Nachwort zu Jean Paul, Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei Von Günther Bornkamm Nach dem … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Jean Pauls Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei als grandioser Alptraum des Atheismus: „Die entfärbten Schatten zerflatterten, wie weißer Dunst, den der Frost gestaltet, im warmen Hauche zerrinnt; und alles wurde leer. Da kamen, schrecklich für das Herz, die gestorbenen Kinder, die im Gottesacker erwacht waren, in den Tempel und warfen sich vor die hohe Gestalt am Altare und sagten: ‚Jesus! haben wir keinen Vater?‘ – Und er antwortete mit strömenden Tränen: ‚Wir sind alle Waisen, ich und ihr, wir sind ohne Vater.’“
Jean Pauls Roman „Siebenkäs“ (Berlin 1796) enthält unter der Abteilung „Erstes Blumenstück“ die berühmte „Rede des toten Christus vom Weltgebäude … Mehr
Jizchak Katzenelsons „Dos lied vunem ojsgehargetn jidischn volk“ von 1943/44 in der Nachdichtung von Wolf Biermann: „Zähl die Millionen Schädel, Finger zeigen auf mich. Gott, mir grinst Der Tod. Gesichter, Lippen, im Gebet erstarrt, im Schrei. Walpurgisnacht“
Wohl eines der beeindruckensten Lebenszeugnisse über die Massenvernichtung von Juden durch das deutsche NS-Regime ist das Jizchak Katzenelsons „Dos lied … Mehr
Josef Rast über Reinhold Schneider: „‚Der Zweifel ernährt den Glauben; der Glaube den Zweifel.‘ Schneider sagte aber auch, dass die Vernunft den Glauben keineswegs zerstöre. Viel ernster zu nehmen sei die Krankheit, der Schmerz, der ihn vernichte. Die Krankheit hatte er immer als Ansporn des Fragens nach dem Wesentlichen gewertet und als Anteil an Christi Leiden angenommen. Am Ende aber wurde auch sie zur Versuchung. Er geriet in eine verwirrende Auseinandersetzung mit Gott, als er seinen Zustand mit demjenigen der Zeit identifizierte.“
Reinhold Schneider Von Josef Rast Reinhold Schneider, geboren am 13, Mai 1903 in Baden-Baden. Realschule, Abitur 1921, landwirtschaftlicher Volontär, 1922-28 … Mehr
Joseph Wittig, Von der Mächtigkeit des Wortes: „Es kann in der vernünftigen Welt kaum ein Wort ohne bestimmte Absicht gesprochen werden; aber die Absicht darf es nicht beherrschen wollen.“
Von der Mächtigkeit des Wortes Von Joseph Wittig Ein Gelehrter beginnt seine Abhandlung über das Wort mit einer seltsamen Abwehrgeste. … Mehr
Joseph Wittigs Gruß an die Ostersonne: „Das warst du, Ostersonne! Mit dir, in deinem Licht, war der Herr des Lebens aus dem Grab emporgestiegen, und kein Toter war mehr im Grabe zu finden!“
Gruß an die Ostersonne Von Joseph Wittig Ostersonne, wer mag noch glauben, daß du das alltägliche Gestirn bist, das über … Mehr
Huub Oosterhuis’ Ode an die Bibel: „Worte, die nicht auf hohem Ross bewaffnet, sondern auf einem Eselfüllen sich mir nähern, bist du, Mädchen von Im Anfang.“
An die Bibel Wie ich dein Buch Auszug lese:mit Ägypten auf den Fersenrenn ich die Zeilen entlangum mein Leben. Wie … Mehr
Joseph Wittigs Erzählung „Der Fremde am Palmsonntag“: „Ein Bündel Sonnenstrahlen breitete sich über das schöne Greisenantlitz, das in diesem Licht zu lächeln schien. Da ich von dem Gerede der Leute wußte, war ich wie erlöst von diesem Lächeln und sagte unwillkürlich zu ihm: „Gelt, da freuen Sie sich auch!“ — „Ja“, antwortete er. „Freue dich, Tochter Zion! Siehe dein König kommt zu dir! — Vor jeder großen Leidenszeit schickt der Herrgott eine solche große Freude. Wer so lange gelebt hat wie ich, der muß das Leben kennen!“
Der Fremde am Palmsonntag Von Joseph Wittig Ein jedes Licht, ehe es verlischt, flammt noch einmal hell auf. So tat’s … Mehr
Irene Eber über das Passahfest 1942 in Sosnowiec (Ich bin allein und bang): „Dieses sederlose, doch rituell begangene Passahfest, als wir noch zusammen waren — Vaters letztes Passah auf dieser Erde, als er geduldig unsere Nahrung vor den Ratten beschützte, als Mutter wegen des verdorbenen Borschtsch weinte—, ist mir in zu schmerzlicher Erinnerung, als dass eine wirklich fröhliche Feier seitdem möglich gewesen wäre. Was uns zu dem machte, was wir waren — Juden mit einer gemeinsamen Tradition, einer Vergangenheit, die dem alten Mann genauso gehörte wie uns —, war im Begriff zu verschwinden, zur Erinnerung zu werden.“
Über das Passahfest 1942 in Sosnowiec Von Irene Eber Irene Eber, israelische Sinologin deutscher Herkunft (geboren 1929 in Halle/Saale, verstorben … Mehr