Vom Niederwerfen zum Anbeten. Wie Luther mit seiner Bibelübersetzung ein Missverständnis zum religiösen Gemeingut machte: „Im Zentrum steht das hebräische Verb hischtachawāh, das die griechische Septuaginta-Bibel mit proskynéō wiedergibt. Gemeint ist eine ehrerbietige Niederwerfung vor einem Höhergestellten als wortlose Ausdrucksgebärde. Luthers ‚Anbeten‘ folgt hingegen der Vulgata, die hier das Verb adorare (wörtlich ‚anreden‘) verwendet. Damit verschiebt sich die Bedeutung: ‚Anbeten‘ beziehungsweise adorare bezeichnet primär eine sprachlich artikulierte Beziehung zu Gott, in der Lob oder Bitte mit Worten zum Ausdruck gebracht werden.“

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Warum der Jüngling zu Nain entgegen der Luther-Bibel nicht in einem Sarg aus der Stadt herausgetragen worden ist: „Im Kontext der Geschichte kann kein steinerner sarkophágos ‚Fleischverzehrer‘ und auch kein geschlossener Holzsarg gemeint sein. Vielmehr handelt es sich um eine nach oben hin offene Bahre, auf der der in Tüchern eingehüllte Leichnam lag. Wäre mit Luther der Verstorbene tatsächlich in einem verschlossenen Sarg gelegen, hätte nicht erzählt werden können, dass dieser sich auf Jesu Wort hin aufgerichtet hatte. Von einer ‚Sargsprengung‘ ist nicht die Rede. Korrekterweise sprechen die Einheitsübersetzung und die Zürcher Bibel, wie schon die King James Version (bier), von einer Bahre.“

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Wenn 1.Korinther 15,27f im Schatten des Lateinischen ’subjektiv‘ bzw. ‚unterwürfig‘ übersetzt wird: „Ob ‚unterwerfen‘ für das Verhältnis von Jesus Christus als Sohn zu seinem Vater angebracht ist, muss hinterfragt werden. Bei Unterwerfen ist jedenfalls ein Zwangs- bzw. Gewaltverhältnis konnotiert.“

Wenn 1.Korinther 15,27f im Schatten des Lateinischen ’subjektiv‘ bzw. ‚unterwürfig‘ übersetzt wird Konkordant übersetzen ist für mich ein Gebot der … Mehr