Karl Barth, Das Geschenk der Freiheit (1953): „Ein freier Theologe kommt dabei ganz gemächlich und fröhlich von der Bibel her. Nicht weil es ihm durch irgend eine alte oder neue Orthodoxie eingebläut wäre, dass er von dorther zu kommen habe. Nicht weil er muß also, sondern weil es ihm geschenkt und so erlaubt ist, von dorther zu kommen. Nicht weil er nicht auch andere geistliche und weltliche, ernste und aufregende Bücher (und nicht zu vergessen: die Zeitung) läse und zu schätzen wüsste, aber weil er in der Bibel das Zeugnis vom freien Gott und vom freien Menschen hören und als Schüler der Bibel selber ein Zeuge der göttlichen und der menschlichen Freiheit werden darf.“

Neben dem Vortrag „Die Menschlichkeit Gottes“ von 1956 gilt der Vortrag „Das Geschenk der Freiheit“ von 1953 als Schlüsseltext für … Mehr

„Ich bin, was ich für mich selbst zu wählen weiß“ – Über den Homo optativus in der internetösen Multioptionsgesellschaft und über die Unfreiheit des Wählens: „Die menschliche Freiheit zeigt sich nicht im eigenen Auswählen-Können, sondern im anfänglichen Handeln-Können. Inchoativ und eben nicht ‚häretisch‘ ereignet sich die Freiheit im unvorhergesehenen Handeln. In Sinne Hannah Arendts ließe sich Freiheit wie folgt politisch definieren: Freiheit heißt für uns Menschen miteinander etwas anfangen können, was andere Menschen für uns nicht vorgesehen haben, so dass sich daraus jenseits vorübergehender Erlebnisse ein dauerhaftes Gemeinwesen ergibt.“

„Ich bin, was ich für mich selbst zu wählen weiß“ – Über den Homo optativus in der internetösen Multioptionsgesellschaft und … Mehr

Hannah Arendt über Freiheit und Politik (1958): „Will man die Menschen daran hindern, dass sie in Freiheit handeln, so muß man sie daran hindern, zu denken, zu wollen, herzustellen, weil offenbar all diese Tätigkeiten das Handeln und damit Freiheit in jedem, auch dem politischen Verstande mit implizieren. Daher glaube ich auch, dass wir das Phänomen der totalen Herrschaft durchaus missverstehen, wenn wir meinen, dass in ihr eine totale Politisierung des Lebens erfolgt, durch die Freiheit zerstört wird. Das gerade Gegenteil ist der Fall; wir haben es mit Phänomenen der Entpolitisierung zu tun, wie in allen Diktaturen und Despotien, nur daß diese Entpolitisierung hier so radikal auf­tritt, dass sie das politische Freiheitselement in allen Tätigkeiten vernichtet und sich nicht nur damit zufrieden gibt, das Handeln, also die politische Fähigkeit par excellence, zu zerstören.“

„Freiheit und Politik“ heißt der Vortrag, den Hannah Arendt 1958 im Rahmen des Vortragszyklus »Erziehung zur Freiheit« im Schweizerischen Institut … Mehr

Johann Baptist Metz, Verhüllte Freiheit. Meditationsgedanken zum Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Mt 13,24-30) von 1963: „Das Gewissen, in dem unsere Freiheit sich an sich selber weiß, hat so letztlich auch etwas Abweisendes an sich: es ist kein Wissen, in dem wir uns noch einmal mächtig und ‚reich‘ über uns selbst erheben könnten, sondern ein unschuldiges Wissen, dessen Wahrheit sich uns nicht lichtet, wenn wir auf uns selber zurückblicken, sondern wenn wir uns in den Aufschwung der je neuen Tat hinein vergessen.“

Verhüllte Freiheit. Meditationsgedanken zum Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen Von Johann Baptist Metz Noch ein anderes Gleichnis legte Jesus … Mehr

Hans Joachim Iwand, Christliche Freiheit nach Martin Luther: „Die christliche Freiheit betrifft das Gewissen des homo religiosus, also des Menschen, der an Gott glaubt und unter seinen Geboten lebt. Sie wird nicht etwa außerhalb des Heilswillens Gottes, nicht einfach als Freiheit des homo naturalis entwickelt. Sie ist sozusagen die Frage an den «Christenmen­schen», ob er auch wisse, was seine durch Jesus Christus ihm vermittelte Freiheit sei. Die christliche Freiheit ist nicht eine «auch», sondern «nur» bei den Christen anzutreffende Frei­heit.“

Christliche Freiheit nach Martin Luther Von Hans Joachim Iwand In seiner Bonner Vorlesung zu Luthers Theologie 1956/57 behandelte Hans Joachim … Mehr