Claus Westermann, Gesundheit, Leben und Tod aus der Sicht des Alten Testaments: „Die Gotteserfahrung Israels hat mit der Erfahrung einer Rettung eingesetzt; diese Erfahrung weitete sich ganz von selbst aus: dieser Gott hat alles in Händen. Weil der Retter der Schöpfer ist, der Schöpfer des eigenen Lebens und der Schöpfer Himmels und der Erden, kann alles mit ihm in Verbindung gebracht werden. Dazu bedarf es nicht des Glaubens; es kann gar nicht anders sein, als daß Gott mit allem zusammengehört, was geschieht, auch wenn es widersinnig, empörend ist.“

Gesundheit, Leben und Tod aus der Sicht des Alten Testaments Von Claus Westermann Im Buch Jesaja wird erzählt, wie der … Mehr

Hans Walter Wolff, Faulenzen auf Befehl. Vom Ruhetag: „Der Sonntag will diese Freude des Spiels der Schöpfung weitergeben. Wir dürfen eintreten in einen von Gott bereitgestellten weiten Raum, heraus aus unserer muffigen Enge; das heißt konkret, wir dürfen die Freude aufleben lassen an dem überschwenglichen Luxus an Arten und an Farben, an der verschwenderischen Fülle bunten Lebens und „dass die Vögel viel mehr singen als nach Darwin erlaubt ist“, wie ein heutiger Biologe sagt.“

Faulenzen auf Befehl. Vom Ruhetag Von Hans Walter Wolff Sechs Tage kannst du schaffen, aber am siebenten Tage sollst du … Mehr

Franz Kafka in einem Brief über die menschliche Ehrfurcht und die eigenen Schmerzen (1903): „Verlassen sind wir doch wie verirrte Kinder im Walde. Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.“

Franz Kafka in seinem Brief an Oskar Pollak vom 8. November 1903: Verlassen sind wir doch wie verirrte Kinder im … Mehr

Paul Ludwig Landsberg über den Stierkampf als Sinnbild tödlichen Lebens (Die Erfahrung des Todes, 1935): „So enden wir alle hienieden mit dem Tode. Jeder Kampf gegen ihn ist im voraus verloren. Der Glanz eines solchen Kampfes kann nie in seinem Ausgang liegen, sondern nur in der Würde der Handlung selbst. Das Definitive ist das Unvermeidliche. Im Geschehen des Stierkampfes hat das Tier die Rolle des Menschen inne, und der kämpfende Mensch übernimmt die Rolle einer Gottheit oder ei­nes Erzengels, die Rolle des Dämons. Er rächt sich, unter dem Joche des Verhängnisses zu sein, indem er sich selbst zum Verhängnis eines Andern macht. Dies eine Mal ist er es, der weiß und der voraus­sieht, weil er es ist, der vollziehen wird. Auf diese Weise verbirgt er sich selbst für zwei Stunden seinen eigenen Tod, den er nicht vermeiden kann, indem er sich zum Herrn über den Tod eines Stellvertreters macht.“

Vom Stierkampf als Sinnbild tödlichen Lebens Von Paul Ludwig Landsberg Von Mai 1934 bis Juli 1936 unterrichtete Paul Ludwig Landsberg … Mehr