Dietrich Bonhoeffer über das Richten in seiner ‚Ethik‘: „’Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet‘ ist der Stoß ins Herz des um Gut und Böse wissenden Menschen. Es ist das Wort des aus der Einheit mit Gott Sprechenden, der nicht kam um zu richten, sondern um zu retten. Für den Menschen in der Entzweiung besteht das Gute im Urteilen, dessen letzter Maßstab der Mensch selbst ist. Um Gut und Böse wissend ist der Mensch wesentlich Richter. Als Richter ist er gottgleich, mit dem Unterschied, dass jedes Urteil das er richtend fällt, ihn selbst trifft.“

Über das Richten (Ethik) Von Dietrich Bonhoeffer „Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet“ (Mt 7,1). Das ist nicht … Mehr

Martin Luther über das Richten in seiner Predigt zu Lukas 6,36-42 von 1529: „Je frömmer und weiser einer ist, je mehr richtet er und hat kein barmher­zig Herz gegen die Sünde, alle misst er nach seiner eigenen Regel. Wenn man einen anders leben sieht als man selber lebt oder in Sünde fallen sieht, so lacht man und hat seine Freude dran. Also hat kein Herz Barmherzigkeit, wenn nicht der Glaube an Jesus Christus in ihm ist.“

Predigt über Lukas 6,36-42 „Richtet nicht!“ (1529) Von Martin Luther Vergeben, nicht richten, nicht verdammen sind die inneren, Geben die … Mehr

Helmut Gollwitzers Predigt über Lukas 9,57-62 von 1939: „Wo ein Mensch pflügt, da muß er voraus aufs Ziel sehen, auf das Ende des Ackers, und wenn er sich umwendet und zurückwinkt und an einen denkt, der hinter ihm am Ende des Ackers steht, dann wird die Furche krumm, und der Pflug gräbt nicht tief genug. Ihr, sagt Jesus, seid Pflüger im Reich Gottes, Eure Furche muss gerade und tief werden, die ihr aufpflügt in dem Volk, das euch hört. Darum, eben darum darf kein Mensch, dem die Verkündigung Christi aufgetragen ist, darf also kein Christ nach links oder nach rechts sehen oder sich umwenden. Darum ist das Volk, das wir pflügen sollen, nicht Maßstab. Grenze und Ziel, sondern Raum, darin die große Ackerarbeit des Evangeliums geschieht. Einfältige Herzen braucht es, deren Augen einfältig auf das Ziel gerichtet sind.“

Nachdem Martin Niemöller am 1. Juli 1937 verhaftet worden war, übernahm Helmut Gollwitzer dessen Predigtdienst in Berlin-Dahlem. Von ihm stammt … Mehr

Hans Joachim Iwand über Gerechtigkeit (1954): „Got­tes Gerechtigkeit bleibt immer Gabe, unsere Gerechtigkeit ist immer Aufgabe. In Gottes Gerechtigkeit sind wir aufgerufen, ihn ganz allein Herr und Erlöser sein zu lassen, in unserer Gerechtigkeit sind wir gefordert, in der Tat und in der Wahrheit zu bezeugen, dass es Gerechtigkeit gibt. Wir werden also sagen müssen, unsere Gerechtigkeit wird nur inso­fern rechtsschöpferisch und Unrecht verhütend sein, als wir uns immer bewusst sind, dass wir als die be­schenkten und begnadeten Sünder, als die Gottlosen, die von Gott freigespro­chen wurden, auf Erden Recht setzen und behüten können. Unser Tun wird immer Hinweis sein müssen darauf, wer wir Menschen sind und wo wir herkommen.“

Gerechtigkeit Von Hans Joachim Iwand 1. Im Unterschied zu dem griechischen Verständnis der Gerechtigkeit, welches diese im Staat verwirk­licht sieht, … Mehr