Jean Pauls Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei als grandioser Alptraum des Atheismus: „Die entfärbten Schatten zerflatterten, wie weißer Dunst, den der Frost gestaltet, im warmen Hauche zerrinnt; und alles wurde leer. Da kamen, schrecklich für das Herz, die gestorbenen Kinder, die im Gottesacker erwacht waren, in den Tempel und warfen sich vor die hohe Ge­stalt am Altare und sagten: ‚Jesus! haben wir keinen Vater?‘ – Und er antwortete mit strö­menden Tränen: ‚Wir sind alle Waisen, ich und ihr, wir sind ohne Vater.’“

Jean Pauls Roman „Siebenkäs“ (Berlin 1796) enthält unter der Abteilung „Erstes Blumenstück“ die berühmte „Rede des toten Christus vom Weltgebäude … Mehr

Rechenschaft über die Hoffnung statt Rechtfertigung Gottes. Über die Theodizee-Frage: „Theodizee-Versuche überzeugen nicht wirklich. Sie suchen sich den Gott zurechtzu­denken und diesen kategorisch aus dem Leidgeschehen zu entfernen. Um seiner ‚Idealität‘ willen hat der Gott vernünftigerweise ‚über den Dingen‘ zu stehen. Mit solch einer apathischen Gottesvor­stellung kann jedoch die biblische Gnadenformel ‚Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte‘ (Psalm 103,8) dem irdisch-menschlichen Geschehen nicht länger zugesprochen werden.“

Rechenschaft über die Hoffnung statt Rechtfertigung Gottes. Über die Theodizee-Frage Die Frage nach der Theodizee – die Rechtfertigung Gottes angesichts … Mehr

Doppelte Wahrheit und die Unterscheidung von Glaubens- und Vernunft­wahrheit: „Zur Wahrheitsbestimmung sind immer schon Geltungskontexte vorgegeben. Das heißt, es gibt keine referenzfreie, mithin abstrak­te Wahrheit. Wenn ein Sachverhalt als Aussage gefasst wird, braucht es einen bestimmten Kontext, um zu entscheiden, ob diese Aussage wahr oder falsch ist.“

Doppelte Wahrheit und die Unterscheidung von Glaubens- und Vernunft­wahrheit Das Stichwort „doppelte Wahrheit“ verweist auf einen universitären Konflikt im Hochmittel­alter. … Mehr

Jürgen Roloff über Leiden, Sterben und stellvertretender Tod Jesu: „Gott hat in freiem Entschluss den Zustand der Feindschaft zu den Menschen aufgehoben; deshalb kann nun durch Christi Boten an alle das Angebot ergehen: »Lasst euch versöhnen mit Gott!« Diese Versöhnung gilt ein für allemal; sie bedarf weder einer Erneuerung noch einer Ergänzung durch kultische Opfer. So ist der Karfreitag gleichsam der eschatologische Versöhnungstag.“

Was Jürgen Roloff in Reclams Bibellexikon geschrieben hatte, fasst zusammen, um was es für Christinnen an Karfreitag geht: Leiden, Sterben … Mehr