Der erste Bürger unseres Staates. Nachruf auf Gustav Heinemann Von Horst Ehmke Er war ein Bürger und kein Freund des … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
Horst Weigelt über die Allgäuer katholische Erweckungsbewegung: „Die Allgäuer katholische Erweckungsbewegung hat also – so kann man zusammenfassend sagen – großen Einfluss auf mehrere deutsche Territorien und auch auf das russische Reich gehabt. Wahrscheinlich war ihre Bedeutung für diese Länder aufs Ganze gesehen sogar größer als für das Allgäuer Gebiet. Sie war eine innerkatholische Bewegung. Es ging ihr darum, die im Kultus erstarrte Frömmigkeit und intellektualisierte Glaubenslehre aufzubrechen. Unter starker Rezeption mystischen Gedankengutes und von Michael Sailers Theologia cordis beeinflusst drang sie auf ein unvermitteltes Gottes- bzw. Christusverhältnis sowie auf eine lebendige Frömmigkeit. Dadurch musste es zu Konflikten mit der römisch-katholischen Kirche als Heilsanstalt kommen.“
Die Allgäuer katholische Erweckungsbewegung Von Horst Weigelt Lit.: Aland, Berlin. – Ders., Der Inquisitionsprozeß gegen Anton Bach und seine Anhänger. … Mehr
Martin Niemöller, Der Weg ins Freie (1946): „Ich habe einmal eine Predigt vor langen, langen Jahren gehört. Die Predigt war nicht gut. Aber die Einleitung ist mir nie wieder aus dem Gedächtnis gekommen. Da stand der junge Hilfsprediger auf der Kanzel in Münster in Westfalen und sagte zu Anfang: »Mein Talar hat zweiundzwanzig Knöpfe. Ich habe sie eben in der Sakristei noch einmal gezählt. Wenn ich anfange, meinen Talar zuzuknöpfen, und ich knöpfe den zweiten Knopf ins erste Loch und alle anderen ganz gewissenhaft und schön weiter bis zum Knopf zweiundzwanzig, der kriegt dann kein Loch mehr. Dann hilft mir das ganze fleißige Knöpfen nichts. Ich muss alles wieder aufmachen und muss den richtigen Anfang machen.« Das ist unsere Situation heute, dass wir den richtigen Anfang finden, und dieser richtige Anfang liegt da, wo wir uns wieder rufen lassen zu persönlicher Verantwortung, dass der Mensch an unserer Seite wieder das Sprachrohr wird, durch das die Frage Gottes: »Adam, wo bist du?« an uns herangetragen wird. Sage keiner, das mögen die andern tun, sondern hier muss nun jeder sich entscheiden und entschließen.“
Der Weg ins Freie (1946) Von Martin Niemöller Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Thema, über das ich am … Mehr
Johannes Evangelista Goßner, Votum über das stille Gebet bei der Eröffnung der Sitzungen des Komitees der Preußischen Haupt-Bibelgesellschaft in Berlin (1834): „Eine Bibelgesellschaft, die nicht mit Gebet, mit lautem feierlichen Bekenntnis ihrer Abhängigkeit von Gott und Gottes Segen anfängt, die sich dessen schämt, die keinen Sinn, kein Herz, keine Freudigkeit dafür hat, ist mir nicht eine ecclesia sancta et devota, sondern eine synagoga profanorum et plebejorum, sine numine et sine lumine (ohne Licht und Leben) – ist mir eine Gesellschaft von Fackelträgern oder Laternenanzündern, die selbst blind sind oder sich die Augen geflissentlich verbinden, dass sie das Licht nicht sehen, das sie anderen vorhalten oder anzünden – ist mir eine Gesellschaft von Ölhändlern, die den Salat ohne Öl essen, Weinhändlern, die Wasser trinken, Fuhrleuten, die den Wagen nicht schmieren usw.“
Votum über das stille Gebet bei der Eröffnung der Sitzungen des Komitees der Preußischen Haupt-Bibelgesellschaft in Berlin (1834) Von Johannes … Mehr
Karl Barths Brief an Martin Niemöller (1946): „Es ist klar wie die liebe Sonne, dass Du ihnen – und nun eben wirklich nicht nur Hans Meiser, sondern auch Hans Asmussen und wohl auch noch manchem anderen ekklesiastischen Hans bis zutiefst in die BK hinein – unheimlich und unbequem bist und dass es irgend eine Ecke in ihrer Seele gibt, in welcher sie wohl wünschten, es stünde zu Dachau oder anderwärts ein wunderschönes Gedächtniskirchlein, zu welchem sie alle Jahre einmal wallfahren und wo sie dann – Heiliger Martin, bitt für uns arme Sünder! – etliche Horen zu Deinen Ehren singen könnten, statt dass Du in Deinem so bedauerlich ramponierten Auto noch immer im Lande herum fährst und taktlose Dinge sagst, die sie dann mitausbaden müssen. Vielleicht, lieber Martin, wären Du und ich auch so geworden, wenn uns der liebe Gott nicht in Gnaden davor bewahrt hätte, anders als »stellvertretend«, wie Du so schön heißest, auf dem kirchenregimentlichen Schachbrett zum Zug zu kommen. Wir wollen darüber nicht in Gram versinken, weil es wirklich mehr zum Humor als zur Tragik der Kirchengeschichte gehört, daß es so laufen muss.“
Karl Barth an Martin Niemöller (1946) Bonn, Schloß-Straße 14/1, Brit.Zone 29. Juni 1946 Lieber Martin Niemöller! Ich danke Dir, daß … Mehr
Stanley Hauerwas, Nachruf auf Robert Louis Wilken: „Robert war natürlich etwas schroff und konnte mit Dummheit überhaupt nichts anfangen. Wir lagen oft miteinander im Streit, aber es war die Art von Meinungsverschiedenheiten, die Lernen erst ermöglichte. Nirgendwo wird dies besser veranschaulicht als in Roberts Auseinandersetzungen mit Richard John Neuhaus und dessen Entscheidung, römisch-katholisch zu werden. Er hatte versucht, Neuhaus von seiner Entscheidung zur Konversion abzubringen. Robert sagte Richard, er müsse nicht konvertieren, denn im Haus unseres Vaters gebe es viele Wohnungen. Richard erwiderte, dass das zwar stimmen möge, aber dass einige der Wohnungen besser möbliert seien als andere. Das ist die Art von Beobachtung, die Robert gefiel und die er gern mit uns teilte. Wir werden ihn vermissen. Er ist jetzt im Haus unseres Vaters, und ich hoffe, es gibt gute Möbel dort.“
Nachruf auf Robert Louis Wilken (* 20. November 1936 – † 6. Juni 2026) Von Stanley Hauerwas Robert war gerade … Mehr
Nationalistischer Aufruf des Evangelischen Oberkirchenrates vom November 1918: „Am Totensonntag werden Ungezählte in bittrem Weh, dass ihre Toten nun umsonst gefallen sein könnten, sich in den Kirchen sammeln. Wir wollen ihnen den vollen Trost des ewigen Lebens bringen und ihnen den Glauben stärken, dass die heiligen Opfer mitwirken zur Auferstehung unseres Volkes. Wir gehen der sonst so lichten und nun so dunklen Advents- und Weihnachtszeit entgegen. Viele in unserm Volk werden in der großen Gefahr sein, alle Hoffnungen fürs Vaterland zu begraben. Hoffnungslosigkeit ist der Tod. Wir wollen den Trost ergreifen, dass der Herr, der durch Tod zum Leben gegangen ist, immer im Kommen ist. Sein Weg ist auch in dunklen Wassern dieser Zeit. Jede Epoche der Weltgeschichte soll auch eine Epoche in der Geschichte seines Reiches sein. Er lebt und herrscht, er wird siegen. Er lässt seine Sache nicht im Stich! Das Reich muss uns doch bleiben!“
Aufruf des Evangelischen Oberkirchenrates: „Wir haben den Weltkrieg verloren“ In Sachen „christlicher Nationalismus“ finden sich auch in der deutschen protestantischen … Mehr
Drei Schriften von Eitelhans Langenmantel über das Abendmahl des Herrn: „Zum fünften, wollen sie dir das nicht nachgeben, so lege ihnen das vor, dass Christus auch den Kelch genommen hat und gesprochen: Dieser Kelch ist ein neues Testament in meinem Blut. So wollen wir auch keine Auslegung darüber machen lassen. So frag man sie, worin denn das Blut sei, so der Kelch im Blut ist. Zum sechsten frag man sie, ob einer Christum empfangen könne, er glaube an ihn. So sprechen sie nein. So glaubt das Brot nicht, so kann es auch den Leib Christi nicht empfangen. Denn der Glaube kommt aus dem Gehör, so kann das Brot nicht hören, kann es nicht hören, so kann es auch nicht glauben. Deshalb kann es denn den Leib Christi nicht empfangen.“
Drei Schriften von Eitelhans Langenmantel über das Abendmahl des Herrn [gekürzt]. Eitelhans Langenmantel, aus dem bekannten Augsburger Patriziergeschlecht der Langenmantel, … Mehr
Johannes Evangelista Goßner über die eigene Christus-Bekehrung als Kaplan in Neuburg an der Kammel. Tagebuchaufzeichnungen vom November 1797: „Nach und nach fühlte ich den HErrn so in mir und ließ ihn machen und wirken in mir und hielt mich zurück. – Es kam mir immer dies in Sinn und Mund: zurück Teufel, stirb Adam in mir. Es lebe JEsus! Ja, fiat! Das geschah und war auch heut den ganzen Tag hindurch all mein Gebet, dass ich es immer wiederholte, pereat Adam, vivat Jesus! und dabei gab ich mich allezeit ihm so hin, und er wirkte in mir, stillte die Unruhe und Affekte, wenn sie aufsteigen wollten. Ich fühlte den HErrn noch nie so wie heut, nie so anhaltend, oft und lange, nur selten unterbrochen, und so lebhaft und freudig. – Der HErr sei gelobt und beweise seine Kraft immer mehr an mir armen Sündenklumpen.“
Über die eigene Christus-Bekehrung als Kaplan in Neuburg an der Kammel. Tagebuchaufzeichnungen vom November 1797 Von Johannes Evangelista Goßner Den … Mehr