Hans Joachim Iwands Predigtmeditation über Matthäus 28,1-10 (Osternacht, 1947): „In dieser tiefen Nacht, da hinter dem Kreuz die dunkle, böse, regungslose Tarantel aufleuchtet in allen ihren giftigen Farben, sitzt der Engel in seinem reinen Kleid, sitzt wie nach getanem Werke, und spricht zu denen, die ins Angesicht der Tarantel schauen mußten: Fürchtet euch nicht! Freuet euch! Es ist alles nicht wahr. Wahr ist, was allein wahr sein kann. Dass Jesus nicht hier unten ist. Wahr ist, dass sich die Welt mit dieser Tat übernommen hat. Wahr ist, dass die Geschichte mit Jesus Christus weitergeht, so wie sie begonnen hat, in Galiläa und von Galiäa aus. Wahr ist, dass es heißen wird: tamen vicisti, Galilaee!“

Hans Joachim Iwands Predigtmeditation über Matthäus 28,1-10 aus dem Jahr 1947 zeigt eine Expressivität, die sich über jegliche Textbesinnlichkeit hinwegsetzt: … Mehr

Helmut Gollwitzer über den rechten Osterzweifel (Jesu Tod und Auferstehung nach dem Bericht des Lukas, 1941): „Ein Osterzweifel muss in das Herz kommen, ein fröhlicher und respektloser Zweifel gegenüber der Herrschaft des To­des auf Erden, gegenüber der Hoffnungslosigkeit unseres Lebens, der Unabänderlichkeit des Weltlaufes, der Unbe­kanntheit und Ferne Gottes, den harten Gesetzen des Verge­hens, der Sinnlosigkeit des Leides, der Überlegenheit der Macht über das Recht, der Unterworfenheit der Wahrheit unter die Lüge.“

In seinem Buch „Jesu Tod und Auferstehung nach dem Bericht des Lukas“ (Theologische Existenz heute 77, München: Evangelischer Verlag Albert … Mehr

Martin Luther, Predigt über Lukas 7,11-17 (Der Jüngling zu Nain, 1533): „›Mein Herr Christus sieht dem Tode zu, wie er mich tötet, und wenn der mich erwürgt hat, so schlafe ich so leise, dass er mich mit einem Wort erwecken kann.‹ Und der Herr sagt: ›Der Mensch, der da tot ist, der sieht und hört für mich noch gut, obwohl die ganze Welt meint, er sehe und höre nichts.‹ Daraus sollen wir lernen, dass ein Christ sich nicht fürchten soll; denn Christus kommt nicht, um zu richten, sondern er kommt, wie er zum Sohn der Witwe (und zu den andern Glaubenden) kommt: er errettet ihn vom Tode und bewirkt, dass er sich aufrichtet, sieht, hört, spricht, obwohl er doch nicht sah, hörte und sprach. So wird er auch zu uns kommen, die wir glauben.“

Fast spielerisch nimmt Martin Luther in seiner Predigt über Lk 7,11-17 (Der Jüngling von Nain) sich den Tod zur Brust.  … Mehr

Seven Stanzas at Easter (Sieben Strophen an Ostern) – John Updike über die leibliche Auferstehung Jesu Christi: „Lasst uns nicht Gott spotten mit Metapher, / Analogie, Ausweichen, Transzendenz, / das Ereignis zur Parabel machen, ein Zeichen gemalt in die verblasste Leichtgläubigkeit früherer Zeiten: / Gehen wir durch die Tür.“

John Updike, Seven Stanzas at Easter Was John Updike (1932-2009) als junger Harvardabsolvent 1960 beim „Religious Arts Festival“ seiner Lutheran … Mehr

Christoph Blumhardt, Osterpredigt zu Markus 16,1-8 (1914): „»Jesus ist auferstanden!« ist das Größte, was man überhaupt verkündigen kann. Es ist der Gipfel des Evangeliums, die Höhe alles dessen, was Jesus im Erdenleben gewesen war, und diese Verkündigung oder diese Tatsache, die verkündigt wurde: »Jesus ist auferstanden«, ist mit einemmal eine Tatsache geworden, die sich der ganzen Weltgeschichte entgegensetzt. Der ganze Lauf der Welt ist immer nur sterben, und die Erde ist ein großmächtiges Grab, in welchem nicht nur Menschen, sondern auch alle früheren Kreaturen begraben liegen und zu den Toten gehören. Und nun auf einmal in diesen Lauf der Welt, an den wir uns leider im Christen­tum auch gewöhnt haben, als ob gar nichts anderes mehr möglich wäre, als nur das Grab alles Lebendigen, kommt die Verkündigung: »Da ist einer auferstanden, der ist gestorben und lebt wieder.« Ja, da kann einen Furcht und Zittern ankommen oder auch Unglauben; und ich weiß nicht, ob es viele Menschen heute gibt, in deren Herzen die Verkündigung: »Er ist wahrhaftig auferstanden« wirklich lebendig wird. Wir hören es so mit christlichen Ohren, und das sind oft die taubsten in der ganzen Welt.“

Kurz vor dem 1. Weltkrieg hatte der württembergische Pfarrer (und Sozialdemokrat) Christoph Blumhardt (1842-1919) mit seiner Osterpredigt über Markus 16,1-8 … Mehr