Eduard Thurneysen, Die Aufgabe der Predigt (1921): „Es wird zwar versucht, es wird geraten, es wird gewagt – aber ‚der im Himmel wohnet, lacht ihrer, und der Herr spottet ihrer‘! Und es ist uns, wenn wir nur ein wenig aufrichtig vor unsrer Predigtaufgabe stehen, als hätten wir alle schon etwas von diesem La­chen gehört, das im Himmel über sämtlichen Ratschlägen, Rezepten und Mittelchen der praktischen Theologie ertönt.“

Die Aufgabe der Predigt Von Eduard Thurneysen Wer nur ein wenig tiefer nachdenkt über die Aufgabe der Predigt, der wird … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über Lukas 6,36-42 (1939): „Meine Brüder und Schwestern, wir stehen hier vor der Grenze der menschlichen Moral. Jeder, der etwas erfahren hat vom menschlichen Leben, wird es wissen: wir können nirgends richten, ohne dass wir uns darin verurteilen. Wo wir auch immer glauben, mit unserer Moral, mit unserem Wissen von Gut und Böse die Menschen richten zu können, da richten wir uns selbst, ganz gleich was es sei. Wenn die Kirche heute die da draußen rich­tet, richtet sie sich selbst, und wenn die draußen heute die Kirche richten, richten sie sich alle selbst. Wenn sich heute die Leute hinstellen und die Moral predigen — es pfeifen uns ja die Spatzen von allen Dächern, es ist so, als ob wir alle das Lied singen könnten: Was richtest du einen anderen und dich selber nicht? Die ewigen Gesetze Gottes er­füllen sich hier über Men­schen, die da glauben, andere richten, an­dere verdammen, andere verurteilen zu können; und es weiß doch die ganze Welt, dass wir selber genauso sind wie die, die wir rich­ten. Das sagt Jesus. Es ist so, als ob er ein großes Halt hineinruft in dieses grausame menschliche Gericht, das wir vollziehen, ein: Haltet an, ihr wißt ja nicht, was ihr tut. Ihr baut die Mauer des Ge­fängnisses, in das ihr selbst einmal eingeschlossen werdet, in die­sen Maßstab der Unbarmher­zigkeit des Gerichts, da werdet ihr selbst eingeschlossen sein in Ewigkeit. Ihr baut heute schon mit eurer Hartherzigkeit die Mauern des ewigen Gefängnisses!“

Predigt über Lukas 6,36-42 Von Hans Joachim Iwand Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Rich­tet nicht, so … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigt über Johannes 20,19-23 von 1950: „Die Christenheit ist keine Verschwörung, die wie eine Krankheit der Gesellschaft im Dunkel schleicht … wir wissen ja auch, dass man damit die Straße gegen die Christen mobil machen kann. Das ist die Stimmung, die bei den staatlichen Organen herrscht, welche zur Unterdrückung der Kirche eingesetzt werden!“

Predigt über Johannes 20,19-23 – Wie die Jünger froh wurden Von Hans Joachim Iwand Am Abend aber desselben ersten Tages … Mehr

Hans Ehrenberg, Pfingstpredigt über Apostelgeschichte 2,1-13 (1937): „Diejenigen, welche sich bei den ersten Pfingsten über Jesu Jünger erregten, waren Menschen, ge­wohnt an Bibel und kirchliche Gemeinschaft und bekannt mit den Weissagungen der Schrift auf das Kommen des Geistes, und doch waren sie nicht vorbereitet, als sie urplötzlich dem heiligen Geist in Person begegneten. Um wieviel weniger ist der Mensch von heute in der Lage, den Geist in Person zu erkennen, der Mensch von heute, der ohne Bibel lebt und anstatt Weissagungen auf einen kommenden himmlischen Geist Nachrichten über einen gegenwärtigen irdischen Geist aufzunehmen gewohnt ist! Der Mensch von heute, der von dem, was er Religion nennt, bestenfalls eine Ergänzung seines irdischen Schaffens, aber niemals einen vollständigen Duchbruch durch sein Erdenwallen erwartet! Gerade das ist doch Pfingsten: Durchbruch, radikaler und totaler Durchbruch durch alles, was menschlich und irdisch ist!“

Hans Ehrenberg (1883-1958), Vetter Franz Rosenzweigs, war als Judenchrist von 1925 bis 1937 Pfarrer an der Christuskirche in Bochum. Er … Mehr

Warum die Himmelfahrt uns weltweit eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus ermöglicht: „Jesu Auferstehung irdisch in der Horizontalen festgehalten würde dagegen bedeuten, dass man sich wie die Hirten in der Weihnachtsgeschichte zu einem bestimmten heiligen Erscheinungsort (man denke bezüglich der Marienerscheinungen an Lourdes) aufmachen müsste, um dem auferstandenen Messias zu begegnen. Dank der Himmelfahrt kann der Heilandsruf für Christen allerorts gelten: ‚Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.‘ Wenn man es dogmatisch fassen will, führt die Himmelfahrt gerade nicht in die leibliche Abwesenheit Christi, sondern in die Ubiquität dessen Menschseins, die eben nicht das Extra Calvinisticum gelten lässt.“

Jesu Auferstehung irdisch in der Horizontalen festgehalten würde dagegen bedeuten, dass man sich wie die Hirten in der Weihnachtsgeschichte zu … Mehr