In seinem lesenwerten F.A.Z.-Essay „Der Umschlag des Pazifismus in sein Gegenteil“ hat Mark Siemons ausgiebig auf den folgenden Text von … Mehr
Schlagwort: Pazifismus
Leonhard Ragaz in Sachen christlicher Pazifismus 1939: „Ich bin von ganzem Herzen für einen Widerstand ohne Waffen und glaube in letzter Instanz niemals an die Waffen, bin selbst «absoluter» Antimilitarist, aber wo in aller Welt Menschen für Freiheit, Demokratie, Sozialismus, Menschenrecht kämpfen, sei’s auch mit Waffen, da bin ich mit ihnen, ginge gerne zu ihnen – ohne Waffen! -, da wünsche ich ihnen Rettung, da verlange ich, dass man nicht durch Nichtintervention ihnen den Schutz des Völkerrechtes versage. Ich bin nicht ein antimilitaristischer Robot, der blind drauflos schlägt, wo nur eine Waffe auftaucht, ich bin auch Demokrat, Sozialist, Mensch, und wenn ich bloss zwischen Freiheit und Frieden zu wählen hätte, wählte ich ohne Besinnen die Freiheit.“
Leonhard Ragaz in Sachen christlicher Pazifismus Leonhard Ragaz (1868-1945) war evangelisch-reformierter Theologe, Pfarrer, Professor für Systematische und Praktische Theologie an … Mehr
Karl Barths Brief an eine Vertreterin des Vereins Kirche und Frieden in Holland, 1938: „Die Diktatur ist das ausgesprochene Regiment der bewußten und planvollen Ungerechtigkeit und Unfreiheit. Die Diktatur ist als solche die Bedrohung des rechten Friedens. Im Zeitalter der Diktaturen muß die Kirche in allen noch nicht von ihnen beherrschten Ländern mit dem Willen zum rechten Frieden auch die Bereitschaft zu dessen Verteidigung gutheißen und fordern.“
Brief an eine Vertreterin des Vereins Kirche und Frieden in Holland, 1938 Basel, den 24. Oktober 1938. Sehr geehrte Frau … Mehr
Karl Barth, Des Christen Wehr und Waffen (1940): „Auch der aufrichtigste Friedensfreund steht heute vor einer letztlich sehr einfachen Frage: Bist du des ausdrücklich und unzweideutig vorliegenden Programms gewahr geworden, laut dessen ganz Europa und später einmal die ganze Erde zur „Interessensphäre“ oder zum „Lebensraum“ eines bestimmten europäischen Volkes gemacht werden soll?“
Des Christen Wehr und Waffen (1940) Von Karl Barth I. Wer seine Bibel kennt, denkt bei diesem Thema ganz von … Mehr
Karl Barth zur Frage der militärischen Dienstpflicht und der Kriegsdienstverweigerung (KD III/4, 1951): „Der Dienstverweigerer müsste davon überzeugt und dessen ganz gewiss sein, durch seinen Widerstand nun gerade für die von Gott gewollte und gesetzte politische Gemeinschaft einzutreten und zu handeln, den Staat also nicht zu verneinen, sondern nun eben so – im Gegensatz zu dessen Regierung und Majorität, zu seiner geltenden Verfassung und Gesetzgebung – zu bejahen. Seine Dienstverweigerung müsste den Sinn und Charakter eines Appells von dem schlecht informierten Staat der Gegenwart an den besser zu informierenden Staat der Zukunft haben und also selbst, dem Schein zuwider, durchaus als ein Akt von Staatstreue gemeint sein und durchgeführt werden. Der Dienstverweigerer müsste bereit sein, die Konsequenzen der widersetzlichen Form seiner Staatstreue, die Abwehr der Regierung und Majorität, der er sich entgegensetzt, die Strafe für seine Übertretung von Verfassung und Gesetz ohne Murren und Klage auf sich zu nehmen. Er dürfte nicht verlangen, dass der nach seiner Ansicht schlecht informierte Staat von heute ihn so behandle, als ob er schon der nach seiner Hoffnung besser zu informierende Staat von morgen wäre.“
Zur Frage der militärischen Dienstpflicht und der Kriegsdienstverweigerung Von Karl Barth Die pazifistische Forderung der Abschaffung der allgemeinen Dienstpflicht (vgl. … Mehr
Karl Barths Brief an Professor Hromadka in Prag vom September 1938: „Mit der Freiheit Ihres Volkes steht und fällt heute nach menschlichem Ermessen die von Europa und vielleicht nicht nur von Europa. Ist denn die ganze Welt unter den Bann des bösen Blickes der Riesenschlange geraten?“
Brief an Professor Hromadka in Prag Bergli-Oberrieden (Kt. Zürich), 19. September 1938. Lieber Herr Kollege Hromadka! Ich danke Ihnen herzlich … Mehr
Karl Barth zum Problem des Krieges (Kirchliche Dogmatik III/4, 1951): „Wo ein Staat seiner normalen Aufgabe nicht recht nachgeht, da wird er sich früher oder später getrieben sehen, sich die abnormale Aufgabe des Krieges zu stellen und dann auch andere Staaten mit dieser abnormalen Aufgabe zu belasten. Wo die Staatsmacht den inneren Bedürfnissen des Landes nicht gewachsen ist, da wird sie für die dadurch erweckte Unruhe ein Ventil nach außen suchen und im Krieg zu finden meinen.“
Zum Problem des Krieges (KD III/4, § 55) Von Karl Barth Wir kommen in Abschluß unserer Erwägungen zum sechsten Gebot … Mehr
Max Josef Metzgers Rede auf dem Internationalen Kriegsgegnertag Pfingsten 1929 in Den Haag: „Wenn Europa noch einmal der Kriegsfurie ausgeliefert wird, so heißt das nicht mehr und nicht weniger als den Selbstmord Europas, die Vernichtung des ganzen Kontinents mit seiner gesamten Zivilisation und Kultur.“
Rede auf dem Internationalen Kriegsgegnertag Pfingsten 1929 in Den Haag (Auszug) Von Max Josef Metzger Menschen aller Staaten, vereinigt Euch! … Mehr
Max Josef Metzger auf dem Internationalen religiösen Friedenstag 1928 in Den Haag: „Darum, ihr Völker Europas, macht endlich einmal Schluß mit diesem System der Lüge in der Politik! Hört das Wort der Schrift, das wahrer ist als heidnische Parolen: Veritas liberabit vos – die Wahrheit wird euch freimachen!“
Aus Max Josef Metzgers Rede auf dem Internationalen religiösen Friedenstag am 2. August 1928 in Den Haag: Der Krieg verdankt … Mehr