Martin Honecker über Hermann Diem: „Mit der Konzentration auf die Predigt als dem Grundgeschehen von Kirche war seine theologische Arbeit fast aus­schließlich an der Kirche und ihrer Praxis orientiert. Der württembergischen Kirche war er – trotz oder vielleicht sogar wegen mancherlei Auseinander­setzungen und Konflikten – sehr stark verbun­den.“

Hermann Diem (02.02.1900-27.02.1975) Von Martin Honecker Hermann Diem hat nicht nur einen bemerkens­werten Lebenslauf, sondern er führte auch eine sehr…

Kornelis Heiko Miskotte – Die Erlaubnis zum schriftgemäßen Denken: „Es ist «biblisch» unmöglich, eine Ontologie in die Gotteslehre einzuführen. Schon hier ist die «Orthodoxie» fatale Wege gegangen. Wenn die logische Verkrampfung, das Allgemeine voran, als Erstes, Tieferes, Umfassenderes denken zu wollen, gelöst wird, wenn die Deduktion aus dem Begriff zurückweicht vor der Induktion aus dem Namen, wenn in unsere Besinnung die «biblische» Bewegung aufgenommen wird: vom Besonderen zum Allgemeinen, dann ist dieser Gang des Denkens als evident «biblisch» schriftgemäß.“

Die Erlaubnis zum schriftgemäßen Denken Von Kornelis H. Miskotte Das Echo, die Zustimmung, welche Barth in Holland gefunden hat, ist,…

Leszek Kolakowski, Bileam, oder das Problem der objektiven Schuld: „Erste MORAL: Schätzen wir die Stimme eines Tieres nicht gering – denn es weiß gelegent­lich etwas besser als wir. Zweite MORAL: Unwissenheit ist eine Sünde, und indem wir uns mit Unwissenheit recht­fertigen, fügen wir den alten Sünden eine neue hinzu.“

Leszek Kolakowski (1927-2009), der wohl bekannteste polnische Philosoph des 20. Jahrhunderts, hatte trotz kommunistischer Sozialisation immer auch ein Faible für…

Kornelis Heiko Miskotte – Letzte Worte (Über Psalm 22): „Der Name, dieser Name, das ist die Tragkraft, die Brücke, über die dieses Geheimnis sich vollzogen hat vom Leiden zur Herrlichkeit, die so absolut geschieden sind und so innig verbunden werden. Jesu Auferweckung zugunsten seiner Genossen, zugun­sten seines Volkes, ist die Quelle ‚letzter Worte‘ geworden.“

Letzte Worte Von Kornelis Heiko Miskotte Einleitung des Übersetzers Der hier wiedergegebene Beitrag von Kornelis Heiko Miskotte (1894-1976) ist in…

Henning Luther, Die Lügen der Tröster (1991): „Seelsorge, die Trost vermitteln will durch die Behauptung von Sinn und Bestärkung von Lebensgewißheit, ist immer in der Gefahr, der Fassadenwelt aufzusitzen. Das „Dahinter“ einer trostlosen Welt, die um den Verstand bringt und in die Verzweiflung treibt, bleibt ausgespart und verdrängt.“

Henning Luthers (1947-1991) postum veröffentlichter Vortrag „Die Lügen der Tröster“ von 1991 ist für die Seelsorge während der Corona-Pandemie eine…

Die Heilung der verdorrten Hand ohne Jesu Übertretung des Sabbatgebotes in Markus 3,1-6: „Wird Jesus am Sabbat therapeutisch tätig, verstößt er gegen die Tora bzw. die Halacha. Jesus stellt in 3,4 klar, dass für ihn Gutes tun bzw. heilen auch am Sabbat Priorität hat. Aber dann nimmt er selbst keine Handlung vor, die ihm als Heilungsakt zugeschrieben werden kann. Stattdessen die Aufforderung an den Mann: ‚Strecke deine Hand aus!‘ (V 5) Im Vollzug der aktiven Handbewegung demonstriert dieser, dass Heilung an ihm bereits geschehen ist. Eine identifizierbare therapeutische Handlung Jesu ist also nicht erforderlich. Und doch weiß jeder, dass diese Heilung durch Jesus veranlasst worden ist.“

Die Heilung der verdorrten Hand ohne Jesu Übertretung des Sabbatgebotes in Markus 3,1-6 Im Evangelium nach Markus werden in 2,1-3,6…

Karl Barth über die Selbsttötung (Kirchliche Dogmatik): „Wir werden mit dem Eindeutigen beginnen müssen: Selbsttötung als Betätigung einer ver­meintlichen, einer angemaßten Souveränität des Menschen über sich selbst ist Verlet­zung des Gebotes, ist Leichtsinn und Willkür, ist Frevel, ist Selbstmord. Sein Leben von ihm zu nehmen, ist Sache dessen, der es dem Menschen gegeben, nicht seine eigene Sache.“

Nachdem jüngst Reiner Anselm, Isolde Karle und Ulrich Lilie in der F.A.Z. die Möglichkeit eines assistierten Suizids in kirchlichen Einrichtungen…