Gerhard von Rad, Predigtmeditation zu Jeremia 31,31-34: „Gott selbst will den vollkommenen Gehorsam, der den Menschen endlich in Einklang mit seinem Schöpfer bringen wird, wirken. Er will selbst — wie wir auch sagen können — den neuen Men­schen schaffen. Es wird das nicht dadurch geschehen, daß der Mensch mit wunderhaften Kräften und Fähigkeiten ausge­stattet wird, jedenfalls nicht durch eine Befreiung von den Nöten und Grenzen, die ihn jetzt einengen. In erhabener Einseitigkeit wird die Erneuerung des menschlichen Herzens für voll­kommen zu­reichend zur Heilung des gestörten Gottesverhältnisses gehalten — eben dadurch, daß dem Menschen Gottes Gebot ins Herz ge­schrieben wird, so daß er ganz von sich aus nichts anderes als Gottes Willen will, leb ist freilich mehr als unser ‚Herz‘; es ist nach alttestamentlicher Vorstellung nicht nur der Sitz des Gefühls, sondern auch des Verstandes und Willenslebens.“

Im Hinblick auf den alttestamentlichen Predigttext für den sechsten Sonntag nach Ostern (Exaudi) hier eine Predigtmeditation von Gerhard von Rad: … Mehr

Abraham Joshua Heschel, Das Gebet als Äußerung und Einfühlung (1939): „Beten heißt, an ein Wort fassen, an den Endpunkt einer Schnur, die gleichsam zu Gott führt. Je größer die Kraft, um so höher ist der Aufstieg an dem Wort. Beten heißt aber auch, dass der Widerhall des Wortes wie ein Senkblei in die Tiefe der Person fällt. Je reiner die Bereitschaft, um so tiefer dringt das Wort.“

Nachdem Martin Buber Abraham Heschel 1937 als seinen Nachfolger an das Jüdische Lehrhaus in Frankfurt am Main berufen hatte, wurde … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über Johannes 15,1-8 (1937): „In Christus leben – das heißt doch wohl, im Gericht Gottes bestehen, nicht ergriffen werden von dem Feuer seines Zornes, behütet und bewahrt sein vor dem, vor dem kein Mensch, auch der Kühnste und Gewaltigste nicht, sich selbst bewahren und erhalten kann. Die Gemeinschaft mit Christus ist also eine Gemein­schaft, die angelegt ist auf einen bestimmten Tag, auf den Tag Gottes, auf den jüngsten Tag. An ihm wird uns erst ganz offenbar werden, was das bedeu­tet, dass er bei uns ist und er uns mit seinem Namen deckt. Denn wer nicht in Christus ist, der ist – ob er das nun weiß oder nicht – in eines anderen Hand, der ist den Mächten der Welt preisgegeben und der Tag Gottes wird das offenbar machen, aber wer in Christus ist, dem ist alles in die Hand gegeben, und auch das wird Gott offenbar machen.“

Predigt über Johannes 15,1-8 (1937) Von Hans-Joachim Iwand Liebe Brüder und Schwestern! Wir haben heute nachmittag mit unserer Seminargemeinde die … Mehr