Johann Baptist Metzs Vortrag „Gotteskrise – Kirchenkrise“ von 1995: „Den Gott, der umstandslos zu uns passt, gibt es nicht. Ihn hat schon die biblische Aufklärung als ‚Götzen‘ gebrandmarkt und ihn hat die moderne Reli­gionskritik längst als Projektion oder Illusion enttarnt. So ist allemal, wenn überhaupt, mit einem nichtpassenden Gott zu rechnen, mit einem Gott, der weder zu klerikalen Machtphanta­sien noch zu psychologischen Selbstverwirklichungsträumen passt, mit einem Gott, der uns nicht einfach ein Inne­werden unser selbst ohne jegliches Erschrecken vergönnt, der uns nicht nur jubeln, sondern auch schreien und schließlich verstummen lässt. Die­ser Gott kann im Chri­stentum nicht einfach wegreformiert werden.“

In Metzs Vortrag „Gotteskrise – Kirchenkrise. Eine theologische und spirituelle Analyse“ von 1995 ist dessen theologisches Vermächtnis prononciert zur Sprache … Mehr

Johann Baptist Metz, Im Eingedenken fremden Leids. Zu einer Basiskategorie christlicher Gottesrede: „Das Eingedenken fremden Leids bleibt eine fragile Kategorie in einer Zeit, in der sich die Menschen am Ende nur noch mit der Waffe des Vergessens, mit dem Schild der Amnesie gegen die immer neu hereinstürzenden Leidensgeschichten und Untaten wappnen zu können meinen.“

Im wahrsten Sinne „penetrant“, also eindringlich ist Johann Baptist Metzs Lebensthema der memoria passionis. Hier ein Auszug aus seinem Aufsatz … Mehr

Johann Baptist Metz, Verhüllte Freiheit. Meditationsgedanken zum Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Mt 13,24-30) von 1963: „Das Gewissen, in dem unsere Freiheit sich an sich selber weiß, hat so letztlich auch etwas Abweisendes an sich: es ist kein Wissen, in dem wir uns noch einmal mächtig und ‚reich‘ über uns selbst erheben könnten, sondern ein unschuldiges Wissen, dessen Wahrheit sich uns nicht lichtet, wenn wir auf uns selber zurückblicken, sondern wenn wir uns in den Aufschwung der je neuen Tat hinein vergessen.“

Verhüllte Freiheit. Meditationsgedanken zum Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen Von Johann Baptist Metz Noch ein anderes Gleichnis legte Jesus … Mehr

Johann Baptist Metz, Erinnerung des Leidens als Kritik eines teleologisch-technologischen Zukunftsbegriffs: „Das christliche Gedächtnis des Leidens ist nämlich in seinem theologischen Gehalt eine antizipatorische Erinnerung; es enthält die Antizipation einer bestimmten Zukunft der Menschheit als einer Zukunft der Leidenden, der Hoffnungslosen, der Unterdrückten, der Beschädigten und der Nutzlosen dieser Erde.“

Theoretisch hoch verdichtet und doch anspruchsvoll geschrieben ist, was Johann Baptist Metz bereits 1972 in Sachen memoria passionis geschrieben hatte: … Mehr

Johannes Baptist Metz über die Erinnerung (1973): „Nicht von ungefähr legt sich christlicher Glaube kategorial als memoria passionis, mortis et resurrectionis Jesu Christi aus und sucht sich in der Erzähl- und Argumentationsgestalt befreiender Erinnerung (als bestimmter Gestalt von Hoffnung) in den Verhältnissen der Neuzeit zu verantworten.“

Ganz schön hintersinnig ist, was Johannes Baptist Metz 1973 in seinem Artikel „Erinnerung“ im Handbuch philosophicher Grundbegriffe geschrieben hat, bevor … Mehr

Lob der Apokalypse. Zum zehnten Jahrestag des 11. September 2001 (2011): „Der ‚apokalyptische Blick‘ (Johann Baptist Metz) vermag sich nicht mit einem monumentalen Totengedächtnis abzufinden, bei dem gewaltsam hintergangenes Leben versteinert bleiben muss. Er unterscheidet sich von einer politischen Utopie, die nur für Nachgeborene etwas in Aussicht zu stellen vermag. Im Pascha-Mysterium des Lammes wird vielmehr leibliches Leben mit seiner unheilvollen Vergangenheit eingeholt und auf die erlösende Gottespräsenz ausgerichtet: ‚Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm!‘ So verweigert sich das Gotteslob der Erlösten einer religiösen Metaphysik, wo leibloses Seelenheil in zeitlosem Gottdenken beschworen wird. Apokalyptisches Leidensgedächtnis kann abgrundtiefe Katastrophen aufnehmen, wo jeder selbstsichere Glaube an göttliche Vorsehung im Fatalismus enden muss. Im ‚Leiden an dem Gott‘ (Metz) verliert sich nicht die Hoffnung. Was dabei als Christusheil gesichtet wird, ist weder billiger noch billigender Trost; am Weltgericht scheint kein Weg vorbeizuführen. Aber gerade dazu muss der Tod die Toten herausrücken.“

Lob der Apokalypse. Zum zehnten Jahrestag des 11. September 2001 „Die Welt geht unter!“ Der toderschrockene Ausruf eines Auszubildenden am … Mehr