Max Josef Metzgers Adventsgedicht aus dem Gefängnis 1939: „Der weiß nicht vom Advent, / Der nie in düstrer Zelle saß im Abenddämmer. / Karg ist das Fenster. Schon am Tag / Strömt Licht nur wenig in den engen Raum.“

Da saß Max Josef Metzger nach Georg Elsers Bürgerbräukeller-Attentat auf Adolf Hitler vom 9. November bis 4. Dezember 1939 im Augsburger Gestapo-Gefängnis, wo er folgendes Gedicht schrieb:

Advent

Der weiß nicht vom Advent,
Der nie in düstrer Zelle saß im Abenddämmer.
Karg ist das Fenster. Schon am Tag
Strömt Licht nur wenig in den engen Raum.

Doch kommt der Abend,
Schleicht die Sonne früh von dannen,
Und Nacht wirft dumpfen Mantel um den Raum,
Nacht, schreckbar, undurchdringlich.

Bleibt’s immer Nacht?
Wird nie ein Sonnenstrahl mehr nah’n
Und neuen Tag zur Hochzeit führen? …

Ein schwaches Dämmerlicht
Huscht noch durch schmalen Spalt herein, ein Zeuge,
Daß nie die Sonne untergeht, daß bald
Sie leuchtend sich erhebt aufs neue.
Ja, daß das Licht, dem sie den Rücken kehrten,
Der Herr mit Macht und Herrlichkeit wird wiederkehren,
Sein Reich zu gründen ewig.

Ich glaub’ an den Advent.

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