Kornelis Heiko Miskottes Predigt über Psalm 22: „Letzte Worte, das heißt: Worte, denen wir keine anderen mehr hinzufügen können, um sie zu überbieten oder zu korrigieren, und zugleich letzte Worte auch in dem Sinn, daß sie in der Erinnerung der Nächsten haften bleiben und etwas zum Ausdruck bringen von dem Wesen eines Lebens, wie es gelebt wurde, etwas von dem Leid und etwas von der Stille, die um jedes Menschenkind ist, auch wie es in Unsagbarkeit erlebt wurde.“

Letzte Worte. Predigt über Psalm 22

Von Kornelis Heiko Miskotte

Einleitung des Übersetzers

Der hier wiedergegebene Beitrag von Kornelis Heiko Miskotte (1894-1976) ist in sich selber in hohem Grade eine Predigt im Gespräch. Sie lässt sich von Anfang an in ein vielschichtiges Gespräch verwickeln: mit ihrem doppelten Text, mit der angeredeten Gemeinde, mit der akademischen Theologie, mit akuten Abirrungen des Verstehens, und führt geduldig vor das Zentrum der Schrift, ohne die durchwanderten Stationen zurückzulassen. Formell ist sie gar keine mündlich gehaltene Predigt, sondern eine für eine Zeitschrift geschriebene Meditation aus dem Jahr 1967. Doch der Gattungsunterschied fällt nicht ins Gewicht. Sie gleicht den Predigten des Verfassers aus jener Zeit im Umfang wie im Stil. Charakteristisch ist hier wie dort das gleichsam tastende Suchen nach dem rechten Wort, wodurch die Hörer bzw. Leser sozusagen in den Gang der Gedanken im Prozeß ihrer Entstehung hineingezogen werden.

Mit dem Titel „Letzte Worte“ greift der Verfasser den allgemeinen Sprachgebrauch auf – und zugleich über ihn hinaus. Entscheidend und von schlüsselhafter Bedeutung ist der Plural. Die beiden als ‚Predigt‘-Text gewählten Halbverse aus dem 22. Psalm, der ja schon den synopti­schen Evangelisten bei der Gestaltung der Passionsgeschichte die Feder geführt hat, diese Worte samt ihrem jeweiligen Kontext haben in gleicher Weise den Rang „letzter Worte“, kei­ner Ergänzung fähig, keinem Ausgleich untereinander zugänglich. Sie stehen in unaufge­löster Spannung zueinander, sowohl was die darin aufgenommene innere Erfahrung der Glauben­den als auch was die in dem Psalm verborgene Christusverkündigung betrifft.

Zwei (oder mehr) „letzte Worte“, in ihrer Widersprüchlichkeit einander untrennbar verbun­den, eines nicht ohne das andere: den Kenner erinnert das an die Grundstruktur der ‚dialekti­schen Theologie‘, die so leicht in den Verdacht geriet, letzten Endes ein bloßes Gedankenspiel zu sein. Dem Verdacht, mit Scheingegensätzen hingehalten, womöglich bloß spannend unter­halten zu werden, ist wie der geschulte Theologe jeder Christ, jeder Predigthörer ausgesetzt. Wie können Jesu schimpflicher Tod und seine Auferstehung beide wahr sein, ohne sich gegen­seitig zu relativieren?

Die atemberaubende Eindrücklichkeit dieser Meditation, die dem Leser keine intellektuelle Anstrengung erspart, liegt in der Verweigerung jedes eigenmächtigen Ausgleichs der Spa­nnung. Aufgelöst ist sie nicht anders als in der verborgenen Einheit des scheinbar vielgestalti­gen Gottes der Bibel selbst: in der Person des einen Jesus Christus, im Evangelium, das es am Karfreitag und zu Ostern – und deswegen immer – zu predigen gilt: in unerschöpflichen Varia­tionen, aber nie anders als in dieser Spannung und ihrer außer uns, in Gottes Wunder, voll­brachten Lösung. Miskottes Meditation ist eine einmalige Predigt – und so etwas wie die Matrix aller rechten Predigt.

Hinrich Stoevesandt

Ich bin ein Wurm und kein Mensch (Psalm 22, 7)

Ich werde deinen Namen kundtun meinen Brüdern (Psalm 22, 23)

I.

In Psalm 22 finden wir letzte Worte, wie man sie bei einem endgültigen Abschied oder auch in der Beichte oder beim Sterben spricht, herausschluchzt oder flüstert.

Letzte Worte, das heißt: Worte, denen wir keine anderen mehr hinzufügen können, um sie zu überbieten oder zu korrigieren, und zugleich letzte Worte auch in dem Sinn, daß sie in der Erinnerung der Nächsten haften bleiben und etwas zum Ausdruck bringen von dem Wesen eines Lebens, wie es gelebt wurde, etwas von dem Leid und etwas von der Stille, die um jedes Menschenkind ist, auch wie es in Unsagbarkeit erlebt wurde.

So sagt der Psalm etwas aus von dem Menschenleben, wie es unter Gottes dunkler Hand und unter seinem lichten Himmel daliegt. Verwerfung und Erwählung, Recht und Gnade, das Nichtige und die Vollendung, die äußerste Not und der höchste Lobgesang, das bedrohte und das befreite Dasein.

Wir haben zwei Worte ausgewählt: „Ich bin ein Wurm und kein Mensch“ und aus dem zwei­ten Teil dieses Psalms: „Ich werde deinen Namen kundtun meinen Brüdern; inmitten der Gemeinde werde ich dein Lob singen.“

„Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott vor den Menschen und verachtet vom Volk.“ Das „Aber“ bezieht sich noch auf das Vorangegangene, wo der Leidende sich daran erinnert, wie es in früheren, frommeren Zeiten immer gewesen ist – wenigstens so empfindet er es, er ist eine Ausnahme. „Auf dich haben unsere Väter vertraut, und ihnen wurde heraus­geholfen; du hast sie herausgerissen; sie haben zu dir gerufen, und sie sind nicht beschämt worden.“

„Aber ich, ich bin ein Wurm und kein Mensch.“ Der hier spricht, ist nicht irgendeiner, obwohl im Lauf der heiligen Geschichte und im Lauf der heiligen Kirche fast jeder, wenn er aufrichtig ist, dies in Anfechtung unter bestimmten Umständen auf seine Lippen nehmen könnte; der hier spricht, ist ein Kind des Bundes Gottes mit Israel, einer, der die Taten des Herrn, die so befreiend eingegriffen haben in das Leben und in die Geschichte, nicht in Einklang bringen kann mit der Verlassenheit, die jetzt über ihn gekommen ist. Es ist eine Verlassenheit, die noch eine andere Dimension hat als nur dies, dass er einsam ist. Es ist das Scheitern jenes Gottes, „der Treue hält ewiglich und nicht fahren lässt das Werk seiner Hände“. Wenn das geschieht, wenn Gott so anders ist als seine Definition, stürzt alles ein. Dann steht ein Sohn des Bundes nicht mehr in Beziehung, nicht mehr zu Gott und nicht mehr zu den Menschen. Er ist ein Untier, er ist ein Wesen, das man verächtlich behandelt und zertritt, er ist ein Wurm, er erfährt einen Gestaltwandel. Ein solcher Sohn spricht ‘letzte Worte’. Die gelten für das mes­sianische Dasein. Zu diesem Dasein gehört die Erniedrigung des Herzens, das von der Hoff­nung lebt; und jetzt: „Ich bin ein Wurm und kein Mensch“: so etwas, wie Kafka beschrieben hat in der Erzählung „Die Verwandlung“. Da wird der Handlungsreisende Gregor Samsa eines Morgens plötzlich wach und findet sich wieder als ein gewaltiges Insekt, ein Riesentier mit Panzern und Scheren; und dann heißt es, gleich kurz nach dem Anfang: „… er war begie­rig zu erfahren, was die anderen [die Hausgenossen], die jetzt so nach ihm verlangten, bei sei­nem Anblick sagen würden. Würden sie erschrecken, dann hatte Gregor keine Verantwortung mehr“ – weil er in keinem beseelten Lebenszusammenhang mehr vorkam. – Ursache und Hintergrund der Verachtung des Volkes, der Nächsten wird nicht gesucht (davon findet sich in dem ganzen Psalm keine Spur) in einer eigenen Vortrefflichkeit, in der eigenen untadeli­gen, gottesfürchtigen Vergangenheit. Nein, unter dem Schein, unter dem Schleier jener Ver­achtung lebt etwas anderes, und das ist eben die Verlassenheit, so wie es ein paar Verse später ausgedrückt ist: „Er hat es auf den Herrn geworfen, dass der ihm heraushelfe, ihn herausreiße, hat er Lust zu ihm“ (Ps 22,9).

Ein ungeheuerlicher Gedanke, bei dem uns wohl schaudern kann, bei dem wir aber auch, wie es uns vorkommt, aufspringen können, so wie in der Zukunft nach dem Schluss von Jesaja 52 die Völker aufspringen werden.[1] In was für einer widersprüchlichen, geschmeidigen, mehrdi­mensionalen Welt leben wir!

Die Liebe Gottes, das Wohlgefallen, die Lust, dass er Freude an uns hat, weil wir ihm so teuer sind – keine Religion, keine Weltanschauung hat je davon gewusst. Es ist auch schwindelerre­gend. Wir, wir verdrehen es stets, wir machen daraus unsere Liebe zu Gott (und dabei können wir uns etwas vorstellen!), oder wir machen ein objektives Liebesprinzip daraus. Aber dass der Vater aller Herzen und der Herr aller Welten sich um uns kümmert, dass Er eine Liebesbe­ziehung zu uns hat, dass Er wie ein Vater oder auch wie ein Bräutigam ein sorgendes Auge auf unseren Weg richtet, das ist verrückt, unvorstellbar, unglaublich.

Aber wenn man nun von diesem ‘Verrückten’ gelebt, seine Lebenskraft und Wehrhaftigkeit daraus geschöpft hat, dann ist die Verlassenheit ebenso ungeheuerlich, wie der Gedanke der Liebe Gottes ungeheuerlich ist. Dann ist da kein Mensch mehr, kein messianischer Mensch, kein berufener Sohn. Leiden ist Ohnmacht, Abgeschnittensein von unseren eigenen Gaben, von unserer eigenen Bestimmung, vom Sinn unseres Lebens – abgeschnitten, unversehens, von der schon erreichten Erfüllung, abgeschnitten von unserer eigenen Identität.

Schon wurde von Gelehrten gesagt (ich gehe darauf nicht näher ein, muss es aber doch er­wähnen), man könne Psalm 22 auffassen als einen liturgischen Gesang im Kultus, wo der König am Neujahrsfest stirbt für das Volk, um kurz darauf, nach bestimmten magischen Handlungen, wieder aufzuleben; der König, der für alle steht, ist auch derjenige, der für alle untergehen muss, und der König, der untergeht, ist auch derjenige, der für alle, zugunsten aller, am Neujahrsfest auferstehen muss. Ich hänge nicht unbedingt an dieser Theorie, weil sie auf allerlei Voraussetzungen beruht, die ich nicht teile; aber sie kann uns helfen, uns ein wenig freizumachen von unserem individualisierten Verständnis. Denn sehr viele Menschen denken doch: Jesus Christus ist ein ganz anderer als wir, und sowohl logisch als auch ethisch ist es doch wunderlich, dass auf ihm liegen soll, was auf uns liegen müsste.

Jesus selbst hat in seinem Leiden die Kreuzesworte gerufen und mit besonderem Nachdruck, unter Not und Angst, die Worte aus Psalm 22: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Es waren Psalmworte, es waren ‘letzte Worte’; er hatte nichts anderes, er lebte aus der Bibel, er hatte keine Kultur. Er hatte kaum Anteil an der Liturgie des Tempels, er hatte aus dem Alten Testament gelebt. Da waren seine Brüder, da waren seine Väter. Nach der Erzählung vom letzten Abendmahl heißt es, sie hätten das Hallel gesungen: Psalm 113-118. Es heißt: „Als sie das Hallel gesungen hatten, gingen sie hinaus zum Ölberg“, nach Gethse­mane – das Hallel, in dem es unter anderem heißt: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Taten des Herrn verkündigen“ (Ps 118,17). Beschwörender Refrain: Ich werde nicht sterben, sondern leben! Aber Gott antwortet nicht in diesen Vorwehen der Agonie. Ein Mensch ist kein Mensch mehr, er ruft und findet keine Stille, in einer unendlichen Entfrem­dung von sich selbst stürzt er ins Nichts.

Wir sprechen von dem heiligen Leiden und Sterben Jesu Christi. Und ‚heilig‘ bedeutet immer: anders. Das heilige Land ist kein gewöhnliches Land, sondern ein anderes Land, mit einer anderen Bestimmung. Ein heiliger Tag, ein heiliges Opfer, ein heiliger Ratschluss. So ist auch das Leiden Jesu heilig, das heißt anders als unser Leiden, anders als unser Tod. Und doch, wir könnten das nicht sagen und nicht durchhalten und zu unserem Trost bedenken, wenn das andere nicht noch viel mehr und noch viel ursprünglicher wahr wäre: dass sein Leiden und Sterben darin heilig ist, dass er sich gerade nicht distanziert von unserem Leiden und unserem Tod. Ach, wie wird das oft voneinander auf Abstand gehalten: Jesus dort und wir hier, wir hier mit unseren Sorgen und unseren Wunden, mit unserem Sterbebett und mit all den Ängsten, die aus unserem Wesen aufsteigen!

Ich kann es auch so sagen: Jesus hat mit uns gelitten, mit Israel, mit den Propheten. Jesus hat für uns gelitten, aber er hat allererst – und das ist der Grund dieses ‘für uns’ – mit uns, an unserer Stelle (das bedeutet in diesem Zusammenhang nicht: uns vertretend) erlitten, was zum Menschsein gehört. Mit uns war er ‘auf Gott geworfen’, mit uns war er „aus dem Mutterleib gezogen, der Herr ließ ihn an der Brust seiner Mutter geborgen sein“ (Ps 22,10) – so ganz Mensch, eingetaucht in unsere Ordnung und Unordnung, in unsere Freude und in unseren Schmerz. Seine Heiligkeit bedeutet nicht allein, dass er Gott repräsentiert, ja Gott ist, funk­tional Gott ist in dieser Solidarität; die Heiligkeit ist auch, und zwar grundlegend, das Erste, was wir zu sehen haben, dass er mit uns, mit Luther zu reden, „ein Kuchen“ geworden ist. Wir dürfen nun auch wieder nicht nach unserer Art das Menschliche abstrakt nehmen und von unserem Begriff ‚Persönlichkeit‘ als Individuum aus denken. Den Segen des Wortes, die Kraft auch der Strukturen des Wortes, auch die Perspektive der ‚letzten Worte‘ dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Es ist in der Bibel immer wieder derselbe Mensch, der wiederkommt: als der Erstling, der Erwählte, der Verworfene, der Erhöhte. Jedes Mal ist er ein Repräsentant des Volkes, und das Volk repräsentiert die Menschheit. Es braust alles gemeinsam im Strombett des Blutes und der Vergangenheit. Es ist wie im ersten Kapitel von Thomas Manns Joseph-Tetralogie unter dem Titel „Höllenfahrt“. Höllenfahrt, das will sagen: der Gang in den Hades, den Hades der Vergangenheit, und im Hades der Vergangenheit findet man immer dieselbe Figur, immer wieder verwickelt in dieselben Probleme, immer wieder einem Schicksal unter­worfen, das nicht sein Schicksal ist, immer wieder zu einem Ziel führend, das sein Ziel ist und doch auch das Ziel anderer. Ein englischer Gelehrter hat von corporate personality gespro­chen: einer Persönlichkeit, die eingebettet ist in ein Kollektiv, und ein Kollektiv, das sich entfaltet in einer Persönlichkeit.

Und so finden wir auch bei Jesaja, in den Liedern vom Knecht des Herrn, Ihn, der unsere Krankheiten getragen hat und um unserer Übertretungen willen verwundet ist, aber der doch zuerst selber die Krankheit unseres innersten Lebens trägt, die Krankheit des Menschenle­bens, in dem es so schauerlich einsam zugehen kann. Man kann, etwa bei Jesaja 53, fragen: Was ist hier gemeint? Ist eine Person gemeint, vielleicht ein Zeitgenosse, eine Figur der Öffentlichkeit oder ein heimlicher Frommer, vielleicht die Gemeinde oder „der Rest, der umkehrt“ (Jes 10,21), oder ist es Israel selbst, das in dieser Welt immer verfolgt wird, oder das ideale Israel, oder der Messias? Sieh, es ist dies alles zugleich, in einer hierarchischen Ordnung oder in konzentrischen Kreisen um ein Zentrum herum, und dieses Zentrum ist der Prozess zwischen Gott und Mensch. Konzentrische Kreise von Verwerfung und Erwählung, von Verlassenheit und Erhöhung sind Sein Teil und das Teil des Volkes und, sehr verborgen, auch das Teil alles dessen, was Menschenantlitz trägt, unter einer Menschenfrage einhergeht, einen Menschenschrei erstickt.

Das andere, was hier zu bedenken ist, scheint mir dies zu sein: Bevor eine Gemeinschaft zwischen diesem Einen und dem Volk und der Menschheit entsteht, bevor im persönlichen Leben oder im Leben des Volkes oder der Völker etwas geschieht, ist die Gemeinschaft mit Gott vorausgesetzt, und das ist der Boden, auf dem das wirkliche Menschsein und das wirk­liche Israelit-Sein und das wirkliche Christsein erblüht. Paulus sagt es so, es ist – beinahe überflüssig, es auszusprechen –: Wir „sind in Christus“. Darum ist keine Rede von Schuld­übertragung, Willkür des Strafmaßes, persönlicher Zurechnung ohne einsehbaren Grund. Jesus steht dem Menschenleben nicht gegenüber, sondern er ist unser Bruder: nicht in dem Augenblick, in dem wir glauben, nicht in dem Augenblick, in dem er uns verkündigt wird, sondern von Ewigkeit. Noch bevor sich der erste, der glänzende Teil seines Werkes, seines Dramas abspielt, noch bevor er unansehnlich wird und bevor er erhöht wird, ist er der Unsri­ge, mit uns, sind wir in ihm. Ich könnte es auch so sagen: Er heißt in der Bibel der Sohn Abrahams, der Sohn Davids – und ebenso könnte gelten: der Sohn Hiobs, der Sohn Asaphs –, aber auch (nach dem lukanischen Stammbaum, Lk 3,23-28) der Sohn Adams. Er heißt der Sohn des Menschen. Er ist nach Paulus der zweite Adam. Das ist nicht eine Person, sondern das ist die ganze Menschheit in dieser Person. Wenn wir mit dem Johannesevangelium sagen: „Ecce homo“ (Joh.19,5), dann meinen wir das doch eigentlich in dem Sinn, dass von Ewigkeit in seinem göttlichen Wesen, in seiner göttlichen Bestimmung etwas ist, was auch für uns bestimmt ist, uns verheißen ist, mehr: uns zugerechnet ist, mehr: Wir sind zu ihm gerechnet.

So ist denn ‘in Christus’ kein Wesensunterschied zwischen dem ‘letzten Wort’ in der Klage und in dem zweiten Text: „Dann werde ich deinen Namen meinen Brüdern kundtun; inmitten der Gemeinde werde ich dein Lob singen.“ Darüber kann man auch nicht hinausblicken, dahinter kann man auch nichts mehr erwarten. Das kann man auch nicht übertreffen oder verbessern, es sei denn durch eine dritte Reihe ‘letzter Worte’, wie sie hier aufgezeichnet sind im 22. Psalm, nämlich das Universale der Aussicht: „Alle Enden der Erde werden gedenken und sich zum Herrn bekehren“ (v. 28).

Und daraus wird ganz klar, damit wird unserem Herzen – nicht nur dem Verstand, sondern dem Herzen – nahegebracht, dass Kreuz und Auferstehung so innig zusammengehören, dass wir mit jeder Überakzentuierung die Harmonie Gottes stören, den „vollen Ratschluss Gottes“ (Apg 20,27) verkürzen. Kreuz und Auferstehung sind nicht nur Seite und Kehrseite, sie berüh­ren sich nicht nur, sie gehen nicht ineinander über; sie durchdringen einander, sie geben ein­ander Sinn. Darum ist auch die Behauptung von Gelehrten der älteren Zeit rationalistischer Unsinn, der zweite Teil von Psalm 22 sei ein neuer, hier angehängter Psalm, ein verirrtes Stück, etwas ganz anderes; das sei doch nicht möglich: erst: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ und dann: „Ich werde deinen Namen kundtun meinen Brüdern; inmitten der Gemeinde werde ich dein Lob singen“ – das sei nicht möglich. Ja, in der Litera­tur nicht, aber sehr wohl im Leben. Im Leben des Messias!

Ein anderer älterer Gelehrter, Franz Delitzsch, vor dem ich besonderen Respekt habe, der Gründer des Institutum Judaicum, sagt es so, und man kann es eigentlich nicht besser sagen: In seinen Klagen ist der König hinabgestiegen in eine Tiefe, die jenseits der Tiefe alles Lei­dens liegt, und er steigt mit seiner Hoffnung in eine Höhe, die jenseits aller Hoffnung und Erwartung liegt.

II.

Es scheint, als fehlte in der Schrift den ‚letzten Worten‘ der letzte Ernst. Einerseits ist alles schwer geladen: Sünde und Gericht, der Untergang des Messias. Da sind die unentrinnbaren Finsternisse, da öffnet sich das Tor der Hölle. Und dann plötzlich erscheint das, was mehr als tragisch ist, nämlich nihilistisch, als ein Zwischenstadium. Ich kann mir so gut vorstellen, dass Menschen, obwohl aufgemuntert oder erleichtert, sich betrogen fühlen, als wäre alles ein Spiel, in dem Gott und Mensch, der Satan und der Tod die Figuren sind. So etwas finden wir nicht nur in den mittelalterlichen Mysterienspielen, es lebt auch auf dem Hintergrund der systematischen Theologie, namentlich der gnostischen, die das Ganze zu überblicken und zu ergründen meint. Es wird fast frivol von lauter Tiefen, die ineinander übergehen und sich gegenseitig aufheben. Und uns schwindelt (als Zuschauern) von dem Drama, dem heiligen Drama, der ‚divina commedia‘. Es ist ein spekulatives Denken in Bildern. In dem sind letzte Worte ersetzbar und austauschbar. Es führt zu einem geistlichen Vagantentum. Dem Spieleri­schen dieses Denkens wohnt Blasphemie inne.

An einem scharfen Widerstand seitens der Existenz hat es in der Kirche niemals gefehlt. Es waren die im weitesten Sinne Einfältigen, die wussten, dass die Gnosis das geistliche Leben zerrüttet, weil der letzte Ernst den letzten Worten selbst des Messias fehlen würde, wenn nicht Gott selbst die letzte Wirklichkeit ist, die in die Welt, ins Leiden eingegangen ist, um „das All zu tragen mit dem Wort seiner Kraft“ (Hebr,1,3). Ach, wir meinen, alles sei eine Art Spie­gelfechterei und Gott treibe ein Spiel mit uns. Doch ist es umgekehrt, wir spielen, bei uns ist, in der Tiefe, nichts ernst; wir spielen mit Gott. Und dann meinen wir: Wunderlich, wir werden verschont, letzten Endes geht es doch gut aus. Jedoch: Bei uns ist die Gottverlassenheit, aber Christus kommt in die Gottvergessenheit. Das ist der letzte Ernst, auf den sich die letzten Worte beziehen. Der 22. Psalm würde ein Spiel vorstellen, wenn er nicht auf „Gottes eigenes Blut“ (Apg 20,28) verwiese. Wenn wir in dieses Heilsgeheimnis eingeweiht werden, dann dürfen, nein dann müssen wir das eine und das andere der ‘letzten Worte’ ergreifen. Auch das Frohe, das Triumphierende des Messias. Darum werden wir – nicht in Frivolität, aber in Glau­be und Ekstase – mit dem Herrn Jesus sagen: Ich werde deinen Namen meinen Brüdern kund­tun; inmitten der Gemeinde werde ich dich preisen.

Was uns eigentlich befremdet und verwirrt an der ‘Leidenszeit’, was der lauteren Meditation (und auch der rechten Verkündigung) im Wege steht, ist das Schwebende, das Irreale, das ihr anhaftet. Geht es um das Kreuz, dann wissen wir: wir können nicht dauernd auf das Leiden, auf die Misere an sich starren; geht es um die Auferstehung, dann kommt uns das Wissen in die Quere, dass wir wohl in Worten die Kontinuität von Gottes Werk feiern, während die Diskontinuität so brennend ist (sie ‘schreit gen Himmel’). Es ist uns, als werde in der Zerflei­schung des Messias von höchster Stelle mit dem Leid der Welt Spott getrieben. O Verdruss am Licht, o Niedergeschlagenheit über den Verlauf, o quälendes Rätsel, dass die ‚letzten Wor­te‘ über dessen Ziel so unverantwortlich auf das Wesen und die Wirklichkeit der Ge­schichte vorausgreifen, dass sie darüber hinstreifen, als wären sie ein Gedicht, das die Greuel zudecken will!

Wir ‚sind auf Golgatha‘, „und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land“, und in dieser Finsternis wird gerufen: „Er hat Gott vertraut; der befreie ihn nun, hat er Lust zu ihm!“ (Ps 22,8f.; Mt 27,43). Aber ‘stehen wir’ auf der Schädelstätte? Können wir uns mit ihm identifizieren? Ist das nicht ein ‘Spiel’ unsererseits? Diese Finsternis zerreißt der Schrei: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! Eli, Eli – es ist JHWH in seiner Macht, in seiner kosmischen Übermacht, aber vor allem der Herr der Geschichte; der, der für die Zukunft bürgt, ist und bleibt verborgen. Bei Ihm ist der letzte Ernst, von dem aus die ‚letzten Worte‘ sinnvoll sind.

Lasst mich noch einmal, auch wenn unehrerbietig klingt, auf „Die Verwandlung“ von Kafka zurückkommen. Als das Insekt der Familie lästig wird, wird es buchstäblich vom Fußboden gefegt, und die Verwandten stehen erleichtert am Fenster, Arm in Arm, und der Vater sagt nach einer kurzen Stille: „Lasst uns endlich die alten Sachen lassen!“ Oder man greife zu einem anderen Stück dieses abgründig-hellsichtigen Dichters: „Das Urteil“. Als dort der arme, einsame Junge, der aus dem Munde seines halb verkalkten Vaters (der sich in senilem Eigen­sinn zum Richter über sein Leben aufwirft) etwas aufgeschnappt hat, was wie ein Vorwurf, eine Verwerfung klang, sich in dem Moment von der Brücke ins Wasser stürzt, in dem der Lärm von einem Omnibus den Fall ins Wasser übertönt, und er dann leise sagt: „Liebe Eltern, ich habe euch doch immer geliebt“ – dann sagt Kafka so verhalten, so bitter: „In diesem Au­genblick ging über die Brücke ein geradezu unendlicher Verkehr.“

Die Kälte des Alls ist nicht so vernichtend wie die Gleichgültigkeit der Menschen. Nicht zu­fällig-übertrieben, sondern mit tiefem Verstehen gebraucht Kafka hier das Wort „unendlich“. Unter dem menschlichen ‘Verkehr’ geht der Mensch mit seinem eigenen Leben unter.

Unmenschlich ist, was auch an uns geschieht, unmenschlich entstellt gehen viele durchs Le­ben, entstellt durch das, was Menschen ihnen antun, durch den immer tiefer eindringenden Stempel ihrer Einsamkeit. Auch der Dichter von Psalm 22 spricht einmal von seiner Seele als „meine Einsame“[2]: „Rette … meine Einsame von der Gewalt des Hundes“ (V.21); eine bessere Übersetzung ist vielleicht „meine Einzige“[3] (denn ‘einsam’ hat einen reichlich gefühlsmäßi­gen Klang): das einzige, woran meine Identität hängt, das einzige, wodurch ich in Beziehung zu dir stehe, die ich offenkundig jetzt nicht mehr habe. Ist es möglich, in der Bibel zu lesen und zu denken, dass „Eli, Eli“, dass der so wie jener irdische Vater sagen wird: „Lasst nun endlich die alten Sachen!“? Das würde die äußerste Beschämung sein. „Sie haben auf dich vertraut, sie sind nicht beschämt worden“ (Ps 22,6). Das ist die Scham wie ein Fieber in den Adern, wie ein Fieber, das weiterwütet. „Ich bin ein Wurm und kein Mensch.“ So ist der Messias untergegangen.

Und jetzt die Wendung. Zuerst in dem Psalm. „Dann werde ich deinen Namen meinen Brü­dern kundtun; inmitten der Gemeinde werde ich dich preisen.“ Das stürzt, wenn ihr es recht versteht, aus einem ‘Jenseits’ über den Todeskampf in der Verlassenheit in den Liebes­schmerz. Es stürzt sich über alle Erfahrung weg wie ein reißender Bach. Die Gemeinde hat darin das Geheimnis der Auferstehung vernommen. Sie hat verstanden, dass Gott der Herr „eine abgeschnittene Sache getan hat auf Erden“ (wie die alte Übersetzung von Röm 9,28 lautet). Die Diskontinuität ist aufgenommen und verschlungen und aufgehoben in die Konti­nuität der Treue des Gottes Israels. Zwischen dem einen, der Erfahrung, und dem anderen ist kein Übergang, es ist ein Bruch. Darum dürfen wir zu Ostern auch nicht sagen, die Sache Gottes gehe weiter. Ostern ist das Fest des Auszugs aus dem schwarzen Land Mizraim (Ägypten), ist der Tag des Vorübergehens der Dämonen des Todes. So hat die Gemeinde, die alte Kirche, es immer verstanden, wenn sie im Alten Testament las von jenem König, der für alle einsteht, der sub contrario, im Schleier des Gegenteils, bei Gott geblieben ist und Gott bei ihr, als er – ‘kein Mensch mehr war’. Er ist auferweckt durch Gottes Freispruch und Neu­schöpfung, und auch das geschieht an ihm als „corporate personality“, an jenem Menschen, der unser Menschsein trägt, dem Menschen, der an unserem Menschsein zugrundegegangen ist, der unser Menschsein durch den Tod hindurchgetragen hat.

Das steht ganz deutlich im Neuen Testament: „Wir sind mit Christus auferweckt“; „wenn wir denn mit Christus leiden, werden wir mit ihm auch verherrlicht werden“ (Eph 2,6; Röm.8,17). Wir sind eine Pflanze mit Ihm geworden in der Gleichmachung seines Todes, und wir werden eine Pflanze mit ihm sein in der Identität seiner Auferstehung.[4] „So werde ich deinen Namen meinen Brüdern kundtun.“ Der Name, dieser Name, das ist die Tragkraft, die Brücke, über die dieses Geheimnis sich vollzogen hat vom Leiden zur Herrlichkeit, die so absolut geschieden sind und so innig verbunden werden. Jesu Auferweckung zugunsten seiner Genossen, zugun­sten seines Volkes, ist die Quelle ‚letzter Worte‘ geworden. „Inmitten der Gemeinde werde ich dich preisen.“ Jesus, der Auferstandene, trägt von neuem das prophetische Amt, und er flüstert, dass es über die Erde schallt, durch alle Räume, durch alle Zeiten hin. Und wir, an unserem Ort, erschüttert und getröstet, sagen in Ihm, durch Ihn, mit Ihm zusammen, wenn der Geist es uns gibt, jene dritte Reihe letzter Worte: Die Sanftmütigen sollen essen und satt wer­den; euer Herz soll ewiglich leben; erzählt wird von meinem Herrn dem kommenden Ge­schlecht, jenen, die kommen und selber von seiner Gerechtigkeit rühmen; denen, die noch geboren werden sollen, wird gesagt, dass Er es getan hat.[5] Wir lesen in Jesaja 52, 13-15: „Siehe, meinem Knecht wird’s gelingen, er wird erhöht und sehr hoch erhaben sein. Wie sich viele über ihn entsetzten – so entstellt, nicht mehr menschlich war seine Erscheinung und nicht mehr den Menschenkindern gleich seine Gestalt –, so wird er viele Völker aufspringen lassen; um ihn werden viele Könige verstummen. Denn die, denen es nicht verkündigt war, die werden es sehen, und die, die es nicht gehört haben, die werden es verstehen.“[6]

Es ist, außerhalb von uns, vollbracht. Das ist ‚das Ende von allem‘. Und hier ‚ist das Ende von weg‘. Unwillkürlich muss ich jetzt am Schluss an Mozart denken, an Mozarts Kirchenmusik. Mozart erzählt so ohne Klagetöne, als wäre nichts geschehen, so, dass erstaunlich Wonne und Tod sich in einem F-Dur-Akkord symbolisch schneiden und sich aufheben zur Verherrlichung von Gottes Kontinuität, seiner Treue, seines Wesens. Mozart bekennt eine fröhliche Tiefe von oben. Und alle, die sagen: „Das ist so flach, es nimmt das Dunkle nicht ernst“, die wissen nicht, was sie sagen. Mozart weiß sehr wohl vom Dunkel, aber in seiner Kirchenmusik waltet mit einem letzten Ernst jene herrliche Oberflächlichkeit, die darauf beruht, dass es vollbracht ist.

Über dem Psalm steht eine Überschrift. Man soll nicht zuviel dahinter suchen, aber ich kann es doch nicht lassen, darauf hinzuweisen. Da steht, dieser Psalm sei in der Liturgie zu singen auf die Melodie des Liedes „Aijeleth hasschachar“, das heißt: „Das Morgenrot ist wie eine Hirschkuh“, und dann folgt der Text: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ und: „Ich werde deinen Namen meinen Brüdern kundtun“.

Der priesterliche Dichter Barnard singt, dies alles vor Augen: „Christus, nach dem wir heißen, hat in seiner großen Geduld das Gesetz und die Propheten bis zum Ende erfüllt. Kein Licht ist uns geblieben, kein Gott ist zu sehen – die Tage alle sieben und der Gebote zehn – als dieser eine Name. Dieser Name ist in allen Nächten unsere heimliche Erwartung, unser innerliches Geheimnis. Über die Finsternis herausgehoben, obwohl die Nacht rundum herrscht, sind alle, die glauben, dass Jesus die Sonne ist. Sie sprießen aus seinem Grab, sie blühen aus seinen Wunden, sie werden ausgesandt aus der Nacht in den Tag.“[7] Und dann die letzte Strophe, sie darf nicht fehlen; das ist jene dritte Reihe ‘letzter Worte’: „Das Licht aller Strahlen kommt aus seinem Angesicht. Sein Stern wird nie mehr sinken, und mit Ihm aufgerichtet, erhöhen sie den Tag, erhöhen sie das Leben und rufen Heil und Segen über die ganze Erde.“

O hohe Oberflächlichkeit über der Abgründigkeit unseres Daseins! O letzter Ernst, der Frieden stiftet! O Erkenntnis der Liebe, die nicht spielt, sondern die uns erkennt, bis wir endlich aufhören, unser Spiel mit Ihm zu treiben in unserer Gnosis, in unserem Wahn!

Aus: K.H. Miskotte, Preken en meditaties (Verzameld werk, deel 3), Kampen 1997, S. 280-290. Diese Meditation wurde 1967 für die Zeitschrift „In de Waagschaal“ geschrieben.

Quelle: Predigt im Gespräch, Nummer 84, März 2006.


[1] Jes. 52,15 nach einer neueren holländischen Bibelübersetzung.

[2] So nach der „Statenvertaling“, der klassischen holländischen Bibelübersetzung von 1637. So auch Luther noch in der Revision von 1912.

[3] So Buber.

[4] So Miskotte in freiem Anschluss an Röm 6,5 in der „Statenvertaling“ (s. Anm. 2).

[5] Freie Zusammenfassung von Ps 22,27-32.

[6] Vgl. Anm. 1.

[7] Willem Barnard (Dichtername: Guillaume van der Graft), geboren 1920, zuerst Pfarrer, dann freiberuflich tätig als Autor zahlreicher Gedichte und Kirchenlieder. Das im folgenden in Prosa wiedergegebene Lied steht unter der Nummer 99 im „Liedboek voor de kerken“ (1973), Strophen 1 (1. Hälfte), 2, 3 und 5.

Hier die Predigt als pdf.

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