Karl Barths „Erklärung über das rechte Verständnis der re­formatori­schen Bekenntnisse“ vom Januar 1934: „… ist ein die Evangelische Kirche seit Jahr­hunderten verwüstender Irrtum reif und sichtbar geworden. Er besteht in der Mei­nung, dass neben Gottes Offenbarung, Gottes Gnade und Gottes Ehre auch eine berechtigte Eigenmäch­tigkeit des Menschen über die Botschaft und die Gestalt der Kirche, das heißt über den zeitli­chen Weg zum ewigen Heil, zu bestimmen habe.“

Zwischen „Theologische Existenz heute!“ vom Juni 1933 und der „Barmer Theologischen Erklärung“ vom Mai 1934 hat Karl Barth zum Jahreswechsel … Mehr

Karl Barth, Vom rechten Bibellesen (1917): „Die Bibel ein Ganzes. Alles hat einen Sinn, aber eben keine Einzelheiten. Sprüche. Lehren. Geschichten. Christus. Der Inhalt eine Geschichte – Gottes mit den Menschen. Wie er Glauben sucht und seine Gerechtigkeit aufrichtet. Wozu die Bibel lesen? Um in diese Geschichte Gottes hineinzuwachsen. Wollen wir das? Wirklich?“

In seiner Safenwiler Zeit hatte Karl Barth wiederholt Vorträge für die örtliche Gruppierung des Blauen Kreuzes gehalten. Am 5. August … Mehr

Karl Barths Brief an seine Großnichte Christine in Sachen Schöpfung und Evolution (1965): „Hat euch im Seminar niemand darüber aufgeklärt, dass man die biblische Schöpfungsge­schichte und eine naturwissenschaftliche Theorie wie die Abstammungslehre so wenig mitein­ander vergleichen kann wie, sagen wir: eine Orgel mit einem Staubsauger! — dass also von «Einklang» ebensowenig die Rede sein kann wie von Widerspruch? Die Schöpfungsgeschichte ist ein Zeugnis vom Anfang, vom Werden aller von Gott verschie­denen Wirklichkeit im Licht des späteren Handelns und Redens Gottes mit dem Volk Israel — natürlich in Form einer Sage und Dichtung. Die Abstammungslehre ist ein Versuch der Er­klärung jener Wirklichkeit in ihrem inneren Zusammenhang — natürlich in Form einer wis­senschaftlichen Hypothese.“

Wer zu unterscheiden weiß, kann einen vermeintlichen Widerspruch im Raum stehen lassen. Das zeigt Karl Barths Brief an seine Großnichte … Mehr

Hans Joachim Iwand im Brief an Karl Barth (1959): „Ich schäme mich, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Aber mir ging es nicht gut, im Frühjahr gar nicht gut, und ich fürchtete schon, dass ich aus dem Geschirr genommen werden müsste. Denn alle meine Gedanken liefen mir weg, und sie wa­ren wie wilde Pferde, die ich nicht mehr an der Leine hatte. Ein bißchen davon erlebt man ja in allen Zweifeln und in den An­fechtungen, aber meist fängt man sich dann doch wieder ein. Aber im Frühjahr sah es nicht gut aus – mein Kopf war wie ein leeres Vogelbauer, in dem sich allerlei Getier einnistete. Das wurde dann aber doch besser, und seit meinem Schwedenur­laub mit Baden und viel Luft und Wald geht es mir wieder gut. Es ist auch das für mein Alter angemessene Maß von Lebenslust wieder da. Manchmal wünschte ich sogar, noch einmal jung zu sein, wenn ich sehe, in wie fa­der, fauler Luft wir hier leben und unser rein aus Gnade geschenktes, neu geschenktes Leben ver­fallen lassen. Das Leben ist eben doch der Güter höchstes nicht. Dass es mir damals nicht gut ging, kann seinen Grund darin gehabt haben, dass ich ein sehr starkes Mittel gegen hohen Blut­druck bekam – es muß nicht unbedingt den Anfang von Irresein bedeuten! Das ist noch beruhigend.“

Der Brief an Karl Barth vom 31.12.1959 gibt das Stimmungsbild von Hans Joachim Iwand wenige Monate vor seinem Tod wieder: … Mehr

Hans Joachim Iwand im Brief an Karl Barth über den Tod seiner Frau Ilse (1951): „Als Ilse starb, saßen Anemone, meine älteste Tochter und ich am Tisch, der Atem wurde leicht wie Flocken, die zergehen, dann ging Ilse still und sanft hin­aus und was eben noch letzte Ahnung ihrer Erscheinung unter uns war, lag da, wie ein Gewand, das sie abgeworfen hatte. Wir lasen noch 1. Korinther 15 an ihrem Bett und gingen dann heim, der letzte, schwerste Dienst in diesem schön­sten Abschnitt meines Lebens war getan. Nun ist sie eingestiegen – und ich bin am Ufer zurückgeblieben, wie ein armer Bettler, der nicht mitgenommen wurde auf die große Fahrt.“

Brief an Karl Barth nach dem Tod seiner Frau Ilse Als seine Frau Ilse (geb. Ehrhardt, 1901-1950) kurz vor Weihnachten … Mehr