Wiedertäufermandat des pfälzischen Kurfürsten Ottheinrich nach einem Entwurf von Georg Frölich vom 25. Januar 1558: „Sollten sich jedoch einer oder mehrere solchermaßen aufsässigen und halsstarrigen Personen so weit vergehen, dass sie aufrührerisch werden, so wären wir gezwungen, sie entsprechend dem Verbrechen und den Reichsgesetzen an Leib und Leben nicht ungestraft zu lassen. Danach soll sich jeder richten.“

Georg Frölichs Gutachten in Sachen Religionstoleranz vom März 1530, das dieser als Nürnberger Kanzleischreiber verfasst hatte, ist in der frühen … Mehr

Georg Frölichs Brief an den Nürnberger Ratsschreiber Lazarus Spengler in Sachen religiöse Toleranz vom März 1530: „So sollten Christen, Juden, Wiedertäufer usw. jeweils die Freiheit haben, ihre Lehren und Zeremonien, die sie für richtig halten und durch die sie hoffen, zu Gott zu gelangen, ungehindert auszuüben – allerdings an unterschiedlichen Orten: die Christen in ihren Kirchen und die Wiedertäufer und Juden in für sie bestimmten Häusern oder Synagogen.“

Der Nürnberger Kanzleischreiber Georg Frölich, der als erster im März 1530 mit seinem Gutachten „Ob eine weltliche Obrigkeit das Recht … Mehr

Trutz Rendtorff über Demokratie und Protestantismus (1988): „Im Christentum ist das Wissen von der Sündhaftigkeit des Menschen lebendig, der nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Gemeinschaft mit Gott zum Tun des Guten befähigt wird. Daraus folgt eine Kritik am ethischen Optimismus der Demokratie; aber die Kritik an politischer Machtausübung durch sündhafte Menschen ist eine Aufgabe nicht nur der Predigt der Kirche, sondern in die Demokratie selbst eingebaut.“

Demokratie und Protestantismus Von Trutz Rendtorff A. Der deutsche Protestantismus bekennt sich erst heute ausdrücklich zur demokratischen Verfassung des Staates. … Mehr

Martin Buber, Vertrauen (1926): „Einem Menschen vertrauen heißt, an die Wahrheit glauben, der man dienen kann, an die Wahrheit, die nicht von unsern Gnaden, sondern von deren Gnaden wir bestehn. An Menschen glauben, daraus bündelt sich zu allen Zeiten und in allen Völkern der große Fascio der Heiden – Menschen vertrauen, daraus wächst zu allen Zeiten und in allen Völkern der »heilige Stamm« Israels. Ich sehe immer deutlicher unsern rechten Weg dahin, daß an die Stelle des »Glaubens« an Menschen das Vertrauen trete. Wir brauchen Führer. Aber wir brauchen Führer, denen wir nicht um ihretwillen folgen, sondern um ihrer Dienstherrin, um ihres Dienstherrn willen – wie immer sie ihn nennen: an ihrer Dienstart erkennen wir, daß es der rechte ist. Und geht ihnen die Fähigkeit ab, mit aufrührendem oder anordnendem Wort sicher und sicherheitweckend die Menge zu bewegen, sie vermögen das Unscheinbare und Wichtigste: das Raten, das Mahnen, das Weisen. Sie stellen uns immer wieder vor die strengen Strahlen der Wahrheit. Sie führen, indem sie lehren. Ihrer ist die heimliche Weltgeschichte.“

Vertrauen Von Martin Buber Es gibt zwei Gattungen führerischer Menschen. Von dem einen sagt man: »Ich glaube an ihn«. Von … Mehr

Über die Wut in der Gesellschaft, den Homo optativus und den fehlenden Sinn im Leben: „Der Homo optativus sieht sich in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation um seine Wahlmöglichkeiten gebracht und kommt mit Einschränkungen, Widerfahrnissen sowie Zumutungen schwerlich zurecht. In der geäußerten Wut als Lebenshaltung vergemeinschaftet er sich mit Gleichgesinnten.“

Über die Wut in der Gesellschaft, den Homo optativus und den fehlenden Sinn im Leben Juli Zeh hat jüngst im … Mehr

Wallenhauser Untertaneneid an den Abt des Klosters Kaisheim von 1665: „Du wirst einen feierlichen Eid auf Gott, den Allmächtigen, und seine Heiligen schwören, dass du Ihre Hochwürden und Gnaden, dem Herrn Abt der Reichsprälatur und des Klosters Kaisheim als deine rechtmäßige, von Gott eingesetzte Obrigkeit, Vogt, Gerichts-, Dorf- und Grundherrn anerkennen und achten wirst. Du wirst seinen geistlichen und weltlichen Amtsanordnungen gehorchen und ihnen allen gebührenden Gehorsam leisten; das Gut sorgsam und gewissenhaft verwalten; die Zinsen und Abgaben gemäß der Anweisung des Salbuchs in gutem, geputztem Getreide nach korrekter Maßvorgabe an deinen Kornkasten liefern.“

Wallenhauser Untertaneneid von 1665 In einem Urbar der Reichzisterze Kaisheim (Abtei der Zisterzienser bei Donauwörth) von 1665 wurde folgender Eid … Mehr

Die Programmschrift des Bauernkriegs: „An die Versammlung gemeiner Bauernschaft (An die Versammlung gemayner Pawerschafft) vom Mai 1525: „Seid herzhaft getröstet und Gott dankbar, dass eure große Not, ebenso wie der Glanz und die Anmut, die von der Rheinregion bis über die Etsch und Donau und weit und breit überall verkündet wird, sich so klar zeigen; selbst das allgemeine Gebet wendet sich für euch, während der allgemeine Fluch auf eure Gegner liegt, ohne Zweifel. Es wird Früchte tragen, liebe Brüder, wenn ihr würdig in diesem lobenswerten Ruf wandelt, fest zusammenhaltet in aller göttlichen Ehrfurcht, brüderlicher Treue und Liebe, sodass ihr alle ein einziger Leib unter dem Haupt Jesus Christus werdet. So wird Christus und der wahre Gott gewisslich euer Führer sein.“

An die Versammlung gemeiner Bauernschaft (An die Versammlung gemayner Pawerschafft, Mai 1525) In der ersten Hälfte des Monats Mai 1525 … Mehr

Otto Dibelius, Die Frage der „Obrigkeit“ (1960): „Sobald aber die ‚übergeordnete Macht‘ erklärt, sie bestimme selber, was gut und böse sei – dann ist dem, was Römer 13 im Auge hat, der Boden entzogen. Dann ist die übergeordnete Gewalt nicht mehr Dienerin Gottes mir zugute, sondern dann ist sie menschliche Institution, gewiss unter Gottes Zulassung, wie alles Gottfeindliche auf der Welt, aber entmythologisiert, nur noch als menschliche Institution unter menschlichen Gesichtspunkten zu betrachten.“

Die Frage der „Obrigkeit“ Von Otto Dibelius In seinem Brief „Obrigkeit? Eine Frage an den 60jährigen Landesbischof“ an den Hannoverschen … Mehr

Philipp Melanchthons Vorwort zu Johann Reuschs „Zehn deutsche Psalmen Davids“ (1551): „Wer nun bedenkt, dass eine gute Regierung gewiss Gottes Gabe ist, und dass Unfrieden und Zerrüttung gerechter Regierungen den größten Schaden, die Zerstörung von Eltern und Kindern, die Vernichtung der Religion und aller guten Zucht und Künste und schließlich Verwüstung mit sich bringen, der sollte diesen Psalm oft singen und darüber nachdenken und Gott von Herzen um eine gnädige und selige Regierung bitten.“

Vorwort zu Johann Reuschs Zehn deutsche Psalmen Davids (1551) Von Philipp Melanchthon Obwohl viele Menschen in solcher Blindheit verharren, dass … Mehr