Gerhard von Rad, Vom Lesen des Alten Testaments (1970): „In diesem langen Gespräch eines Volkes mit Gott — man denke an das Psalmbuch! — ist also nicht nur Gott offenbar geworden; auch der Mensch ist vor sich selber offenbar geworden, viel deutlicher, als er sich von sich aus sehen konnte. Erst im Lichte Gottes kommt er in sein eigentliches Maß, erst hier wird er groß und unergründlich und sprengt alle Möglichkeiten seines eigenen Selbstver­ständnisses. Im Alten Testament ist er sich offenbar gewor­den als ein Geschöpf, das immer — ob er es weiß oder nicht — in einer Partnerschaft mit Gott steht, als ein Geschöpf, das hineingezogen ist in eine ungeheure Gottesgeschichte und das — von Anfang an angelegt auf das Gespräch mit Gott — in den Widerfahrnissen seines Lebens unter allen Umständen der Anrede durch Gott bedarf. Von diesem Wort lebt er, mit ihm steht er, ohne es fällt er.“

Da mögen von Rads historische Urteile in Sachen Entstehung des Alten Testaments in der Forschung längst überholt sein. Und doch…

Alexander Deeg wider den gemeinschaftlichen Talareinzug der Ordinierten im Gottesdienst: „Was wird die Gemeinde denken, wenn all die Schwarzen kommen und einziehen? Die so formulierte Frage zeigt freilich genau das Problem, denn sie macht den Un­terschied zwischen »der Gemein­de« und den Pfarrern gerade auf, um den es doch reformatorisch nicht gehen darf. Alle sind Priester, manche sind Pfarrer.“

Da hat Alexander Deeg, Professor für praktische Theologie in Leipzig mit theologischen Wurzeln in Erlangen, ein feines Gespür, was sich…

Sudeep Chakravarti, Highway 39. Reportagen aus Indiens aufständischem Nordosten (2015): „Entlang des Highways 39 von Numaligarh am südlichen Ufer des Brahmaputra in Assam bis nach Moreh in Manipur führt er in die komplexe Realität eines weitgehend unbekannten bewaffneten Konflikts zwischen indigenen Ethnien, der indischen Zentralregierung und rivalisierenden Rebellenbewegungen ein. Chakravarti – selbst in Kalkutta geboren – nimmt Partei für die einheimische Bevölkerung und verschweigt nicht die grausamen neokolonialen Verbrechen, die der indische Staat vor allem in den 50iger und 60iger Jahren des vorigen Jahrhunderts unter den Naga begangen hat – weitgehend unbeobachtet von der Weltöffentlichkeit.“

Da ich familiär mit Nordostindien und insbesondere mit Nagaland verbunden bin, bin ich bei Sudeeps Chakravartis Reportage über Indiens Nordosten…

Max Thurian, Das Eucharistische Gedächtnis: Lob- und Bittopfer: „So läßt uns die jüdische Passaliturgie, in deren Rahmen Jesus das heilige Abendmahl gefeiert hat, verstehen, dass die Eucharistie ein Lobpreis der Wundertaten Gottes ist, Lobopfer und Danksagung, ein Gedächtnis, das heißt eine Vergegenwärtigung des Leidens, der Auferstehung und der Fürsprache Christi, ein Gedächtnis, das zum Vater aufsteigt wie die Gabe des Kirchengebetes, das alle Nöte der Menschen Gott in Erinnerung ruft.“

Man muss als Evangelischer dem 1996 verstorbenen Taize-Bruder Max Thurian nicht in allem zustimmen, was dieser in Sachen „anabatisches“ Eucharistieverständnis…

Martin Luther, Bekenntnis der Artikel des Glaubens wider die Feinde des Evangeliums und allerlei Ketzereien (Vom Abendmahl. Bekenntnis, 3. Teil): „Das ist mein Glaube, denn so glauben alle rechten Christen und so lehrt uns die heilige Schrift. Was ich aber hier zu wenig gesagt habe, werden mir meine Büchlein zur Genüge bezeugen, besonders die, die in den letzten vier oder fünf Jahren hinausgegangen sind. Ich bitte alle frommen Herzen, mir dafür Zeugen zu sein und für mich zu bitten, dass ich in diesem Glauben fest bestehen und mein Leben beschließen kann. Denn wenn ich, wovor mich Gott bewahre, aus Anfechtung und Todesnöten etwas anderes würde sagen, so soll es doch nichts sein; ich will hiermit öffentlich bekannt haben, dass es unrecht und vom Teufel eingegeben ist. Dazu helfe mir mein Herr und Heiland Jesus Christus, der gebenedeit ist in Ewigkeit. Amen.“

Luthers »Bekenntnis der Artikel des Glaubens wider die Feinde des Evangeliums und allerlei Ketzereien« ist ein Sonderdruck des dritten Teils…