Predigt über Sprüche 8,22-36: „So kommt die Weisheit auf uns zu, sucht uns in die göttliche Gegenwart zu entführen, die all das, was wir in unseren eigenen Lebensblick nehmen, himmelweit übersteigt. Über den Tel­lerrand des eigenen Lebens hinaus, wo es ‚alles für mich‘ heißt, raus aus dem Tunnelblick der eigenen Lebensangst, weg von den eigenen Vorurteilen und Selbstgewissheiten lässt uns die Weisheit staunen, was außerhalb unserer selbst für uns göttlich vorgesehen ist.“

Predigt über Sprüche 8,22-36 „Ich bin doch nicht dumm“ sagt sich die Seelenverletzung. „Ich bin doch nicht dumm“ sagt sich … Mehr

‚Bei dir ist die Quelle des Lebens‘: „Die Natur kennt nur vergängliche Generationen – ein Werden und Vergehen ohne ein Danach. Uns aber führt das Osterevangelium weiter: Jesus Christus, Gottes Sohn, am Kreuz gestorben und begraben, ist von den Toten leibhaftig auferstanden. Mit Ostern ist der Vergänglichkeitslauf der Natur aufgehoben. Die Schöpfung ist durch Christus nicht auf den Tod ausgerichtet, sondern auf das ewige Leben beim dreieinigen Gott.“

„Bei dir ist die Quelle des Lebens“ Im Frühling macht uns die Natur das Leben leichter. Wo saftiges Grün und … Mehr

Karl Barths Predigt über den Guten Hirten (Johannes 10,11-13) vom April 1934: „Der Mensch, der sein eigener Herr ist, ist nur ein kümmerlicher Stellvertreter seines wirklichen Herrn. Darum sind wir in seinen Händen nicht gut aufgehoben. Es mag alles scheinbar gut gehen unter dieser Herrschaft, bis es ums Ganze geht. Geht es ums Ganze, bricht die letzte Gefahr herein, dann zeigt es sich, was das bedeutet, dass der Mensch nicht sich selber gehört, dann wird er sich selbst untreu. Reicher, starker, lebendiger Mensch! Du schaffst Vieles, aber dieses Eine wirst du nicht schaffen, du wirst dich selber dort, wo es wirklich nötig wäre – alles Andere ist ja vielleicht noch gar keine wirkliche Not gewesen –, nicht erretten.“

Sechs Wochen vor der Barmer Bekenntnissynode predigte Karl Barth am 15. April 1934 in der deutschsprachigen lutherischen Christuskirche in Paris … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Predigtmeditation über Johannes 10,11-16 (1940): „Nicht jeder, der flieht, ist ein Mietling, aber gewiss ist es, dass jeder Mietling flieht. Auch das ist Flucht, wenn man schweigt, wo man reden sollte, wenn man unterlässt, was man tun sollte. So gewiss der gute Hirte für seine Schafe stirbt, so gewiss flieht der Mietling. Auch der treueste Pastor ist nicht der gute Hirte; aber weil er weiß, dass ’seine‘ Gemeinde nicht seine, sondern des Herrn Jesu eigene Gemeinde ist und dass Jesus für diese Gemeinde gestorben ist und allein ihr guter Hirte ist, so lässt er Jesus weiter allein den guten Hirten seiner Gemeinde sein und flieht nicht. Der Pastor aber, dem sein Amt, der sich selbst, dem sein Gewinn wichtiger ist als die Gemeinde des guten Hirten, der ist ein Mietling und flieht, manchmal vielleicht gerade, indem er bei ’seiner‘ Gemeinde, die er für sein Eigentum hält, bleibt.“

Für das Evangelium zum Sonntag Misericordias Domini hatte Dietrich Bonhoeffer 1940 folgende Predigtmeditation verfasst, die in dem von Georg Eichholz … Mehr

Karl Barths Predigt über Kolosser 3,1-2 von 1923: „Droben, da Christus ist, ist also nicht der Teufel, der Betrüger von Anfang. Der Teufel ist eine sehr ernste Realität – da drunten, in der Geisterwelt und Geisteswelt, die uns umgibt; in der Luft, die wir atmen, auch wenn es eine christliche oder sonstwie eine sehr ideale Luft sein sollte. Wer ihn da leugnet, der ist ein Narr, heute noch mehr als je. Er ist der Fürst dieser Welt. Aber er ist nicht droben. Die Realität des Wunders, das Gott an uns tut, schlägt die Realität des Teufels. Die Rechte des Herrn behält den Sieg.“

„Suchet was droben ist!“ Predigt über Kolosser 3,1-2 Von Karl Barth Am 3. Juni 1923 (1. Sonntag nach Trinitatis) hielt … Mehr

Karl Barth, Das Geheimnis des Ostertages (1967): „Das Geheimnis des Ostertages ist die der Welt ein für allemal nicht nur zugesprochene, son­dern eingepflanzte Hoffnung. Sie gehört nicht zur Welt, sofern sie nicht aus ihr stammt, nicht als eine irgendeinmal und irgendwo in ihr aufgekommene Bewegung durch irgend eine von Menschen ersonnene Idee, Lehre oder Theorie lebendig ist. Sie gehört aber unveräußerlich zu ihr – wirklich zu unserer Menschenwelt von gestern, heute und morgen –, sofern sie ihr an bestimmtem Ort, zu bestimmter Zeit von außen her ein für allemal eingepflanzt wurde: von außen, aber hinein in ihr Innerstes.“

Das Geheimnis des Ostertages Von Karl Barth Der Ostertag ist der eigentliche Feiertag der christlichen Kirche. Nicht die Weihnacht, nicht … Mehr