Paul Ricœur, Das Recht zu strafen (Le droit de punir, 1958): „Wenn das Leiden Christi einen Sinn hat, dann doch den, alle Sühne zu erfüllen und abzuschaffen. Das Leiden Jesu Christi ist die einzige und die letzte Sühne, und wie immer man es versteht, ob man sagt, es sei, weil die Sühne wahr ist und dann ist sie erfüllt, oder ob man sagt, sie sei falsch und dass es gerade keine Sühne gibt, weil Christus nicht gesühnt hat, sondern sich selbst umsonst hingegeben hat, wie man die Frage auch entscheiden mag, indem man sagt, dass die Sühne tot ist, weil sie erfüllt ist oder weil sie überwunden ist – wenn das Leiden Jesu Christi einen Sinn hat, kann nichts und niemand etwas zur Sühne Christi hinzufügen. Der Tod Christi ist der Tod der Sühne.

Das Recht zu strafen (Le droit de punir, 1958) Von Paul Ricœur Der Ausgangspunkt meiner Überlegung ist der Versuch, das … Mehr

Gustav Heinemanns Brief an einen „Zuchthäusler“ von 1936: „Es gibt Ereignisse, die auch zwischen fremden Menschen alle Schranken mit einem Schlage niederbrechen. Dann stehen wir plötzlich nur noch als Brüder zueiander, weil wir in Gott einen und denselben Vater haben. Was Ihr Leben bisher erfüllt hat, ist nun zerbrochen. Ein gleiches Schicksal kann einen jeden von uns auf mancherlei Weise ereilen. Nur eines besteht. Das ist die Liebe Gottes des Vaters zu allen, die wir als seine Geschöpfe in dieser Welt leben. Nichts anderes kann ich für Sie erbitten, als dass Ihr Schicksal Ihnen zur Begegnung mit dem lebendigen, nicht von uns erdichteten Gott werde. Auch hinter Ihrer Bestrafung durch den Staat steht der Gott, der diese Bestrafung in seinen Plan mit Ihnen eingeordnet hat.“

Brief an einen „Zuchthäusler“ (1936) Von Gustav Heinemann Das Erstaunliche an Gustav W. Heinemanns Lebensweg ist dessen radikale Christwerdung. Seinem … Mehr