Die Kriegspredigten aus dem I. Weltkrieg sind ein besonderes Zeugnis für die Irrungen eines religionistischen Protestantismus. Aufschlussreich ist, was Friedrich…
Christoph Blumhardts Brief an seine Ehefrau Emilie nach dem Tod des Sohnes Herrmann 1909: „So, meine Liebe, sind wir um eine Gottestat reicher. Herrmann ist frei und los von seinen Gebundenheiten. Und heilig steht der Weg Gottes vor uns.“
Da starb ganz überraschend unfallbedingt der eigene Sohn Herrmann (1873-1909), während Christoph Blumhardts Ehefrau Emilie zwei der Söhne sowie ihre…
Christoph Blumhardts Predigt nach Kriegsausbruch vom 7. August 1914: „Es ist kein Volk besonders schuldig, und wir können nur sagen: »Herr, du bist es! Mache es gnädig! Mache es gnädig mit den Einzelnen, mache es gnädig mit den Völkern allen!“
Ganz anders als die hurrapatriotischen Kriegspredigten aus dem 1. Weltkrieg ist Christoph Blumhardts (1842-1919) Predigt vom 7. August 1914, die…
Kristlieb Adloffs TRE-Artikel „Namengebung“: „Im Namen wird der einzelne gemeinschaftsfähig und gerade darin als einzelner ansprechbar.“
Namengebung VI. Systematisch-theologisch Von Kristlieb Adloff 1. Der Name als Gabe Der (Personen-)Name wird gegeben und angenommen. Auch für den…
Søren Kierkegaard über das Jünger-Sein: „»Der Jünger« ist der Maßstab; die Nachfolge und Christus als Vorbild müssen angebracht werden! Dass ich dabei durchfalle oder auf die letzte Bank komme: darein finde ich mich demütig.“
Jünger Von Søren Kierkegaard Die Nachfolge muß angebracht werden, um Druck zu üben zur Demütigung. Ganz schlicht auf folgende Art:…
Hat Gott einen Plan für mein Leben? Was die Bibel dazu sagt: „Man wird der Bibel zufolge durchaus von göttlichen Vorhaben oder einer göttlichen Absicht sprechen können. So stehen das hebräische ʿeṣāh bzw. das griechische boulḗ für einen Ratschlag bzw. für einen Ratschluss. Bei einem göttlichen „Plan“ sind jedoch Mitbedeutungen im Spiel, die für Menschen verführerisch sind. Ein Plan macht ein durchdachtes Vorhaben sichtbar und hält es auf einem Medium fest (‚Blaupause‘), sodass es von seinem Urheber getrennt werden kann. Hätte Gott einen umfassenden Plan für mein Leben, wäre dieser Plan für mich gedanklich aneignungsfähig. Selbst wenn ich ihn nicht direkt zu erkennen vermochte, könnte ich dennoch darüber nachdenken, was er für mich vorsähe. So ließen sich meine Lebensziele auf einen angeblich von Gott gebilligten Plan stützen. Auf diese Weise wird die Berufung auf einen göttlichen Plan leicht zur Bestätigung bzw. Bestärkung eigener Wünsche und Vorhaben, als wären diese Teil einer umfassenden göttlichen Agenda.“
Hat Gott einen Plan für mein Leben? Was die Bibel dazu sagt Problematisch ist mitunter die Redeweise von einem „Plan…
Søren Kierkegaard, »Sehet die Vögel unter dem Himmel an!«: „Mensch, Mensch, verhärteter Menschenverstand, willst du es denn niemals vom Vogel lernen, den Verstand zu verlieren, um Mensch zu werden! Willst du es niemals lernen, in frommer Erhebung dem Vogel gleich zu verstehen, was arbeiten heißt? Du wirst freilich sogar schon dann der Wahrheit weit näher kommen, wenn du die Sache einmal umgekehrt herum ansiehst, dass nämlich die Arbeit nicht so sehr Mühe und Beschwer ist, von der man am liebsten frei wäre, sondern dass Gott vielmehr dem Menschen es erlaubt hat zu arbeiten, um ihm ein Vergnügen zu gönnen, ein Gefühl der Selbständigkeit, welches nicht zu teuer erkauft wird mit dem Schweiß des Angesichts.“
»Sehet die Vögel unter dem Himmel an!« Von Søren Kierkegaard »Sehet die Vögel unter dem Himmel an!« Wie denn, du…
Peter Sängers Annäherung an Hans Joachim Iwand: „Mit der Wechselbeziehung von Leben und Lehre lässt dieses Lebensbild auf eine Wende in der theologischen Entwicklung Iwands schließen, wenn nicht gar auf eine Mehrzahl von vollzogenen Brüchen. Dementgegen ist zunächst die Festigkeit hervorzuheben, mit der er auf dem einmal Erkannten beharrte. Er hat es sich niemals und nirgends leicht gemacht, früher bezogene Positionen aufzugeben. Für ihn sieht es eher so aus, dass er seinen Lehrern und Freunden bis zum Äußersten theologisch die Treue hielt. Er konnte mitunter nicht glauben, dass sie ihn im Stich ließen. Er besaß aber ein Gespür für die Hinfälligkeit und das Zerbrechen so mancher geistiger Voraussetzungen, etwa im nationalen Sinn, die für Grundlagen der evangelischen Kirche und des deutschen Protestantismus gehalten wurden.“
Peter Sängers Einleitung in das Buch „Hans Joachim Iwand. Theologie in der Zeit“ bietet eine gute Einführung in das theologische…
Peter Handke über das Abendmahl: „Wie ein Gewecktwerden für einen anderen Tag“
Wie ein Gewecktwerden für einen anderen Tag Von Peter Handke „Abendmahl“? Als ich, lange nach meiner 1. Kommunion, endlich von…