Einführung in das Apostolische Glaubensbekenntnis – Teil 5: „Ich glaube an Jesus Christus, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria“

Einführung in das Apostolische Glaubensbekenntnis Teil 5: „Ich glaube an Jesus Christus, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria“

Weihnachten gilt uns als anrührende Geburtsgeschichte Jesu im Stall von Bethlehem. Aber dass darin Gottes Sohn Mensch geworden ist – empfangen durch den Heiligen Geist und geboren von der Jungfrau Maria –, lässt sich mit der Vernunft nicht fassen. Der Schluss liegt nahe: Was sich nicht natürlicherweise erklären lässt, kann nicht geschehen sein.

Aber muss das zwangsläufig so sein? Schließlich bekennen wir im Glaubensbekenntnis Gott als den „Schöpfer des Himmels und der Erde“. Gott ist nicht mit einer selbstschaffenden Natur gleichzusetzen. Wenn wir allein die Natur und deren von uns festgestellten Gesetze gelten lassen, gehen wir mit unserem Leben natürlicherweise verloren. Eine sich weiterentwickelnde Natur schafft neues Leben, indem sie gelebtes Leben mit der Zeit verschlingt.

Gott wirkt und bewirkt, was die Natur uns nicht versprechen kann. „Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?“ (Genesis 18,14) lässt Gott Abraham wissen. Bei ihm geht in der Tat nicht alles mit natürlichen Dingen zu. Aber nur so haben wir die Hoffnung, die über unsere eigenen Lebensmöglichkeiten hinausgeht.

Im Glaubensbekenntnis sind neben Jesus nur zwei Menschen namentlich erwähnt. Maria, die Jesus zur Welt bringt, und Pontius Pilatus, der Jesus töten lässt. Es ist die Jungfrau Maria, nicht der gewalttätige Prokurator Pilatus, die in ihrer Empfänglichkeit zu Gott findet: „Siehe, ich bin des HERRN Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast.“ (Lukas 1,38) Schlussendlich entmächtigt Gottes Macht Männermacht.

Der Gottessohn „aus dem Vater geboren vor aller Zeit“ (Nizänum) hat unser Leben mit Fleisch und Blut angenommen und ist selbst Mensch geworden. So fängt das göttliche Heil in Jesus Christus für uns an. Als Geschöpfe – „Werk seiner Hände“ (Hiob 34,19) – können wir von uns aus keine lebendige Beziehung zu unserem Schöpfer gewinnen. Wo aber Gottes Sohn unser Leben angenommen hat – mit Fleisch und Blut, Haut und Haaren, Sünde und Tod –, werden wir Menschen gegenüber Gott gemeinschaftsfähig. Wen Jesus Christus annimmt, der geht bei Gott nicht verloren.

Mit der Geburt Jesu beginnt für uns die Heilwerdung, wie sie in Nizänischen Glaubensbekenntnis zur Sprache kommt: „Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.“ Annahme, Hingabe und Auferstehung – das ist der gottmenschliche Dreischritt unserer Erlösung.

Hier mein Text als pdf.

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