Wilhelm Freiherr von Pechmanns Forderung nach einer kirchlichen Erklärung zur Judenfrage vom April 1933: „Wir bekennen uns zu allen Gliedern unserer Kirche ohne Unterschied der Abstammung, auch und gerade zu denen, die ganz oder teilweise jüdischer Abstammung sind. Wir fühlen mit ihnen und wir werden für sie eintreten bis zu den Grenzen des Möglichen.“

Am 10. Februar 1948, also heute vor 75 Jahre verstarb Wilhelm Freiherr von Pechmann: Wilhelm von Pechmann Angstvoll walten diese … Mehr

Hannah Arendt, Organisierte Schuld (November 1944): „Wie an dem »Verwaltungsmassenmord« der politische Verstand des Menschen stillsteht, so wird an der totalen Mobilisierung für ihn das menschliche Bedürfnis nach Gerechtigkeit zuschanden. Wo alle schuldig sind, kann im Grunde niemand mehr urteilen. Denn dieser Schuld gerade ist auch der bloße Schein, die bloße Heuchelei der Verantwortung genommen. Solange die Strafe das Recht des Verbrechers ist – und auf diesem Satz beruht seit mehr als zweitausend Jahren das Gerechtigkeits- und das Rechtsempfinden der abendländischen Menschheit –, gehört zur Schuld ein Bewusstsein, schuldig zu sein, gehört zum Strafen eine Überzeugung von der Verantwortungsfähigkeit des Menschen.“

Organisierte Schuld Von Hannah Arendt I Je größer die militärischen Niederlagen der deutschen Armee im Felde werden, desto stärker macht … Mehr

Karl Barth, Eine Frage und eine Bitte an die Protestanten von Frankreich (1940 nach der deutschen Besetzung): „Es wird die Demut vor Gott mit Resignation nichts zu tun haben können: nichts mit dem staunenden Starren auf ein Schicksal, dem wir — auch nur provisorisch — eine Art von Unabänderlichkeit zuerkennen müßten. Wo es zu diesem Starren käme, da wäre ja der Glaube schon preisgegeben und hätte es der Feind schon über uns gewonnen. Der ganze Hitler lebt davon und nur davon, daß er es verstanden hat, dieses Starren um sich her zu verbreiten.“

Eine Frage und eine Bitte an die Protestanten von Frankreich, 1940 Basel, im Oktober 1940. Liebe Freunde und Brüder! Es … Mehr

Martin Bormann im Rundschreiben an die Gauleiter der NSDAP vom 8. Juli 1938: „Für die Partei spielt der Unterschied zwischen den Geistlichen, die den Eid auf den Führer nach fünf Jahren nationalsozialistischer Erhebung geleistet haben, und solchen Pfarrern, die ihn nicht leisten, keine Rolle. Ein Eid auf den Führer hat vielmehr für die Partei und den Staat nur dann Bedeu­tung, wenn er auf Anordnung des Führers von der Partei oder von dem Staat dem einzelnen abgenommen wird.“

Rundschreiben Nr. 87/38 Nachdem im Sommer 1938 in den evangelischen Landeskirchen die kirchengesetzlich verordneten Vereidigungen der Pfarrer auf Adolf Hitler … Mehr

Fritz Bauer, Eine Grenze hat Tyrannenmacht. Plädoyer im Remer-Prozess 1952: „Ein Unrechtsstaat, der täglich zehntausende Morde begeht, berechtigt jedermann zur Notwehr gemäß § 53 StGB. Jedermann war berechtigt, den bedrohten Juden oder den bedrohten Intelli­genzschichten des Auslandes Nothilfe zu gewähren. Insoweit sind alle Widerstandshandlun­gen durch den § 53 StGB gedeckt.“

Für die moralisch-rechtliche Beurteilung des Widerstandes vom 20. Juli 1944 in der Bundesrepublik hat Fritz Bauer im Remer-Prozess im März … Mehr

Rudolf Bultmann, Die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation 1933: „Christlicher Glaube muss eine kritische Kraft in den Fragen der Gegenwart sein, und er muss seine Positivität gerade in seiner kritischen Haltung bewähren. Wie kann er das? Weil er nicht nur von Sünde, sondern auch von Gnade weiß. Weil er Gott nicht nur als den Richter kennt, sondern auch als den Erlöser, der durch Jesus Christus seine ursprüngliche Schöpfung wiederherstellt. Die Erlösung durch Jesus Christus bedeutet die Vergebung der Sünde durch die Offenbarung der Liebe Gottes, und sie bedeutet deshalb die Befreiung des Menschen zur Liebe. Nur wer den jenseitigen Gott kennt, der in Christus sein Wort der Liebe in diese Welt hineinspricht, der vermag sich aus der Verstrickung dieser sündigen Welt zu befreien und einen Blick zu gewinnen, für den die Ordnungen der Welt wirklich als Schöp­fungsordnungen erkennbar sind, deren er sich dankbar zu freuen hat, in denen er still zu leiden hat, in denen er als Liebender zu wirken hat.“

Die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation Von Rudolf Bultmann Nicht nur Karl Barth hatte im Frühsommer 1933 mit … Mehr

Hermann Diem, Wider das Schweigen der Kirche zur Judenverfolgung. Offener Brief an Landesbischof D. Meiser (Osterbotschaft 1943): „Was uns treibt, ist zunächst das einfache Gebot der Nächstenliebe, wie es Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter ausgelegt und dabei ausdrücklich jede Einschränkung auf den Glaubens-, Rassen- oder Volksgenossen abgewehrt hat. Jeder „Nichtarier“, ob Jude oder Christ, ist heute in Deutschland der „unter die Mörder Gefallene“, und wir sind gefragt, ob wir ihm wie der Priester und Levit, oder wie der Samariter begegnen.“

Hermann Diem hatte für den Münchener Lemppschen Kreis um Ostern 1943 eine Denkschrift (Osterbotschaft Münchner Laien) entworfen, die als Grundlage … Mehr