„Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, damit du dich nicht zugrunde richtest.“ Friedrich Mildenbergers Auslegung zu Prediger 7,15-18 für den Sonntag Septuagesimae: „Sicher sind sie himmelweit voneinander, wenn wir auf das sehen, was jeder über sich selber denkt, der besonders Fromme wie der Gottlose. Aber in einem gehören sie doch ganz nah zusammen: Sie wollen es beide erzwingen, das bessere Leben, das Glück. Dem einen muss es ohne Gott gelingen, und der andere will es gerade mit Gott schaffen. Darin unterscheiden sie sich schon. Aber darin gehören sie zusammen, dass sie es nicht nehmen wollen, wie es kommt.“

In der neuen Perikopenordnung ist für den Sonntag Septuagesimae nunmehr in der ersten Predigtreihe ein wirklich ungewöhnlicher Text aus dem … Mehr

Kleider machen Leute – Vom Christus-Gewand (Kolosser 3,12): „Tag für Tag heißt es, dieses Kleid bewusst anzuziehen, um als Christ unseren Mitmenschen gegenüberzutreten. Das Christusgewand prägt uns so wohl innerlich wie auch äußerlich. Kein nacktes ‚ich‘ mit all seinen Stimmungen und Launen, sondern herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Freundlichkeit und Geduld hüllen mich ein und wirken zugleich auf Menschen um mich herum.“

Kleider machen Leute. Vom Christus-Gewand An Fasching ist es offensichtlich: Kleider machen Leute. Wer verkleidet oder gar maskiert auftritt, ist … Mehr

Wilhelm Vischer, Die Kirche und die Juden (Urfassung für das Betheler Bekenntnis von 1933): „Wir glauben und bekennen, dass Gott unter allen Völkern der Erde Israel auserwählt hat zu seinem Volke, allein in der Kraft seines Wortes und um seiner Barmherzigkeit willen, keines­wegs auf grund eines natürlichen Vorzugs.“

Die Kirche und die Juden (Urfassung für das Betheler Bekenntnis von 1933) Ein theologisch interessantes Dokument zum Verhältnis von Kirche … Mehr

Friedrich Mildenberger über den Prediger Salomo (Kohelet) in seiner Abschiedsvorlesung Freiheitsverständnisse und ihre Folgen (1994): „Wir alle wissen, wie das ist: »Ich bin so frei«, sage ich, wenn ich irgendwo zu Gast bin und mir ein Stuhl oder auch ein Glas Wein angeboten wird. Dazu fordert der Prediger auf, zu solcher Freiheit: »Am guten Tag sei guter Dinge«, – sei so frei, diese Zeit anzunehmen. Und Luther hat das noch unterstrichen, indem er die zweite Hälfte des Satzes so übersetzte: »und den bösen Tag nimm auch für gut. Denn diesen schafft Gott neben jenem, dass der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.« Sicher ist das eine sehr freie Übertragung Luthers. Aber warum sollte er nicht so umschreiben, um damit die Aufforderung zu unterstreichen: sei so frei! Frei, bei dem zu bleiben, was dir gerade zukommt, auch wenn es nicht zu passen scheint.“

Über den Prediger Salomo Von Friedrich Mildenberger Wer einen Einblick in die theologische Arbeit Friedrich Mildenbergers gewinnen will, ist mit … Mehr

Paul Schempps Predigt über Jakobs Kampf bei Pniel (1Mose/Genesis 32,23-32): „Jakobs böse und leidvolle Wallfahrt ist schon Zeugnis von Ostern, von dem Aufgang und Sieg des ewigen Lichts. In Christus ist es wahr, daß wir leben dürfen, und nicht nur hier in der Fremde und im Elend, sondern „ewig“; aber auch hier, auch in den schlimmsten Engpässen sehr getrost und fröhlich, auch als die Sterbenden, auch unter dem, was wir so töricht und neutral Schicksalsschläge nennen, gerade so, gerade mit verrenkter Hüfte als das Israel Gottes, dessen Hoffnung nicht zuschanden wird.“

Es ist eine Kunst einen Text aus dem Alten Testament auf Christus hin auszulegen, ohne das Erzählgeschehen in seiner Wörtlichkeit … Mehr