Sind Pfarrerinnen und Pfarrer etwa auch „symbolische Kapitalisten“ im Sinne Musa al-Gharbis (We Have Never Been Woke)? „Unsere Berufe bieten Freiheit, sozialen Status, Prestige. Wie rechtfertigen wir das? Indem wir laut behaupten: ‚Das alles ist nicht um unserer selbst willen! Wenn ihr uns diese Privilegien gebt, ist das für jeden besser, besonders für die Geringsten unter uns, besonders für die Ausgegrenzten und Benachteiligten!'“

Sind Pfarrerinnen und Pfarrer etwa auch „symbolische Kapitalisten“ Das ist wohl eine Ansage, das Buch des amerikanischen Soziologen Musa al-Gharbi … Mehr

Kirsten Huxel über Jonathan Edwards‘ A Treatise Concerning Religious Affections (1756): „Die Affekte des Gnadenstandes zeichnen sich für Edwards da­durch aus, dass sie in einer geistgewirkten Er­leuchtung des Herzens, einer neu­en spirituellen Einsicht, Gotteser­kenntnis und -liebe gründen, mit einem vollständigen Wandel der menschlichen Natur einhergehen, einen christusförmigen Charakter hervorbringen und sich in christlicher Praxis manifestieren.“

A Treatise Concerning Religious Affections, In Three Parts (amer.; Abhandlung über religiöse Affekte, in drei Teilen), Jonathan Ed­wards; EA Boston … Mehr

Friedrich Schleiermacher, Die Weihnachtsfeier. Ein Gespräch (1806 – in heutiger Rechtschreibung): „Sollen aber Feste sein und ist der erste Ursprung des Christentums für etwas Großes und Wichtiges zu achten, so kann niemand leugnen, dass dieses Fest der Weihnacht ein bewundernswürdiges Fest ist; so vollkommen erreicht es seinen Zweck und unter so schwierigen Bedingungen. Denn wenn man sagen wollte, dieses Andenken werde weit mehr durch die Schrift erhalten und durch den Unterricht im Christentum überhaupt als durch das Fest, so möchte ich dieses leugnen. Nämlich wir Gebildeten, zwar, so meine ich, hätten vielleicht an jenem genug, keineswegs aber der große Haufen des ungebildeten Volkes.“

Im Jahre 1806 veröffentlichte Friedrich Schleiermacher (1768-1834), damals noch Professor in Halle, „Die Weihnachtsfeier. Ein Gespräch“: Eine junge Familie hat … Mehr

Martin Luther, An die Ratsherren aller Städten deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen: „Lasst uns das gesagt sein, dass wir das Evangelium nicht recht erhalten werden ohne die Sprachen. Die Sprachen sind die Scheiden, worin dieses Messer des Geistes steckt. Sie sind der Schrein, worin man dieses Kleinod trägt. Sie sind das Gefäß, worin man diesen Trank fasst. Sie sind die Kammer, worin diese Speise liegt. Und wie das Evangelium es zeigt, sie sind die Körbe, in denen man diese Brote und Fische und Brocken aufbewahrt.“

An die Ratsherren aller Städten deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen (1524) Von Martin Luther Gnade … Mehr

Werner Elert, Der Christ und der völkische Wehrwille (1937): „Dass der Christ die Gemeinschaft seines Volkes nicht verleugnen kann, dass sein Glaube ihn nötigt, die Grundbedingung seiner irdischen Existenz aus der Hand Gottes entgegenzunehmen und dass er in Bereitschaft, Dienst und Liebe die praktischen Folgerungen daraus zieht, haben wir erwiesen. Aber die Durchführung des Wehrwillens bedeutet ja nun nicht nur irgendeinen Dienst und irgendeine Bereitschaft, sondern Waffendienst und Kampfbereitschaft. Der Wehrwille eines ganzen Volkes kann ohne diesen persönlichen Dienst und diese persönliche Kampfbereitschaft nicht durchgesetzt werden.“

Wer die Theologie Werner Elerts beurteilen will, muss sich dem stellen, was Elert während des Nationalsozialismus vorzutragen wusste und was … Mehr

Paul Althaus über Werner Elerts theologisches Werk (1955): „Wir danken Gott dafür, dass wir, die Fakultät, die Universität, Werner Elert durch mehr als ein Menschenalter gehabt haben. Wir sind stolz darauf, dass dieser große Theologe und Lehrer der unsere war, dass sein Name mit dem unseres Erlangen für immer verbunden ist. Sein Werk wird seinen Dienst in Wissenschaft und Kirche auf lange hinaus weiter tun. Gott der Herr wolle es dazu segnen! Er schenke unserer Fakultät und Universität, der theologischen Wissenschaft und der Christenheit auch hinfort immer wieder Forscher und Lehrer voll Geist und Kraft!“

Werner Elerts theologisches Werk Von Paul Althaus Eine Gedenkfeier wie diese, zu der die Theologische Fakultät eingeladen hat, ist in … Mehr

Friedrich Gogarten, Die Stadt. Ein Brief aus Rothenburg ob der Tauber (1919): „Sie werden jetzt wohl verstehen, daß ich nicht von einer Idylle rede, wenn ich Ihnen sage, daß ich den ersten ganz glücklichen Tag in meinem Leben hat­te, als ich an einem warmen Oktobertag das erstemal nach Rothenburg kam. Da glühten die roten Dächer in der Herbstsonne und alle Geräusche hatten den hellen, friedevollen und heimkehrenden Klang, den die Herbstluft ihnen geben kann. Ich wußte damals nicht, warum ich so glücklich war.“

Die Stadt. Ein Brief aus Rothenburg ob der Tauber Von Friedrich Gogarten Sie kennen die Engelsburg, die Höhe über dem … Mehr

Marsilio Ficino, Über die christliche Religion (1474): „Die kostbarsten Perlen der Religion hingegen wurden oft von Ignoranten in die Hand genommen und wie von Säuen zertreten. Denn oftmals scheint die müßige Bemühung von Toren und Trägen mehr Aberglaube (superstitio) als Religion [zu sein].“

Ahnherr des liberalen Protestantismus ist nicht etwa Martin Luther, sondern der Florentiner Renaissancephilosoph Marsilio Ficino (1433-1499) mit seinen Schriften „Theologia … Mehr

Georg Frölichs Brief an den Nürnberger Ratsschreiber Lazarus Spengler in Sachen religiöse Toleranz vom März 1530: „So sollten Christen, Juden, Wiedertäufer usw. jeweils die Freiheit haben, ihre Lehren und Zeremonien, die sie für richtig halten und durch die sie hoffen, zu Gott zu gelangen, ungehindert auszuüben – allerdings an unterschiedlichen Orten: die Christen in ihren Kirchen und die Wiedertäufer und Juden in für sie bestimmten Häusern oder Synagogen.“

Der Nürnberger Kanzleischreiber Georg Frölich, der als erster im März 1530 mit seinem Gutachten „Ob eine weltliche Obrigkeit das Recht … Mehr