Hans Joachim Iwand, Predigt über Johannes 13,1-15 an Gründonnerstag (1950): „Gerade darum ist uns Jesus immer wieder so fremd und zwar dieser Jesus, der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen, und der doch ein Herr ist. Wenn wir ihn lieb gewonnen haben, wenn er uns Eindruck gemacht hat mit seinen Worten und Taten, wollen wir ihm dienen. Er soll uns unter keinen Umständen die Füße waschen – das wäre ja die Umkehrung aller Ordnung –, denn damit würde das unterste zuoberst gekehrt, die Herren würden Diener sein und die Knechte Herren. Ganz unten, wo niemand stehen will, würde der Herr aller Herren stehen, und ganz oben, wo niemand hinzukommen glaubte, da würden die Jünger und die Knechte stehen. Gott so tief unten, dass keiner von uns da sein möchte, wo er ist, und der Mensch so hoch oben, dass keiner sich getraut, das auch nur zu denken. Aber gerade das ist es, was Jesus Liebe nennt.“

Eine eindrückliche Predigt über Johannes 13,1-15 hatte Hans Jochim Iwand am 6. April 1950 im „Haus der helfenden Hände“ in … Mehr

Hans Joachim Iwand in seiner Palmsonntagspredigt zu Matthäus 21,1-9 von 1945: „Es gehört zum Glauben dazu, in Jesus den König zu erkennen und anzuerkennen. Wir Menschen neigen alle dazu, uns dem zu beugen, der seine Macht und Autorität durch äußere Kennzeichen erweist. Wir neigen alle dazu, uns eher den Tyrannen zu beugen, als dem, der um unseren freien Gehorsam wirbt, wir neigen alle dazu, mehr auf Drohungen zu hören oder auf Versprechungen, und wir verstehen unter Herrschaft nur allzu leicht Gewalt und Macht. So ist es ja auch in der Welt und darum geht die Welt zugrunde.“

Da war Dortmunds Innenstadt nach den Bombenangriffen am 12. März 1945 völlig zerstört, so dass Iwand diese Predigt wohl am … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigt über Römer 1,16-17 zum Reformationstag 1944: „Da sind die zerquälten Gesichter der Frauen, da ist die gebrochene Hoffnung des Alters — und dazu das Evangelium! Müssten wir nicht eigentlich alle verstummen, was bedeutet es gegenüber dem erbarmungslosen Lied des Krieges, wenn hier und da noch gepredigt wird? Hat nicht Gott verloren und der Teufel gewonnen?“

Wie kann man nur in der bombenzerstörten Stadt Dortmund zum Reformationstag am 31. Oktober 1944 von der Gerechtigkeit Gottes als … Mehr

Hans Joachim Iwand über Holls „Gewissensreligion“ als protestantische Selbstrechtfertigungslehre: „Der Mensch, der dabei herauskommt, ist dann nichts anderes als der verinnerlichte, der radikalisierte, verabsolutierte Gesetzesmensch. Es ist der durch sein inneres Sollen geprägte Gesetzesmensch, der permanent aber hinzufügt, er könne dieses Sollen nicht erfüllen — und deshalb brauche er Christus.“

Über Karl Holls  „Gewissensreligion“ Von Hans Joachim Iwand Eine treffende Analyse der protestantischen Selbstrechtfertigungs­lehre bietet Hans Joachim Iwand in seiner … Mehr

Hans Joachim Iwand, Theologische Einführung in Martin Luthers Schrift De servo arbitrio (Dass der freie Wille nichts sei), geschrieben im Gestapo-Gefängnis „Steinwache“ in Dortmund (1938): „Wer diese Schrift nicht aus der Hand legt mit der Erkenntnis, dass die evangelische Theologie mit dieser Lehre vom unfreien Willen steht und fällt, der hat sie umsonst gelesen. Das ist das Harte und Fordernde an diesem Buch, sein unüberhörbares, unausweichliches Nein gegenüber allen, die der Lehre von der Freiheit des Willens, aus welchen guten und einsichtigen Gründen auch immer, einen positiven Sinn abgewinnen möchten. Und wenn wir dem Leser einen Rat mitgeben dürfen für den atemraubenden Weg, den er an Luthers Hand durch alle Höhen und Tiefen der Gottes- und Menschenerkenntnis geführt werden wird, dann ist es der, sich nicht auf die vielen Umdeutungen und Abschwächungen einzulassen, die die Ausleger späterer Zeiten zur Abmilderung der Härten und zum Ausgleich der Paradoxien anbieten.“

Luthers De servo arbitrio von 1525 in Auseinandersetzung mit Erasmus von Rotterdam geschrieben ist bekanntlich die Schrift, an der sich … Mehr

Hans Joachim Iwands Brief an seinen theologischen Lehrer Rudolf Hermann vom 17. August 1943 und der Erfahrungsbezug seiner Theologie: „Mit einer fast grimmigen Genugtuung erlebt man den Untergang der industriellen Welt an sich selbst. Es ist eine unheimliche Predigt, wenn sich die Hand des Todes gerade auf die «große Stadt», die glaubte, am meisten gegen ihn gefeit zu sein, herabsenkt und dort die Menschen wieder einmal vor die letzten, ursprünglichen Fragen stellt. Wir haben mit den Gottesdiensten nicht ausgesetzt, freilich in sehr zerstörter Kirche, aber meine Kirche ist nun die einzige, die in der Innenstadt noch steht, und die Fenster sind jetzt wieder so weit, dass nicht mehr aller Lärm und Schmutz von draußen hereinkommt.“

Hans Joachim Iwands Brief an seinen theologischen Lehrer Rudolf Hermann vom 17. August 1943 aus seiner Zeit als Pfarrer an … Mehr

Hans Joachim Iwands Kritik des Protestantismus in seiner Bonner Vorlesung zu Luthers Theologie: „Wenn das Gewissen aufbrechen will, wenn das Schuldbewusstsein sich meldet, dann stellt sich eine Chri­stuspredigt ein, die sofort dieses Gewissen wieder einschläfert. Dar­um ist auch die Kirche für viele Menschen unersetzlich. Von da aus wird auch verständlich, warum heute unser deutsches Volk die Kirche so braucht und warum wir uns dazu gebrauchen lassen.“

Kritik des Protestantismus Von Hans Joachim Iwand Das anspruchsvollste Buch zu Luthers Theologie dürfte wohl noch immer Hans Joachim Iwands … Mehr