Rudolf Hermann, Der erinnerte Christus (1960): „Gott ist in dem, wo­von da berichtet wird, zumal in Christus, nicht vorfindbar, wohl aber, wenn man ihn sucht, auffindbar. Das Trostwort Jeremias im Namen Gottes an die nach Ba­bylon Exilierten: ‚So ihr mich von ganzem Herzen suchet, will ich mich von euch finden lassen‘, darf von uns auch auf jene von Gott erwählte Ge­schichte angewandt werden.“

Der erinnerte Christus Von Rudolf Hermann Die Frage nach Jesus Christus, zumal auch nach seiner geschichtlichen Erschei­nung, hängt nicht zuletzt … Mehr

Karl Barth über Unsterblichkeit (1957): „Dieser ist der unsterbliche Gott: der eine, mit dem der Mensch es im Sterben zu tun bekommt. Dieser ist der Richter, dem er sein abgeschlosse­nes Dasein in seiner befristeten Zeit vorzuweisen hat. Die­ser ist das Jenseits seines Diesseits, die Zukunft seiner Gegenwart. Dieser aber ist offenbar als sein Jenseits, als seine Zukunft, auch eines jeden Menschen Hoffnung. In dem einen Menschen Jesus Christus hat er ja auch ihn nicht verworfen, sondern erwählt, ist er ja gerecht und barmherzig auch für ihn eingetreten, hat er ja auch ihn schon vom Tode errettet, hat er ja auch sein Sterbliches, wie es auch war, angenommen und mit Unsterblichkeit bekleidet, hat er ja auch ihm ewiges Leben geschenkt — alles in freier unver­dienter Gnade.“

Unsterblichkeit Von Karl Barth «Unsterblich» ist ein solches Wesen, das darum nicht sterben wird, weil es nach seiner besonderen Art … Mehr

Karl Barth, Warum führt man den Kampf nicht auf der ganzen Linie? Der Fall Dehn und die ‚dialektische‘ Theologie (1932): „Dürfte es nicht möglich sein, dass man auch zur Fort­führung des Falles Dehn nun allseitig an die theologische Ar­beit ginge und daß dabei aus der Fortführung eine Erledigung werden könnte? Dürfte nicht sogar der in dieser Sache offenbar besonders grimmige Kollege Hirsch in Göttingen mit mir einig darin werden, dass es an der Zeit wäre, diesen Streit aus dem Bereich der Straße auf ein unser aller und vor allem der evangelischen Theologie würdiges Niveau zu erheben? Ich fürchte, daß er und ich uns weder theologisch noch politisch je verständigen werden. Ich hoffe aber, dass sein und mein primäres Interesse der Theologie und nicht der Politik gehört.“

Warum führt man den Kampf nicht auf der ganzen Linie? Der Fall Dehn und die ‚dialektische‘ Theologie Von Karl Barth … Mehr

Hans Joachim Iwand, Über den Verlust der theologischen Existenz heute (1953): „Wir haben nach 1945 nichts Eiligeres zu tun gehabt (und zwar unter dem Segen der liberalen, der sogenannten ‚freien Wissenschaft‘), als unsere Häuser noch mal mit demselben Stroh zu decken, das uns eben über dem Kopf in Flammen aufging, denn wir sind offenbar nicht gewillt (als Wissenschaftler nicht willens) zu sehen, dass das längst fällige Gericht über den modernen Wissenschaftsbegriff, der kein Wahrheitszeugnis mehr abgibt, von Gott her, d. h. notwendig und nicht durch Zufall erfolgt ist. Gott muß abreißen, ehe er aufbaut. Von ihm her sollten wir begreifen, was durch seine Gerichte niedergelegt worden ist. Wir sollten bereit sein, uns mit dem 19. Jahrhundert kritisch ausein­anderzusetzen, und nicht die Sünden unserer Väter, über die ein solches Gericht ergangen ist, wiederholen.“

Über den Verlust der theologischen Existenz heute Von Hans Joachim Iwand I. Es sind zwei Fragen, oder sagen wir lieber, … Mehr

Karl Barth über Systematische Theologie (1960): „Im übrigen lebt sie von der Wahrheit der Botschaft, an die sie sich selbst und die Kirche dauernd zu erinnern hat. Sie kann die Wahrheit des Wortes Gottes weder direkt noch indirekt beweisen wollen. Sein Sieg und Triumph intra et extra muros ecclesiae kann nicht ihr Werk sein. Sie hat seine Wahrheit nur eben in ihrer besonderen Weise – indem sie sich selbst daran hält – zu bezeugen. Sie hat nur eben auf deren Selbstbeweis zu vertrauen. Dieses Vertrauen ist ihre (‚apologetische‘) Kraft im Verhältnis zu den sämtlichen christlichen und nichtchristlichen Denkformen, Ideologien, Mythen, Weltanschauungen und Religionen. In diesem Vertrauen kann und darf sie ihnen allen, ihrer eigenen Sache gewiss und gerade darum offen, verständnisvoll und geduldig, in großer Hoffnung im Blick auf die noch in ihnen befangenen Menschen begegnen. In diesem Vertrauen bemüht sie sich, inmitten der übrigen Wissenschaften ihrem eigenen Gesetz getreu, womöglich gleich gründliche und saubere intellektuelle Arbeit zu tun.“

Systematische Theologie Von Karl Barth Wenn ich mir Rechenschaft darüber zu geben versuche, wie ich eigent­lich gerade auf die systematische … Mehr

Karl Barth, Die Theologische Fakultät (500 Jahre Universität Basel): „Die Bibel redet — der Name ist unvermeidlich, weil er die Sache selbst ist — von Jesus Christus. Dieser Ursprung der Theologie (man kann auch sagen: das «Evangelium») ist wie der Ursprung so auch der Gegenstand der Theo­logie. In der selbstverständlichen Bindung an ihn ist sie aber nach allen Seiten freie Forschung und Lehre — «über meiner Mütze nur die Sterne» —, nimmt sie keine Vorschrif­ten und Weisungen von keiner Seite entgegen, dient sie auch der Kirche in der Unabhängigkeit ihrer eigenen Verantwortlichkeit. Und weil der «Gott», von dem sie ihren Namen hat, kein Diktator ist, kann sie sich auch ihrerseits nicht diktatorisch gebärden. Nur durch seinen Gegenstand gebunden, aber auch befreit, kann und will der theologische Lehrer nur im selben Sinn freie Schüler er­ziehen und haben.“

Die Theologische Fakultät Von Karl Barth Man hat mich eingeladen, an dieser Stelle etwas von der Theo­logischen Fakultät unserer nun … Mehr