Theophil Wurms Hirtenbrief vom 1. August 1944: „Wer unter Gott lebt und diesen Gott durch Jesum Christum seinen Vater nennen darf, muss auch in dem Toben menschlicher Lei­den­schaften und im Zerstörungswerk moderner Technik einen von Gott gewollten Sinn er­blicken. Mit derselben Bestimmtheit, mit der wir eine durch rein körperlich-materielle Ur­sachen her­vorgerufene Krankheit als einen Ruf Gottes an uns erkennen, hören wir auch im Krieg und seinen Auswirkungen Gottes Stimme an uns und alle Menschen, die in dieses Kämpfen, Lei­den und Sterben mit hineingezogen sind.“

Da stand der schwerste Bombenangriff auf die Stuttgarter Altstadt am 12. September 1944 durch die britische Royal Air Force noch aus, … Mehr

Hans Joachim Iwand über das Wort Gottes und die Predigt 1948: „Wo also das Wort Gottes wieder unter uns mächtig sein sollte, würde nicht nur eine Rekon­struktion des Alten erfolgen, sondern da müsste das aus dem Vergangenen ganz und gar nicht ableitbare Neue geschehen. Es müsste geschehen, dass dies Wort als ein versöhnendes Wort mächtig und kräftig wurde mitten in einer hoffnungslosen Entzweiung der Menschen, es müsste geschehen, dass mit diesem Worte eine Macht des Friedens mitten unter uns aufstünde, die alle, welche sich ihr beugen, nun zu rechten Werkzeugen dieses Friedens, zu rechten eirēnopoiētaí machte; es müsste geschehen, dass dies Wort der Vergebung uns frei machte von aller, auch der größten und der geheimsten Schuld, die heute unbeweglich, wie ein Berg, den keine Macht der Welt versetzen kann, jedem Fortschritt in ein besseres Morgen im Wege steht. Es müsste geschehen, dass das Wort vom Kreuz uns unser eigenes Kreuz und Leid, das uns schier unaussagbar dünkt und dazu verführt, nur um uns selbst zu kreisen, tragbar macht in jener Geduld der Heiligen, zu der uns die Schrift ermahnt.“

Vorwort zum zweiten Heft der Predigtmeditationen 1947/48 Von Hans Joachim Iwand Immer bedrängender, immer bewußter wird die Klage um die … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über Lukas 5,1-11 (1947): „Wie ei­ner, der aus dem Tode ins Leben tritt, wie einer, der gerettet ist, aber um den Preis, dass er nun seinem Retter gehört, hört Petrus, wie nun über sein Leben entschieden wird: Du wirst von nun an Menschen fangen. Du wirst – das ist ausgemacht von Gott – es ist keine Frage, auch kein Befehl, es gibt kein Ja oder Nein zu diesem Beruf, es gibt nur dies eine, daß sich erfüllt, was Gott im Sinne hat. Und mit einemmal versteht Petrus die ganze Ge­schichte, vom Ende her enthüllt sich der Sinn dieser seltsamen Erlebnisse. Die Fahrt aufs hohe Meer wird das Sinnbild seines Lebens sein, der Nachen das Sinnbild der Kirche, die ihn trägt, das Meer Bild der Welt, die sein Ar­beitsfeld werden soll, das Netz Bild für das Wort, mit dem er fischen muß, und der Fang Verheißung der Gemeinde, die gewonnen wird.“

Predigt über Lukas 5,1-11. Jesus und die Kirche Von Hans Joachim Iwand Es begab sich aber, da sich das Volk … Mehr

Karl Barth, Predigt über die Sturmstillung (Matthäus 8,23-27) von 1935: „Wenn er fernerhin in unserer Mitte schlafen will, so ist er darum um nichts weniger groß, und die Welt in ihrem Ungestüm ist darum um nichts weniger gering und uns, seiner Kirche, darum um nichts weniger geholfen. Es steht nicht in unserer Macht, ihn zu wecken. Vielleicht lässt er sich wecken. Vielleicht tritt er dann so in unsere Mitte, wie er dort in der Mitte seiner Jünger stand: der Herr Himmels und der Erde, der Macht hat, den Seinen zu hel­fen, wie er will. Aber wenn das nicht sein Wille ist, ist er nicht weniger der Herr Himmels und der Erde.“

Am 3. Februar 1935 hielt Karl Barth beim Rheinisch-Westfälischen Gemeindetag «Unter dem Wort» in Barmen-Gemarken folgende Predigt: Predigt über Matthäus … Mehr