Jürgen Moltmann, Bund dogmatisch (EKL, 1955): „Die Bestimmung des Menschen zum Bund und im Bund zum Leben unter der Herrschaft Gottes ist die Grundlage christlicher Ethik. Der Mensch ist als Partner des Bundes und als „Gehilfe am Reiche Gottes“ (Kol 4,11) Gott verbunden und in Dienst genommen, seinerseits Gott zu verherrlichen, im Glauben dem Zuspruch der Gnade zu antworten und mit seinem Leben sich dem Anspruch der Gebote gegenüber zu verantworten.“

Da war Jürgen Moltmann noch keine 29 Jahre alt, als er als Studentenpfarrer 1955 für das Evangelische Kirchenlexikon einen konzisen…

Elie Wiesel, Der Sabbat ist es, der mir fehlt. Was mein Leben verändert hat: „Ich fühlte mich vor allem als Fremder. Ich hatte meinen Glauben und damit mein Zugehörigkeitsgefühl und meinen Orientierungssinn verloren. Mein Glaube an das Leben war mit Asche bedeckt. Mein Glaube an den Menschen war voller Hohn, war kindisch und steril. Mein Glau­be an Gott erschüt­tert. Dinge und Wörter hatten ihre Bedeutung, hatten ihre Achse verloren.“

Der Sabbat ist es, der mir fehlt. Was mein Leben verändert hat Von Elie Wiesel Alle Welt ändert sich. Leben…

Werner Weinberg, Gott in Bergen-Belsen (Wunden, die nicht heilen dürfen. Die Botschaft eines Überlebenden): „Mein Dilemma lag darin, dass ich den Gott des Konzentra­tionslagers nicht in Einklang bringen konnte mit dem bequemen Gott der Gerechtigkeit, Liebe und Gnade, so wie ich ihn in meiner Jugend in der Schule, in Erzählungen, Gebeten, im täglichen Leben gekannt hatte. In jenen Tagen war Gott immer „der liebe Gott“. Aber im Konzentrationslager schienen der „liebe Gott“ und der Gott des Unheils nebeneinander zu be­stehen.“

Gott in Bergen-Belsen Von Werner Weinberg Viele gelehrte Abhandlungen sind über die Auswirkungen des Holocaust auf Glaube und religiöse Haltung…

Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, erste Erzählung: „Das unablässige innerliche Jesusgebet ist das ununterbroche­ne, unaufhörliche Anrufen des göttlichen Namens Jesu Christi mit den Lippen, mit dem Geist und mit dem Herzen, wobei man sich seine ständige Anwesenheit vorstellt und ihn um sein Erbarmen bittet bei jeglichem Tun, allerorts, zu jeder Zeit sogar im Schlaf.“

Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, erste Erzählung Anonym Ich, nach der Gnade Gottes ein Christenmensch, meinen Werken nach ein großer…

Hans Urs von Balthasar, „Der sich für mich dahingegeben hat“ (Gal 2,20): „Die dreieinige Liebe hat die Möglichkeit, alles Dunkel, alle Entfremdung der Welt in ihre ewigen Relationen hineinzustellen, daraus eine gleichsam nächtliche Beziehung zu machen („warum hast du mich verlassen?“) und das Schuldmoment durch das überbietende Liebesmoment aufzulösen.“

„Der sich für mich dahingegeben hat“ (Gal 2,20) Von Hans Urs von Balthasar, Basel I. Wenn Paulus seinen Glauben an…

Hans Joachim Iwand, Gesetz und Evangelium (EKL): „Das Evangelium zerbricht das Gefüge der Gesetzesfrömmigkeit, es hebt das ganze System mit allen seinen Gliedern (articuli) aus den Angeln. Nicht weil der Mensch, sei es in seinem Sein (ontologisch) noch in seinem Tun (ethisch) einen Gott gemäßen Wert darstellt, sondern weil Gott den verlorenen Menschen sucht und für ihn sich selbst einsetzt (Versöhnung); aus unbegründeter, reiner, freier Gnade (sola gratia) heraus wird die Vergebung der Sünden (remissio peccatorum) verkündet.“

Gesetz und Evangelium dogmatisch Von Hans Joachim Iwand B. Dogmatisch 1. Es ist seltsam und nicht so leicht zu erklären,…