Antwortbrief Karl Barths an Bela Vasady (1938) Basel, St. Albanring 186, 9. November 1938 Herrn Professor Vasady BélaDebrecenUngarn Lieber Herr … Mehr
Kategorie: Politische Ethik
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth beim Nationalen Gebetsfrühstück am 5. Februar 2026 als Zeugnis eines christlichen Nationalismus: „In dieser Evangeliumslesung hören wir Christus sagen: ‚Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach.‘ Christus wurde eindeutig nicht einfach gesandt, um ein Diplomat zu sein. Er war ein Störenfried. Seine Mission war es, Wahrheit von Lügen zu trennen – die Dinge der Welt von den Dingen Gottes, Licht von Finsternis, Gut von Böse. Und wie Christus, auf irdische Weise, sind unsere tapferen Krieger nicht berufen, der Welt nachzugeben. Sie müssen ihr entgegentreten. Wir wissen, dass wir einen physischen Kampf führen, aber letztendlich – verwurzelt, wie der Präsident sagte – kämpfen wir auf einem geistlichen Schlachtfeld. Wir sind nicht nur Krieger, bewaffnet mit dem Arsenal der Freiheit; wir sind letztendlich bewaffnet mit dem Arsenal des Glaubens – und das von Anfang an.“
Zum Nachlesen: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth beim Nationalen Gebetsfrühstück am 5. Februar 2026 in Washington [Musik und Gesang]„Er hält meine Hand.Er … Mehr
Béla Vasady im Brief an Karl Barth zur ‚Sudetenkrise‘ 1938: „Nach all dem, was geschehen ist, ist es unvermeidlich, dass man in Deutschland und wohl auch anderswo Ihre Zeilen mit dem Gefühl liest: siehe, Karl Barth, der Theologe, hat die Tschechen zum Kriege gehetzt in einer Sache, deren unblutige Erledigung den Politikern gelungen ist. Hitler und seine Regierung haben erklärt, dass sie keine Tschechen zu Deutschland zwingen wollen. Hitler hat nur die deutschbewohnten Gebiete beansprucht. Von einem Freiheitskampf der Tschechen gegen die Deutschen zu sprechen, entbehrt also jeder wahren Grundlage.“
Karl Barths Brief an Josef Hromádka vom September 1938 während der sogenannten Sudetenkrise enthielt die Worte „Jeder tschechische Soldat, der … Mehr
Bernhard Waldenfels über Andere, Andersheit und Anderssein: „Die Andersheit des Andere durchbricht erst dann den Kreislauf der Vermittlungen und Spiegelungen, wenn sie als Fremdheit, also als Unzugänglichkeit, Ferne, Abwesenheit sowie von einem Geschehen des Aufschubs und der Ungleichzeitigkeit her gedacht wird. Dies geschieht auf anfängliche Weise schon in Husserls Theorie der Fremderfahrung, auf radikalere Weise dann in der französischen Phänomenologie, bei Sartre, der vom uneinholbaren Blick des Anderen ausgeht, bei Merleau-Ponty, der den Anderen in zwischenleiblichen Verflechtungen wiederfindet, und vollends bei Levinas, der in seiner Ethik der »Spur des Andere« nachgeht und darauf beharrt, dass der Andere uns in Anspruch nimmt, bevor wir uns miteinander über etwas verständigen.“
Andere/Andersheit/Anderssein Von Bernhard Waldenfels 1. Sprachliche Varianten Im alltäglichen Sprachgebrauch hat ›ander‹ (ähnlich wie griech. heteros/thateros, lat. alius, franz. autre, … Mehr
Bernhard Waldenfels über ‚fremd‘ und ‚Fremdheit‘: „Die neuzeitliche Freisetzung des Ich als eines denkenden Wesens, das sich kritisch prüfend aus den natürlichen und sozialen Zusammenhängen heraushebt, entfacht einen Fremdheitsbrand, der über ethische und religiöse Grenzerfahrungen hinausführt und in den Kern von Ich und Welt vordringt. Eine Seele, die sich gemeinschaftlich im All spiegelt oder in Gott geborgen weiß, mag sich überall daheim fühlen. Ein Ich dagegen, das selbst ins Zentrum rückt, sieht sich mit konkurrierenden ‹Fremd-Ichen› konfrontiert, von denen es nicht bloß verschieden, sondern durch eine Kluft geschieden ist.“
Fremd/Fremdheit Von Bernhard Waldenfels 1. Zu den Begriffen Die Tatsache, dass sich hinter den dt. Ausdrücken ein besonders komplexer Bedeutungsgehalt … Mehr
Aus der Sitzung des Bayerischen Ministerrats vom 30. Januar 1946: Vorgänge in Erlangen im Zusammenhang mit einer Rede von Pastor Niemöller: „In einer alteingewurzelten Demokratie könne man die Sache auf die leichte Schulter nehmen. Wir könnten uns das aber nicht leisten. Es sei gegen Niemöller das Wort ‚Landesverräter‘ gefallen und der Rektor habe selbst gesagt, das Flugblatt stamme aus nationalsozialistischen und reaktionären Kreisen. Also seien solche Kreise innerhalb der Studentenschaft vorhanden. Diese müssten ausgemerzt werden, sonst gehe die Geschichte auf unseren Universitäten wieder an. Er schlage folgende Maßnahmen vor: I. Die Erlanger Studentenschaft ist auf ihre militaristische oder nationalsozialistische Gesinnung nochmals zu überprüfen. Ein Staatskommissar des Unterrichtsministeriums hat diese Überprüfung in die Wege zu leiten und zu überwachen. II. Dem Rektor der Universität Erlangen ist mitzuteilen, dass jeder Student, der bei militaristischen oder nationalsozialistischen Kundgebungen mitwirkt, rücksichtslos zu relegieren ist.“
Nachdem Martin Niemöllers Vortrag zur deutschen Schuld am 22. Januar 1946 in der Neustädter Kirche in Erlangen von Unmutsbekundungen begleitet … Mehr
Walter Lüthi, Der letzte Sieger. Predigt über Daniel 8 (1936): „Was dem Propheten an den beiden Tieren, die er in seiner Vision schaut, ganz besonders auffällt, das ist ihre Waffe, das Horn. Es ist unheimlich viel von Hörnern die Rede in diesem Kapitel. Das Horn ist Zeichen und Sinnbild der erdgebundenen Bockskraft. Die Völkerwelt aber steht heute, so weit unser Auge schaut, im Zeichen des Hornes. Was sich die Völker heute zeigen, das sind die Hörner. Horn steht gegen Horn, Waffe starrt gegen Waffe. Die Menschheit ist ein einziger Hörnerwald geworden, und jedermann zittert vor dem Moment, da die geringste Bewegung in diese Hörner fahren wird. Und doch legen die Völker ihre ganze Kraft und Aufmerksamkeit auf die Hörner.“
Der letzte Sieger. Predigt über Daniel 8 (1936) Von Walter Lüthi Der Eingang dieses Kapitels hat eine Jugenderinnerung wachgerufen, deren … Mehr
Der US-amerikanische Freiheitsriss an der Liberty Bell: „Auf der jüngsten Jahrestagung des Theologischen Arbeitskreises Prackenfels hat Hans G. Ulrich uns noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass der Riss – bevor er am Hals verlötet wurde – ausgerechnet durch die zweite Hälfte des Wortes ‚Liberty‘ geht. Damit lässt sich auch ein zweites Problem ansprechen: Das hebräische Wort דְּר֛וֹר steht für den sozialen Vorgang der Freilassung (Buber spricht von ‚Freilauf‘), nicht aber für einen selbstbewussten Zustand autogener Freiheit. Im Gefolge der King James Version haben sich die englischsprachigen Bibelübersetzungen auf „liberty“ festgelegt und damit einer eigentumsbezogenen Freiheitsideologie Vorschub geleistet.“
Als am 8. Juli 1776 in Philadelphia zum ersten Mal in der Öffentlichkeit die amerikanische Unabhängigkeitserklärung verlesen wurde, läutete die … Mehr
Hans Graf Lehndorff, Wohlstand und Trostlosigkeit. Rede auf dem Tag der Heimat 1962: „Ich vermag mir also nicht vorzustellen, wie ein Mensch seine Heimat abschreiben oder als Tauschobjekt hingeben kann. Und ich bin überzeugt, dass, wenn wir dieses täten, es nur als ein neues Zeichen politischer und menschlicher Unzuverlässigkeit des deutschen Volkes angesehen werden würde. Auf der anderen Seite aber will es mir nicht gefallen, wenn wir Heimatvertriebenen mit Ansprüchen und Forderungen auftreten. Wir Deutsche selbst haben dies Land aufs Spiel gesetzt, als wir uns von den Grundsätzen lossagten, nach denen wir erzogen waren, als wir uns einem Manne wie Hitler verschrieben. Es sind nun einmal im Namen Deutschlands Schatten auf die Welt gefallen, die wir nicht so ohne weiteres überspringen können.“
Wohlstand und Trostlosigkeit. Rede auf dem Tag der Heimat 1962 Die unbewältigte Gegenwart zeugt Angst vor der Zukunft Von Hans … Mehr