Dekan Reinhold Hopf über Hans Jakob Wehe († 5. April 1525), erster [lutherischer?] Pfarrer in Leipheim (1896): „Das Pförtlein in der Stadtmauer am Pfarrhause, durch das Wehe entfloh, ist heute noch vorhanden. Es führt hinaus an die Bergabhänge, welche am südlichen Donauufer sich hinziehen. In ihnen finden sich schluchtenartige Einschnitte und, wenn sie damals so reich mit Niederholz bewachsen waren wie noch vor einigen Jahren, hatte Wehe gar nicht nötig, sich eine Höhle zu graben. Das Terrain bot wenigstens für kurze Zeit von Natur schon Schlupfwinkel genug.“

Hans Jakob Wehe, erster lutherischer Pfarrer in Leipheim. Von Dekan Reinhold Hopf in Leipheim. Was uns von Hans Jakob Wehe … Mehr

Kanzelwort des bayerischen Landesbischofs Hans Meiser vom Mai 1945: „Soll es je wieder besser werden mit unserem Volk, dann nur, wenn es aller Selbstüberhebung und allem Lügenstolz, allen Ungeistern und Abgöttern den Abschied gibt und sich zu dem Herrn, seinem Gott zurückfindet. Darum rufen wir unserem Volk und unseren Gemeinden zu: kehret heim zu Gott! Lernt wieder nach seinem Willen fragen und euch seinen Ordnun­gen beugen! Hört nicht länger auf die Sirenenstimmen falscher Propheten, holt euch Rat und Weisung allein bei dem Herrn!“

Nur 15 Tage nach der bedingungslosen Kapitulation und dem damit verbundenen Ende der NS-Herrschaft in Deutschland hatte der damalige bayerische … Mehr

Primo Levi über die Bedeutung der Häftlingsnummern in Auschwitz (Se questo è un uomo/Ist das ein Mensch, 1947): „Es dauerte Wochen und Monate, bis wir den Klang der Nummer auf Deutsch gelernt hatten. Und viele Tage lang, wenn die Gewohnheit der freien Tage mich veranlasst, nach der Uhrzeit auf meiner Armbanduhr zu schauen, erscheint mir mein neuer Name ironisch, die Nummer in bläulichen Flecken unter meiner Epidermis versteppt.“

Über die Bedeutung der Häftlingsnummern in Auschwitz Von Primo Levi Häftling: Ich habe gelernt, dass ich ein Häftling bin. Mein … Mehr

Hans Asmussens Vortrag zur Barmer Theologischen Erklärung auf der Bekenntnissynode vom 29. bis 31. Mai 1934: „Wenn wir im Laufe des letzten Jahres und jetzt erneut immer wieder zum Ausdruck gebracht haben, dass die Verkündigung der Kirche nicht der menschlichen Selbstherrlichkeit zum Dienst bereitgestellt werden dürfte und nicht menschlich gewählten Wünschen, Zwecken und Plänen unterstellt werden kann, so sagen wir nicht, dass die­se Wünsche, Zwecke und Pläne nicht innerhalb der menschlichen Einsicht und des menschlichen Vermögens gut und wünschenswert seien; aber wir sind dessen eingedenk, dass dieses Urteil, sie seien gut und wünschenswert, menschliches Urteil ist.“

Für die Bedeutung der Barmer Theologische Erklärung für die Gegenwart ist zu beachten, dass auf der Barmer Bekenntnissynode vom 29.-31. … Mehr

Was ist Kirchengeschichte? „Ich plädiere dafür, auf eine Gegenstandsbestimmung der ‚Kirchengeschichte‘ zu verzichten und stattdessen von Kirchengeschichten zu sprechen. Diese Kirchengeschichten werden für das Leben der Kirche, für die kirchliche Praxis der Gegenwart geschrieben. Eine Kirchengeschichte wird als (pragmatische) Humangeschichte (historia humana) und nicht als göttliche Geschichte (historia divina) bzw. heilige Geschichte (historia sacra) erzählt. Göttliche Handlungen werden also nicht aufgenommen, eine Kirchengeschichte ist keine profetisch-anamnetische Gottesrede/Gottesgeschichte.“

Was ist Kirchengeschichte? Von Jochen Teuffel 1. Definitionsversuche Was ist Kirchengeschichte? Diese Frage lässt sich stellen. Ich möchte jedoch keine … Mehr

Ulmer Erklärung vom 22. April 1934: „Das Bekenntnis ist in der Deutschen Evange­lischen Kirche in Gefahr! Das geistliche Amt wird seines Ansehens durch die Deutschen Christen und ihre Duldung durch die oberste Kirchenbehörde beraubt. Das Handeln der Reichskirchenregierung hat seit langer Zeit keine Rechtsgrundlage mehr. Es geschieht Gewalt und Unrecht, gegen welche alle wahren Christen beten und das Wort bezeugen müssen. Als eine Gemeinschaft entschlossener, dem Herrn Christus gehorsamer Kämpfer bitten wir Gott, den Allmächtigen, er möge allen Christen die Augen auftun, dass sie die Gefahr sehen, welche unserer teuren Kirche droht.“

Vor 90 Jahren fand am 22. April 1934 in Ulm ein evangelischer Bekenntnistag im Ulmer Münster statt, der als die … Mehr

Paul Schempps Brief an Landesbischof Theophil Wurm vom 8. September 1936: „Mir ist das Maul leicht zu stopfen, denn ich hab noch nie gerne mit hohen Herren zu tun gehabt und wollte am liebsten über meine Gemeinde hinaus keinen Schritt mehr tun und kein Wort mehr sagen oder schreiben, aber wo soll ich mit meinem Gewissen bleiben, wenn wir blindlings in den Ab­grund rennen, und ich hätte geschwiegen. Wenn Sie sich nun über mich empören und ärgern, dann wollen Sie bitte auch denken, dass Sie mir wohl schon einige hundert Male Anlass zu gleicher Empörung und gleichem Ärger und oft auch schon Ursache zu schlaflosen Nächten ge­geben haben. Gott wird uns richten.“

Die Kirchlich-theologische Sozietät um Hermann Diem, Heinrich Fausel und Paul Schempp in Württemberg hielt sich während während der NS-Diktatur an … Mehr

Bußruf der Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche der APU an die Gemeinden zum Buß- und Bettag 1943: „Wehe uns und unserem Volk, wenn das von Gott gegebene Leben für gering geachtet und der Mensch, nach dem Ebenbilde Gottes erschaffen, nur nach seinem Nutzen bewertet wird; wenn es für berechtigt gilt, Menschen zu töten, weil sie für lebensunwert gelten oder einer anderen Rasse angehören, wenn Hass und Unbarmherzigkeit sich breit machen. Denn Gott spricht: ‚Du sollst nicht töten.’“

Bußruf der Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union an die Gemeinden zum Buß- und Bettag 1943 Durch unser Volk … Mehr

Hannah Arendt über Papst Johannes XXIII. (Angelo Giuseppe Roncalli. Ein Christ auf dem Stuhl des Heiligen Petrus): „Sein Glaube war: ‚Dein Wille geschehe‘, und es ist wahr, auch wenn er es selbst sagte, dass er ‚ganz und gar evangelisch‘ war, wahr auch, dass er ‚allgemeine Achtung verlangte und erlangte und viele erbaute‘. Es ist derselbe Glaube, der ihn zu seinen größten Worten inspirierte, als er im Sterben lag: ‚Jeder Tag ist ein guter Tag, um geboren zu werden, jeder Tag ist ein guter Tag, um zu sterben.’“

Angelo Giuseppe Roncalli. Ein Christ auf dem Stuhl des Heiligen Petrus von 1958 bis 1963 Von Hannah Arendt Journal of … Mehr