gewalt an. Wir haben Hände, damit wir andere in Sanftheit und Mitgefühl ergreifen können. Wenn wir sie anfassen, sie besitzen oder benutzen, haben wir der Gabe der Berührung Gewalt angetan.“

Lernen, frei zu sein. Der Weg der Fastenzeit Von Timothy Radcliffe Die Fastenzeit steht vor der Tür. Schwere Krankheit kann…

Aus Martin Luthers Vorlesung über Psalm 51 von 1532: „Bin ich auch ein Sünder in mir, so bin ich doch kein Sünder in Christus, der uns zur Gerechtigkeit gemacht ist, sondern bin gerecht und gerechtfertigt durch den gerechten und rechtfertigenden Christus, der darum ein Rechtfertiger ist und heißt, weil er zu den Sündern gehört und Sündern gesandt ist.“

Aus Martin Luthers Vorlesung über Psalm 51 von 1532 (gehalten vom 10.6. – 6.8. 1532) Einleitung: Das Thema des Psalms…

Heinz Schürmann, „Pro-Existenz“ als christologischer Grundbegriff: „‚Pro-Existenz‘ will somit letztlich als ‚Existenz-Stellvertretung‘, als Lebensäquivalent verstanden werden, als stellvertretende Totalhingabe für (pro) den irreparabel dem Tod verfallenen Menschen, die letztlich nur als ‚Austausch‘ (commercium) durch Gott in dessen ‚Sohneshingabe‘geleistet werden kann.“

„Pro-Existenz“ als christologischer Grundbegriff Von Heinz Schürmann EINFÜHRENDE VORBEMERKUNGEN[1] Seit Jahren kann man in Budapest und in Prag, recht vereinzelt…

Heiner Faulenbach über Hermann Friedrich Kohlbrügge: „Kohlbrügge wollte einzig und allein Prediger, Ausleger des Wortes Gottes sein. Seine Aufgabe sah er darin, den Weg der Gnade zu jedem Menschen anhand der Schrift aufzudecken. Die Schrift interpretierte er in allen Teilen christozentrisch. Daher fordert er in seinen vielen gedruckt vorliegenden Predigten auf, allein Christus und seine Gnade zu suchen.“

Kohlbrügge, Hermann Friedrich (1803-1875) Von Heiner Faulenbach 1. Leben Kohlbrügge wurde am 15. August 1803 in Amsterdam geboren. Da der…

Rudolf Bohren, Die Predigt des Apostels und unsere Predigt als Menschenwort und Gotteswort. Eine Bibelarbeit über 2. Kor. 4, 7-18 (1959): „Die Bibel leidet darunter, dass sie in aller Leute Mund ist und von Hinz und Kunz missbraucht werden kann. Sie leidet darunter, daß sie von so vielen schlechten Predigern Sonntag für Sonntag so übel traktiert, gefoltert und vergewaltigt wird. Es tut ihr weh, dass so viele Fromme sie nur dazu benützen, um ihr eigenes frommes Fett anzusetzen. — Vielleicht aber leidet sie am meisten darunter, dass sie es bei so manchem Pfarrer und Christen so entsetzlich langweilig hat, weil sie keine Resonanz bei ihnen findet.“

Die Predigt des Apostels und unsere Predigt als Menschenwort und Gotteswort. Eine Bibelarbeit über 2. Kor. 4, 7-18 Von Rudolf…

Albrecht Goes über Paul Gerhardt: „Er hat seine Zeit und alle Zeit als Gotteszeit verstanden, den dunklen wie den hellen Tag; die Anfechtung in Leibesnot und in Gewissensnot: die Nacht der Angst und die Nacht des Todes, und eine Stunde, da sich ausweglose Armut vor ihm aufzutun schien, war ihm gerade recht, um seinen Anti-Melancholikus anzustimmen: „Warum sollt ich mich denn grämen?““

Paul Gerhardt Von Albrecht Goes Paulus Gerhardt: so hat er sich ein Leben lang unter­schrieben. und in einer Stunde besonderer…