Robert Raphael Geis mit einem jüdischen Witz zur christlichen Erfindung eines jüdischen Rachegottes (1966): „Man kann sich des Eindruckes manchmal nicht ganz erwehren, das Christentum habe den jüdischen Rachegott erfunden, um den eigenen Gott in Himmels Höhe zu setzen und auf Erden ungestört hassend handeln zu können. Bittere Ironie, auf die der Jude oft – was blieb ihm sonst schon übrig – mit einem Witz reagiert.“

Jüdischer Witz zur christliche Erfindung eines jüdischen Rachegottes Von Robert Raphael Geis (1906-1972) Es gehört sicherlich zu dem Merkwürdigsten und … Mehr

Helmut Gollwitzer zu Karl Barths 75. Geburtstag 1961: „So möchte er nichts anderes tun, als diese überwältigende Geschichte nacherzählen, – angemessen nacherzählen, so dass sie nicht verkleinert, nicht entstellt, nicht verflacht wird, sondern die Hörender ebenso ergreift, erschreckt, erfreut und verwandelt, wie es den erster Hörern geschehen ist. Er wundert sich, dass man neben dieser unvergleichlichen Geschichte noch anderes mit gleicher Aufmerksamkeit hören kann; er möchte der Kirche bewusst machen, dass sie nichts Schöneres, Größeres, Hoffnungsvolleres tun kam, als von dieser Geschichte zu leben und ihr zu dienen: der Geschichte des Angriffs der Liebe Gottes auf seine Menschheit, wie sie mit der Anrede Gottes an Israel angefangen, – in der Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi ihre Mitte gefunden hat. Sie ist die Offenbarung der letzten Wirklichkeit der Welt, des wahren Sinnes des Daseins, und zwar für alle. Darum ist sie nicht eine Kirchen-, sondern eine Weltangelegenheit und die Kirche hat sie nicht für sich zu behalten und gegen andere Menschen zu. verteidigen, sondern in Angriff hinauszutragen und alle Menschen damit zu belästigen und zu erfreuen.“

Zu Karl Barths 75. Geburtstag am 10. Mai 1961 Von Helmut Gollwitzer Der große Theologe, der heute 75 Jahre alt … Mehr

Fernando Pessoa über die trostlose Religionslosigkeit (Das Buch der Unruhe, 1930): „Wir wurden in metaphysische Angst, in moralische Angst, in politische Unruhe hineingeboren. Trunken von äußerlichen Formeln, von den bloßen Verfahren der Vernunft und der Wissenschaft hatten die uns vorangegangenen Generationen alle Fundamente des christlichen Glaubens unterhöhlt, weil ihre Bibelkritik, die von der Kritik an den Texten zur Kritik an der Mythologie des Christentums übergegangen war, die Evangelien und die vorangehende Hierographie der Juden auf eine ungewisse Ansammlung von Mythen, Legenden und bloßer Literatur reduziert hatte.“

Über die trostlose Religionslosigkeit (Das Buch der Unruhe) Von Fernando Pessoa (1888-1935) Als die Generation geboren wurde, der ich angehöre, … Mehr

Wolf Krötke, Gebot und Gewissen im evangelischen Verständnis: „Luther hat das Gewissen darum eine »Urteilskraft« genannt. Es urteilt über die Person als Täter, besser: es verurteilt sie. Denn es tritt als aktuelle, bedrohliche Beunruhigung nur auf, wenn das Tun problematisch ist und den Menschen mit sich selbst zu entzweien droht. Es ist also wesentlich das sogenannte schlechte Ge­wissen der sündigen Menschen, die mit Gott und mit sich selbst in Widerspruch geraten.“

Gebot und Gewissen im evangelischen Verständnis Von Wolf Krötke »Mein Gewissen bleibt gefangen in Gottes Wort … Widerrufen kann und … Mehr

Emanuel Hirsch, Die Stillung des Sturms. Predigtmeditation zu Markus 4,35-41: „Man sitzt auf einmal mit den Jüngern im Boot. Und man sitzt darin nicht als einer, der im voraus weiß, dass alle Angst und Bangigkeit wirklich töricht ist, weil der zum Kreuzestod Ersehene noch durch viel größere Fährnisse hindurchkommen wird. Nein, man ist ganz in die Gegenwart jener Sturmesfahrt versunken. Das unenthüllte Geheimnis, welches um die Jünger weht, haucht einen selber an. Und so allein kann denn echter Glaube an Jesus als den vom Vater gesandten Sohn sich gebären.“

Die Stillung des Sturms. Predigtmeditation zu Markus 4,35-41 Von Emanuel Hirsch Die Geschichte gehört, wenn man einige geringe Überma­lungen fortnimmt, … Mehr

Emanuel Hirschs ‚tiefsinnige‘ völkische Theologie in seinem Leitfaden zur christlichen Lehre von 1938: „Alles bewußte Schaffen und Gestalten zur Verwirklichung von Volksehre und Volkssendung aber steht unter dem Gesetz, dass der Leistungssinn des Handelns im zur Staatlichkeit sich bestimmenden Volke, d. h. die wirksame Behauptung und Entfaltung der in Art und Schicksal angelegten geschichtlichen Möglichkeiten, und der Erbsinn seines Handelns, d. h. die Behütung und Bewahrung der im Geheimnis von Geburt und Tod sich fort und fort erneuernden volklichen Lebendigkeit, nicht notwendig in eins fallen, sondern sich auch gegenseitig begrenzen.“

Das Volk (Leitfaden zur christlichen Lehre, 1938) Von Emanuel Hirsch Erschreckend ist, wie einer der klügsten protestantischen Theologen des 20. … Mehr

Emanuel Hirsch und die nationalsozialistische Rassenideologie (1933): „Nun steht die neue Verantwortung des Staats dafür da, dass das Volkstum sich in zahl­reichen gesunden Kindern rechter deutscher Art verjünge und Menschen aus Geschlechtern und Sippen rechter deutscher Art die Führung im gemeinsamen Leben haben. […] Nun ist es allen Deutschen klar, dass ohne dies Handeln des Staats uns der Volkstod bereitet worden wäre. Die alte Verpflichtung zur Deutschheit wirkt sich aus in neuer Tat.“

Emanuel Hirsch und die nationalsozialistische Rassenideologie Erschreckend liest es sich, wie Emanuel Hirsch (1888-1972), wohl einer der klügsten protestantischen Theologen … Mehr

Gerhard Sauter, ‚Sinn‘ und ‚Wahrheit‘. Die ‚Sinnfrage‘ in religionstheoretischer und theologischer Sicht (1977): „Wenn nun gesagt wird, die Sinnfrage sei eine heidnische Frage, dann soll dies nicht nur heißen, daß die Theologie für die Beantwortung dieser Frage nicht zuständig sei, sondern die Frage selber wird als illegitim behandelt. Die Theologie hat nicht nur keine Antwort darauf zu geben, sondern die Frage selbst in Zweifel zu ziehen.“

„Sinn“ und „Wahrheit“. Die „Sinnfrage“ in religionstheoretischer und theologischer Sicht Von Gerhard Sauter Das Wort „Sinn“ ist aufklärungsbedürftig geworden. Es … Mehr