Otto Mörikes „Nein“ zur Politik Hitlers bei der Wahl 1938: „Den Kampf gegen die Kirche und den christlichen Glauben, sowie die Auflö­sung von Recht und Sittlichkeit halte ich für ein Beginnen, das den Fluch Gottes und damit das Verderben unseres Landes nach sich ziehen muss. Im Kampf um und gegen das Recht und den Glauben unsrer Väter wird sich das Schicksal unseres Volkes entscheiden. Da ich aber in diesem Kampf niemals mit der derzeitigen unseligen Haltung von Partei und Staat einig gehen kann, kann ich auf die 2. Wahlfrage nur mit einem schmerzlichen, aber entschiedenen Nein antworten.“

Otto Mörike war es, der meine Großmutter Hilde, geborene Stübel, mit meinem Großvater Lothar Teuffel in Schramberg bekannt gemacht hatte. … Mehr

Hanns Liljes gotterbärmliche Kriegstheologie in „Der Krieg als geistige Leistung“ (1941): „Schöpferisch ist der Krieg nur in dem Sinn, dass er Teil aus Gottes Wirken ist, und Gottes Wirken kann darin bestehen, dass er dem Neuen Raum schafft, indem er Altes der Zer­störung anheimfallen läßt. Der Krieg kann also seinen Sinn nicht in den zerstörenden Wirkungen haben, die er notwendiger­weise auslöst, sondern er wird aus den großen Zusammenhängen des Geschichtslaufs je und je notwendig, um einer neuen geschichtlichen Ordnung Raum zu schaffen. Darin, dass der Krieg dem Werden einer neuen geschichtlichen Ordnung dient, be­steht seine Würde.“

In seinen Lebenserinnerungen aus dem Jahr 1983 schrieb der fränkische Pfarrer Walter Höchstädt (1907-1994) über seine Zeit als Wehrmachtspfarrer in … Mehr

Klaus Bonhoeffers Abschiedsbrief an seine Kinder (Ostern 1945): „Die Tulpe blüht schön aber duftet nicht und die Rose hat ihre Dornen. Ein offenes Auge aber erfreut sich auch am unscheinbaren Grün. So entdeckt man bei den Menschen meist verborgene erfreuliche Seiten, wenn man sich erst einmal in sie hineinversetzt. Wer nur mit sich beschäftigt ist, hat dafür keinen Sinn.“

Um dieselbe Zeit wie sein jüngerer Bruder Dietrich und zwei Schwäger erlitt auch Dr. Klaus Bonhoeffer, Rechtsanwalt in Berlin, ein … Mehr

Deutschgläubige Travestie des Glaubensbekenntnisses im Nationalsozialismus (1935): „Ich glaube an die Offenbarung der göttlichen Schöpferkraft im reinen Blute, in Krieg und Frieden vergossen von den Söhnen der Gemeinschaft des deutschen Volkes, begraben in der dadurch heiligen Erde, wiedererstanden und lebendig in allen, für die es zum Opfer gebracht wird.“

Am Sonntag, den 29. September 1935, wurde vormittags 10 Uhr auf das Erntedankfest hin eine Morgenfeier aus Leipzig über die … Mehr

Thomas Wolfes über den württembergischen Pfarrer Paul Veil (1897-1945): „Ähnlich wie Julius von Jan verurteilte auch Veil eine Woche nach der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 in seiner Predigt vom Bußtag, dem 16. November, die antisemitischen Ausschreitungen. Die Predigt stand unter dem von der Hannoverschen Landeskirche vorgegebenen Text Jer. 22, 29 »O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!«. Veil verurteilte darin die Gewalttaten gegen die Juden und die Verfolgung und Verhaftung von Pfarrern der Bekennenden Kirche in Deutschland. Er bezog deutlich Stellung gegen die Unterdrückung der Wahrheit und gegen die Irrlehre der Nationalsozialisten.“

Paul Veil Von Thomas Wolfes VEIL, Paul Gotthilf, evangelischer Pfarrer, * 26. November 1899 in Mercara in Ostindien,† 9. April … Mehr

Hermann Diem, Restauration oder Neuanfang in der Evangelischen Kirche? (1946): „Nur in der Einzelgemeinde kann der Anspruch des Evangeliums an alle Welt verantwortlich geltend gemacht werden, nur hier kann dem einzelnen Sünder konkret und persönlich die Vergebung seiner Sünden verkündigt und nur hier kann er für die Missachtung des Evangeliums verantwortlich gemacht werden. Nur hier kann sich das Geschehen der Verkündigung konkret ereig­nen und die Wahrheit und Kraft des Evangeliums sich bewähren.“

Nach dem Zweiten Weltkrieg veröffentlichte Hermann Diem, Pfarrer in Ebersbach/Fils, 1946 die Schrift „Restauration oder Neuanfang in der Evangelischen Kirche?“, … Mehr

John Henry Newman, Die Idee der Universität (The Idea of a University 1852/59): „Die Universität ist eine Stätte, an der Menschen aus der Welt für die Welt befähigt und ausgerüstet werden. Wir können die Menschen, wenn ihre Zeit kommt, unmöglich daran hindern, in die Welt hinauszugehen und Anschauungen oder Lebensgewohnheiten kennen zu lernen, die von den ihrigen weit verschieden sind; aber wir können ihnen im Voraus das nötige Rüstzeug mitgeben, um den unvermeidbaren Konfrontationen standzuhalten. Man kann nicht im unruhigen Wasser schwimmen lernen, wenn man sich nie hineinwagt.“

Die Idee der Universität (The Idea of a University) I. In neun Vorträgen, gehalten für die Katholiken von Dublin II. … Mehr

Arnold Angenendt, Reine Hände und Zölibat im Mittelalter: „Das mittelalterliche Motiv für den Zölibat, für das enthalt­same Leben bei allen direkt an der Bereitung der Eucharistie Beteiligten, kann, weil nicht neutestamentlich, nur religionsgeschichtlich sein: Es war das Prinzip der rituellen Reinheit. Für das mittelalter­liche Ringen des Christentums mit allgemein-religiösen Vorstellungen weist dieses Kapitel eindeutig den Sieg der letzteren aus.“

Reine Hände und Zölibat im Mittelalter Von Arnold Angenendt In einem speziellen Punkt ist das Konzept der reinen Werkzeuglichkeit wenig­stens … Mehr