Reinhold Schneider, Rundfunkansprache „Begnadete Nacht“ vom 25. Dezember 1952: „Hier geht es einfach um Glauben, eine ringende, fast zerbrechende Kraft, die viel­leicht gerade stirbt in der Heiligen Nacht, weil sie von ihr über­fordert wird. Was ist damit gewonnen, dass wir die Frie­densbotschaft der Engel wiederholen! Was sind uns denn Engel! Wirklich schreckliche Boten, in Wahrheit Wirkkräfte, die, in erha­bener Stufenordnung, die Gestirne leiten, die Mächte des Weltalls regieren, auf Gottes Wort warten, ihn preisen, ihn anschaun? Ringender Glaube hat keinen Frieden in der Heiligen Nacht. Er kann sich ja nicht in einem Gespinst von Licht und Wärme verfangen lassen; er kann sich nicht einen Augenblick täuschen lassen über den Grund, auf dem er steht, nicht darüber, dass der Reiter, der über den Bodensee ritt, sein Symbol ist und bleibt; dass er gerade dann zusam­menbrechen kann, wenn er die Lichter der Gottesstadt er­blickt, nachdem das Herz so lange aushielt in der Eiseswüste der Zeit. Friede auf Erden: gewiss. Wer wünscht ihn nicht? Aber was soll er denn sein, wenn es nicht ein mit äußerster Kraft errungener Friede ist: Friede in uns, der immer wieder erzittert; Friede, den wir in die Welt tragen sollen und noch nicht einmal sicher in uns haben; Friede, von dem wir geste­hen müssen, dass er die zweifelhafteste aller Hoffnungen ist, eine Gabe, die uns in den Händen zerbricht, wenn wir sie weiter­reichen wollen, ein Glas, das zerspringt, sobald wir es an die Lippen führen.“

Begnadete Nacht Von Reinhold Schneider Der Stern, der die Weisen führte und über Bethlehem stehen blieb, ist der Gruß des … Mehr

Heinrich Vogel, Weihnachtspredigt über Titus 3,4-7 (1950): „Es tut uns nichts so not, wie dieser Sonnenaufgang der Menschenfreundlichkeit Gottes, in dem er, er und nicht wir selbst, es bei uns Weihnachten werden lässt durch seinen Heiligen Geist. Dazu sind wir hier beieinan­der. Wir dürfen den Strahlen des Weihnachtsevangeliums von der Menschen­freundlichkeit Gottes nur stille halten, auf dass diese Menschenfreundlichkeit durch uns hin­durchstrahle und es einer dem anderen abmerke, dass wir miteinander von der Freund­lichkeit unseres Gottes leben.“

Predigt über Titus 3,4-7 (gehalten am 25. Dezember 1950) Von Heinrich Vogel »Da aber«, – was geschah denn da? Offenbar … Mehr

Helmut Gollwitzer, Friedenspredigt zu Weihnachten 1939 über Epheser 2,17-18: „Jesus ist die Verkündi­gung an uns, an dich und mich, Gott habe sich nicht abgefunden mit diesem Kriegszustand, er sei nicht Partei geblieben, die gegen uns geht, Gott habe sich aufgemacht und seine rechte Hand eingesetzt, die alles ändern kann. Der Frieden sei nicht an unserer Welt vorübergegan­gen und in Regionen geblieben, die näher sind am Leben Gottes und die nicht in einem Kriege mit ihm leben, er sei hereingekommen in unsere Welt. Wer von euch mit seinen neugekauften Geschenken vorübergeht, etwa am Alexanderplatz oder am Gefängnis in Moabit, der geht mit seiner ganzen Freude vorüber, aber er kann zu den Menschen, die da freudlos und wartend und unglücklich darin sitzen, nichts hineinbringen vom Frieden. Der Friede Gottes geht am Gefängnis dieser Welt nicht vorüber, er begibt sich hinein.“

Nachdem Martin Niemöller im Juli 1937 inhaftiert worden war, übernahm Helmut Gollwitzer Prediger- und Pfarrdienste in dessen Gemeinde in Berlin-Dahlem. … Mehr

Martin Niemöller, Weihnachtspredigt zu Lukas 2,10-12 im KZ Dachau 1944: „Wenn wir aber nun in die Tiefe schauen und fragen, was denn diese menschliche Hilflosigkeit und irdische Heimatlosigkeit des Jesuskindes uns zu sagen haben, dann fängt eben hier die wahrhaft frohe Botschaft an: Gott – der ewigreiche und allmächtige Gott – geht ein in die äußerste menschliche Armseligkeit, die man sich denken kann. Kein Mensch ist so schwach und hilflos, in Jesus Christus kommt Gott zu ihm her, mitten hinein in unsere Not; und kein Mensch ist so verlassen und heimatlos in dieser Welt, in Jesus Christus sucht Gott ihn auf, mitten in unserm Elend.“

An Heiligabend 1944 durfte Martin Niemöller im Zellenbau des Konzentrationslagers Dachau einen Gottesdienst halten, der ersten nach siebeneinhalb Jahren Gefangenschaft. … Mehr

Wir sind doch keine Höhlenmenschen. Eine Weihnachtsbesinnung: „Digitale Bilderwelten sind trügerisch; sie enthüllen kein wahres Leben. Die bleibende Wahrheit unseres Lebens muss anders ans Licht kommen. Und dazu sind wir am Heiligen Abend in der Kirche am richtigen Ort. Hier gilt eine nackte Botschaft: Der Gottessohn ist in die Dunkelheit unseres menschlichen Lebens eingetreten, hat Fleisch und Blut angenommen, um unser irdisches Dasein ins wahre göttliche Licht zu bringen. Unser Leben ist bei Gott nicht zum ‚eingebildeten‘ Höhlendasein bestimmt. Als Gottes Geschöpfe, als seine Ebenbilder sind wir vielmehr von unserer Geburt her angelegt auf Begegnung und Berührung – Berührung, die in Liebe verbindet; die für uns verbindlich wird, die uns keine Wahl mehr lässt, die nicht einfach wie auf einem Smartphone fingerfertig weggewischt werden kann, damit ein neues, vermeintlich attraktiveres Bilderangebot sich vor uns auftut.“

Wir sind doch keine Höhlenmenschen. Eine Weihnachtsbesinnung Was wir uns selbst auf dem Smartphone alles vor Augen führen können ist … Mehr

Dietrich Bonhoeffers Gebet zu Heiligabend (Weihnachten 1939): „Herr, du Gott alles Friedens und aller Liebe; du bist zu uns gekommen, damit wir zu dir kämen. Du bist Mensch geworden, damit wir göttlich würden. Du hast unser Fleisch und Blut in Gnade angenommen, damit wir deiner teilhaftig würden. Lass uns durch deine allerheiligste Geburt neu geboren werden in Frieden und Liebe, und mache uns arme Sünder zu Kindern deiner Barmherzigkeit.“

Für den Gottesdienst an Heiligabend, 24. 12. 1939 (vermutlich gehalten im Jagdhaus Sigurdshof bei Groß-Schlönwitz, dem heutigen Slonowice in Polen) … Mehr