Ein Lehrer des Friedens. Der Theologe Heinz Eduard Tödt war in besonderer Weise Zeuge des 20. Jahrhunderts Von Wolfgang Huber … Mehr
Kategorie: Politische Ethik
Heinz Eduard Tödt über Menschenrechte (1983): „Ein anderes Interpretationsmodell achtet im theologischen Umgang mit der Menschenrechtsbewegung sowohl auf Differenzen wie auf Analogien zur christlichen Botschaft. Die Ambivalenzen in den Sachmomenten Freiheit, Gleichheit und Teilhabe, ihre Spannungen untereinander, fordern die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Deutung und der Verwirklichung, die sich nicht schon »evident« aus dem humanen Ethos heraus ergibt. Hier ist der Rückgriff auf Perspektiven und Intentionen des Glaubens, die Kriterien für solche Entscheidungen hergeben, nötig. So wird der Christ statt eines selbstbezogenen ein kommunikatives, auf den Dienst am anderen gerichtetes Freiheitsverständnis wählen und statt bloß formaler Gleichheitsforderungen eine solche, die gerade auf die Armen, Verfolgten, Gewaltlosen Rücksicht nimmt.“
Menschenrechte/Grundrechte Von Heinz Eduard Tödt 1. Wortbedeutung. »Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist … Mehr
Leonhard Ragaz in Sachen religiös-sozialistische Fremdenfeindlichkeit 1917: „Von allen Seiten brandet die Flut fremden Volkstums heran und überschwemmt fast unmerklich Stück für Stück unseres Landes. Im Osten sind es die Tiroler und Italiener, im Süden die Italiener allein, im Westen die Franzosen, im größten Teil der Schweiz aber und ein wenig überall die Deutschen. In unseren Städten bilden die Fremden da und dort zwei Fünftel bis fast die Hälfte der Einwohner. Diese Fremden haben wenig Lust, Schweizerbürger zu werden. So kommt man denn und rechnet uns kaltblütig vor, dass, wenn es so weitergeht, in fünfzig Jahren mehr Fremde in unserem Lande wohnen werden als Schweizerbürger. Während des Krieges sind ganze Heere von uns weggezogen zu den Fahnen der verschiedenen Völker. Das sind unerhörte Zustände. Kein Volk der Erde kennt etwas Ähnliches. Auf dieser Linie rückt uns das Finis Helvetiae zum Greifen nahe.“
Auch das kann zu einem (national-)religiösen Sozialismus gehören – Fremdenfeindlichkeit, so Leonhard Ragaz in seiner Programmschrift „Die neue Schweiz“ 1917: … Mehr
Peter Dabrock, Nachruf auf Hans Günter Ulrich: „Hans Günter Ulrich wollte immer wissen, wie andere denken. Auch und gerade die Jüngeren. Er wollte nicht nur selbst sagen, was Sache ist. Er wollte verstehen, was in anderen vorgeht, welche Fragen sie bewegen, wo ihre Denkwege verlaufen, wo es hakt, wo etwas drängt. Und weil er das wirklich wollte, konnte er zuhören wie nur wenige. Nicht taktisch. Nicht gönnerhaft. Nicht als pädagogische Geste. Sondern mit echter Aufmerksamkeit, nicht resonant, sondern responsiv.“
Nachruf auf Hans Günter Ulrich Von Peter Dabrock Liebe Karin,liebe Frau Ulrich,liebe Frau Ulrich-Riedhammer,liebe Familie Ulrich, liebe Trauergemeinde, es war … Mehr
Johannes Rehm, Mit Anstand wirtschaften (Katholikentag 2026, Würzburg): „‚Mit Anstand wirtschaften‘ setzt für mich als Christenmenschen voraus, dass ich Gott den Schöpfer als den Herrn meines Lebens verehre und seine Hausordnung respektiere in Dankbarkeit für die Gaben, die er mir für mein Wirtschaften zur Verfügung stellt. Die Mitmenschen, mit denen ich zusammenarbeite und für die ich wirtschafte, respektiere ich als Geschöpfe Gottes. Das drückt sich ganz konkret in einem versöhnlichen Umgang auch mit anstrengenden Zeitgenossen aus, insbesondere dann, wenn es schwierig wird.“
Mit Anstand wirtschaften Von Johannes Rehm Wirtschaften gehört zum menschlichen Leben dazu. Solange wir leben, solange wirtschaften wir. Die sogenannte … Mehr
Karl Barth über den Protestantismus der Gegenwart (1932): „Die heutige Jugend ist in religiöser Hinsicht so entschlossen und fröhlich heidnisch, aber auch so reif zur Erkenntnis Gottes in Christus, wie dies vermutlich von der Jugend, aber schließlich in anderer Form, auch vom Alter aller Zeiten zu sagen gewesen ist und zu sagen sein wird. – Man darf sie bitten, sich sowohl in ihrer ‚Heutigkeit‘ wie in ihrer ‚Jugendlichkeit‘ nicht allzu wichtig zu nehmen.“
Protestantismus der Gegenwart Von Michael M. Hoffmann (Fragen) und Karl Barth (Antworten) I. Fragen 1. Womit erklären Sie die ungeheure … Mehr
Hans Joachim Iwand, Kirche und Gesellschaft (1952): „Beide, Kirche und Gesellschaft, sind von Gott her aufeinander bezogen, sie stehen offen füreinander und müssen füreinander offenstehen, ‚bis dass Er kommt‘. Das ist die evangelische Regel für das Verhältnis der beiden Größen zueinander. Weder fällt die Kirche je zusammen mit Gottes Reich – das hieße, dass sie selbst aufhörte, offenzustehen für eine Reformation von draußen her. Noch fällt Gottes Reich je zusammen mit der Gesellschaft oder irgendeiner nur denkbaren Reform derselben. Sonst würde Gottes Reich greifbar werden mit ‚äußeren Gebärden‘, und an die Stelle des einen Jesus von Nazareth würden neue Christusgestalten und falsche Propheten treten, die die Massen verführen und in den Abgrund reißen.
Kirche und Gesellschaft Von Hans Joachim Iwand I. Das Thema: „Kirche und Gesellschaft“ ist seit hundert Jahren in der Theologie … Mehr
Heiner Bielefeldt über Religions- und Weltanschauungsfreiheit (2016): „Bezogen auf die Religions- oder Weltanschauungsfreiheit bedeutet dies, dass der Staat einen offenen Raum schaffen muss, in dem sich religiöse oder weltanschauliche Vielfalt frei, sicher und ohne Diskriminierung entfalten kann. Gerade für Länder, in denen bestimmte Religionen und staatliche Institutionen eng miteinander verflochten sind – insbesondere Länder mit einer offiziellen oder Staatsreligion – stellt dies eine besondere Herausforderung dar. Es scheint schwer vorstellbar, dass ein Konzept von Staatsreligion in der Praxis nicht nachteilige Auswirkungen auf religiöse Minderheiten hat.“
Religions- und Weltanschauungsfreiheit (2016) Von Heiner Bielefeldt, Erlangen Der menschenrechtliche Ansatz zum Umgang mit religiöser Vielfalt Die Gewährleistung des Rechts … Mehr
Thomas von Aquin über den gerechten Krieg in seiner Summa theologica: „Drittens wird gefordert, dass die Absicht der Kämpfenden richtig sei, dass sie nämlich entweder das Gute fördern oder das Böse meiden wollen. Daher sagt Augustinus: ‚Bei den wahren Verehrern Gottes sind auch jene Kriege friedlich, die nicht aus Begierde oder Grausamkeit, sondern aus Friedensstreben geführt werden, um die Bösen zu zähmen und die Guten zu fördern.‘ Es kann aber vorkommen, dass selbst wenn die rechtmäßige Autorität des Kriegsankündigers und eine gerechte Ursache vorliegen, der Krieg dennoch wegen schlechter Absicht unerlaubt wird. Denn Augustinus sagt: ‚Die Begierde zu schaden, die Grausamkeit zu rächen, der unversöhnliche und unversöhnbare Sinn, die Wildheit des Aufbegehrens, die Herrschsucht und Ähnliches – das sind die Dinge, die im Krieg mit Recht getadelt werden.'“
Über den Krieg (De bello) Von Thomas von Aquin Anschließend ist über den Krieg zu handeln. Im Zusammenhang damit werden … Mehr