Reinhart Koselleck über die Zeit: „Wenn sich alles nur stetig wiederholte, gäbe es keinen Wandel. Daher lautet die für Natur- und Geistes­wissenschaften gemeinsame Herausforderung, Prozesse zu erkennen, die sowohl innovativ sind, als auch auf wiederkehrenden Voraussetzungen ihrer Innovation beru­hen.“

Zeit Von Reinhart Koselleck Zeit (griech. chronos, lat. tempus) ist wie Raum ein Uni­versalbegriff, ohne den keine menschliche Erfahrung und…

Dietmar Willoweit über „Herr, Herrschaft“ im Lexikon des Mittelalters: „Indem die Herrschaft aber polizeilich ordnend tätig wird, gewinnt sie allmählich eine neue Qualität, für die im 15. Jahrhundert das Wort ‚Obrigkeit‘ geprägt wird. Damit aber bahnt sich eine dem mittelalterlichen Herrschaftsdenken fremde Konzentration der vornehmsten politischen Rechte an, für die in der Neuzeit der Begriff des Staates steht.“

Dietmar Willoweits rechtsgeschichtlicher Lexikonartikel über Herr und Herrschaft aus dem Lexikon des Mittelalters von 1989 ist immer noch instruktiv zur…

Balthasar Mentzers Catholisches Handbüchlein (1619) als lutherisches Kompendium der Theologie: „Welches ist die rechte, wahre, uralte katholische Lehre? Die der gnädige und barmherzige Gott selbst den Menschen geoffenbart hat, daß sie Ihn dar­aus recht erkennen und Ihm nach Seinem Wohlgefallen dienen und selig werden sollen.“

Ähnlich wie Leonhard Hutter 1610 mit seinem Compendium Locorum Theologicorum hat auch Balthasar Mentzer (1565-1627) 1619 ein lutherisches Kompendium der…

Martin Luther über die verborgene Kirche in seiner Vorrede zur Offenbarung Johannes von 1530: „Es ist dies Stück »Ich glaube eine heilige christliche Kirche« ebenso wohl ein Artikel des Glaubens wie die andern. Darum kann sie, die Kirche, keine Vernunft, wenn sie gleich alle Brillen aufsetzte, erkennen. Der Teufel kann sie wohl zudecken mit Ärgernissen und Rotten, dass du dich dran ärgern musst. Gott kann sie ebenso auch mit Gebrechen und allerlei Mangel verbergen, dass du drüber zum Narren werden und ein falsch Urteil über sie fassen musst. Die Kirche will nicht ersehen, sondern erglaubt sein. Glaube aber ist von dem, das man nicht siehet. Und sie singet mit ihrem Herrn auch das Lied: »Selig ist, der sich nicht ärgert an mir.«“

Über die verborgene Kirche (Vorrede zur Offenbarung Johannes von 1530) Von Martin Luther Es ist dies Stück »Ich glaube eine…

Ernst Benz über die heilige Höhle in der alten Christenheit und in der östlich-orthodoxen Kirche: „Die Kirche hat eine Art Rückwendung zur Höhle vollzogen, aber nicht mehr im alten Sinne, sondern in einem neuen Sinne, indem sie die Höhle in Beziehung setzte zu dem menschgewordenen Herrn, und die in der Höhle gleichzeitig die Geburtshöhle, die Auferstehungshöhle und die Offenbarungshöhle des Herrn erblickte.“

Die heilige Höhle in der alten Christenheit und in der östlich-orthodoxen Kirche An Heilig Abend sehen wir in aller Regel…