Karl Steinbauer, Predigt über Matthäus 2,13-23, gehalten 1939 in Senden/Iller: „Und darum ist es so ein un­säglicher Jammer, wenn man besonders den Kindern und der jungen Generation den Heiland entfremden und aus dem Herzen reißen will. Wir haben für diese Not und diesen Jammer nur deshalb vielfach keine Augen, weil es ein unblutiger, bethlehemitischer Kinder­mord ist, der sich hier vollzieht. Es müßte so sein, daß wir es sehen könnten, etwa wie bei einer Seuche, die die Kinder befällt. Es müßten Leichenwägen fahren für die, denen Chri­stus aus dem Herzen gerissen worden ist, für die Opfer dieses unblutigen bethlehemitischen Kindermordes, dann würde uns die Haut schauern! Aber weil es äußerlich nicht sichtbar ist, kümmern sich die allermeisten nichts darum oder sie wol­len nichts davon sehen und hören und stecken den Kopf in den Sand. Ihr dürft mirs glauben, es ist kein Vergnügen, im­mer wieder auf diese Not hinzu­weisen, noch dazu, wo einen viele nicht verstehen, oder nicht verstehen wollen.“

Eine ganz starke Predigt über Matthäus 2,13-23 hatte Karl Steinbauer als Pfarrverweser am 8. Januar 1939 in Senden/Iller gehalten. Darin … Mehr

Hans Joachim Iwand zur christlichen Kultur (1954): „Es gibt das Verhältnis einer völligen Auflösung des Christentums in die morali­schen und sozialen Werte unseres zeitlichen Daseins, es gibt aber auch eine solche Distan­zierung des christlichen Glaubens von aller innerweltlichen, staatlichen, sozialen, wissen­schaftlichen und künstlerischen Lebensbewegung, dass diese gänzlich ihren eigenen Gesetzen überlassen erscheint. Diese Tatsache, dass wirtschaftliche und politische Vor­gänge in kein echtes Verhältnis zum christlichen Glauben gesetzt wurden, zeitigte schließt das furchtbare Ver­hängnis des NS, welcher von den Christen aus dieser ihrer indifferenten Haltung gegenüber der Kultur anfäng­lich bejaht und unterstützt wurde. Er ist das eindeu­tige Urteil, wohin wir kom­men, wenn wir die Ver­antwortung des Christen für die kulturellen Vorgänge in der Welt vernachlässigen oder sie prinzipiell leugnen.“

Christliche Kultur Von Hans Joachim Iwand 1. Das Problem einer christlichen Kultur ist insofern ein echtes Problem, als es nicht … Mehr

Günter Brakelmann über Hans Ehrenberg: „Als ‚Christ aus Israel‘ wird Ehrenberg mit dem zeitgenössischen Antisemitis­mus in seiner religiösen wie rassischen Variante konfrontiert. Es ist ihm von Anfang an klar, daß es hier nicht mehr nur um eine gepflegte intel­lektuell-argumentative Streitkultur mit den Völkischen, Rassen­antisemiten und Nationalsozialisten geht, sondern am Ende um Tod und Leben. Über den Vitalismus und Fanatismus dieser Bewegungen hat er sich keine Illusionen gemacht. Spä­testens seit den Hattinger Ereignis­sen hatte er hautnah erlebt, was in der Zukunft auf ihn zukommen konnte. Er hat sich in Reden und Schriften gewehrt, die ‚Krankheit des Antise­mitismus‘ nicht zum unkontrollierbaren Pestherd werden zu lassen.“

Hans Ehrenberg. Summe eines Lebens 1883-1932 Von Günter Brakelmann Überblickt man die fast fünfzig Jahre des Hans Ehrenberg von 1883 … Mehr

Christoph Blumhardt, Predigt über die Nachfolge nach Lukas 9,57-62 (1908): „Die ganze Welt – ohne dass sie es weiß – wird schließlich in das Netz gezogen, das als Reich Gottes in Je­sus Christus um die Völkerwelt gezogen wird. So möchte ich fast das kühne Wort aussprechen: Heute ziehen alle Menschen hinter dem Heiland her oder besser: sie werden hinter ihm her­gerissen, sie können sich nicht entziehen.“

Predigt über die Nachfolge nach Lukas 9,57-62 Von Christoph Blumhardt Als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: … Mehr