Leszek Kolakowski, Doktor Luthers Gespräch mit dem Teufel, Wartburg, 1521: „Was willst du, räudiges Schwein? Wozu bist du hergekommen? Mich zu erschrecken? Ich fürchte dich nicht, du kümmerst mich so wenig wie der Kuhdreck an der fürstlichen Scheune. Oder willst du mich etwa versuchen? Zur Sünde verlocken, mir Zoten ins Ohr flüstern, meine Begehrlichkeit aufstacheln? Du würdest mich wohl am liebsten so zurichten, daß ich dem Knecht eins in die Schnauze gebe, mich wie ein Ferkel besaufe, die Dienstmagd notzüchtige, wie? Und wenn ich dies alles wirklich tun sollte? Nun denkst du gewiß, du hättest mich endlich unter deinen zottigen Pranken, hättest mir die Kette um den Hals geschlungen und heidi, hinunter zur Hölle!“

Doktor Luthers Gespräch mit dem Teufel, Wartburg, 1521 Von Leszek Kolakowski Leszek Kolakowski (1927-2009), der wohl bekannteste polnische Philosoph des … Mehr

Erich Auerbach über die Bibel in „Mimesis“ (1946): „Die Geschichten der Heiligen Schrift werben nicht, wie die Homers, um unsere Gunst, sie schmeicheln uns nicht, um uns zu gefallen und zu bezaubern – sie wollen uns unterwerfen, und wenn wir es verweigern, so sind wir Rebellen.“

Die Geschichten der Heiligen Schrift wollen uns unterwerfen Von Erich Auerbach Erich Auerbach (1892-1957) hatte sein Meisterwerk „Mimesis. Dargestellte Wirklichkeit … Mehr

Gerhard von Rad über die Weisheit in Israel (1970): „Wirklich weise ist nur der, der sich nicht weise dünkt. Sich selber weise zu dünken, ist ein sicheres Zeichen der Torheit. Nie kann die Weisheit selbst zum Gegenstand des Vertrauens, zur letzten Stütze des Lebens werden. Am großartigsten hat das Jeremia ausgesprochen: »Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit und ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke und ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Vielmehr dessen rühme sich, wer sich rühmen will, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der Herr bin.« (Jeremia 9,22 f.)“

Bekanntlich gilt die letzte Monographie Gerhard von Rads der Weisheit in Israel (Neukirchener Verlag). Dazu gibt es auch einen Rundfunkvortrag … Mehr

Warum evangelische Freiheit in der Kirche nur durch orthodoxe Christus-Verkündigung zu bewahren ist: „Die Autorität des Evangeliums und das Lehramt der Heiligen Schrift sind sowohl dem Amts­träger wie auch der Gemeinde vorgegeben und ermöglichen herrschaftsfreie Verhältnisse un­ter den Kirchengliedern. Nur dort, wo sich der Amtsträger an seine Ordinationsverpflichtung hält, kann und darf er Gehör beanspruchen. … Auch als ‚freisinniger‘ Christ lässt man das orthodox Gesagte als ’spielregelkonform‘ in der Kirche gelten. ‚Das muss er halt so sagen, weil er Pfarrer ist …’“

Warum evangelische Freiheit in der Kirche nur durch orthodoxe Christus-Verkündigung zu bewahren ist Wie geht das zusammen in Sachen Christsein … Mehr

Jürgen Moltmann über Leiden und die Theodizee-Frage: „Wer in seinem Schmerz nach Gott schreit, der stimmt bewußt oder unbewußt in den Todes­schrei Jesu Christi ein: ‚Mein Gott, warum hast du mich verlassen?‘ Wer dies erkennt, der spürt sofort, daß Gott nicht jenes unerforschliche Gegenüber im Himmel ist, sondern in einem sehr persönlichen Sinne der menschliche Christus ist, der mit ihm schreit, und der einfühlende Geist, der in ihm ruft und für ihn rufen wird, wenn er selbst verstummt. Es ist der Trost des gekreuzigten Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des ewigen Geistes in die Abgründe unserer Leiden und in unsere Höllen des Bösen zu bringen.“

Leiden/Theodizee Von Jürgen Moltmann Die Gottesfrage ist mit der Erfahrung von Leiden zutiefst verbunden. Auf der einen Seite rufen Menschen … Mehr

Wie heißen die vierzig Tage vor Ostern (Quadragesima) richtig: „Weder die Bezeichnung ‚Fastenzeit‘ noch ‚Passionszeit‘ treffen die eigentliche Intention der Quadragesima. Jesu Hingabe für uns Menschen gilt es das ganze Jahr über zu bedenken; ‚Fastenzeit‘ hingegen betont ein menschlicherseits zu erbringendes Werk. Besser wären ‚Vorösterliche Besinnungszeit‘: Unter der Anleitung des Wortes Gottes nehme ich mich als Sünder in meinem (Un-)Verhältnis zum dreieinigen Gott wie auch zu meinen Mitmenschen wahr. Damit öffne ich mich neu für das göttliche Pascha-Mysterium sowie für die unbedingte Heilszusage des Evangeliums in Jesu Namen.“

Wie heißen die vierzig Tage vor Ostern (Quadragesima) richtig? Gemeinhin ist bezüglich der vierzig Tage vor Ostern (Quadragesima) im deutschsprachigen … Mehr

Miao Xiaochun, The Last Judgment in Cyberspace und Michelangelo, Das Jüngste Gericht: „In Fortführung dieses Projektes schuf Miao außerdem eine 3-D-Computeranimation The Last Judgment in Cyberspace – Where Will I Go? Auf dem siebenminütigen Video bewegt sich das eigene Leben unaufhaltsam auf das Jüngste Gericht zu. Dazu findet sich die passende Sprechmotette.“

Der chinesische Medienkünster Miao Xiachun (hat unter anderem in Kassel studiert) nimmt sich in seinem Projekt „The Last Judgment in … Mehr