Ennio Mantovani über biokosmische Religionsformen in Melanesien bzw. Ozeanien: „In den Religionen Ozeaniens wird un­ter Leben die Wirklichkeit verstanden, die wirkungs­voll positiv sich ausdrückt in Gesundheit, Reichtum, Ansehen, Erfolg, Lebenssinn, guten Be­ziehungen usw.“

Man tut sich schwer als Europäer, unter dem Leitbegriff der Religion außereuropäische Kulturen sachgemäß zu verstehen. Ennio Mantovani, langjähriger Mitarbeiter … Mehr

Jacob Fusseneggers „Mohrentaufpredigt“ und die Beurteilung von Afrikanern im Lindau des Jahres 1657: „Die Haltung der lutherischen Theologie und Kirche gegenüber den Afrikanern dokumentiert sich zunächst in Fusseneggers Afrikabild und sodann in seinem Verständnis des Christentums als für alle Völker der Erde geoffenbarte Religion. Fussenegger verglich Reals afrikanische Heimat mit dem biblischen ‚Goldland Ophir‘, das über unermeßliche Reichtümer verfüge. Aller­dings unterstellt er den Afrikanern auch groben Götzen­dienst, ohne jedoch näher auf ihr vermeintliches ‚Jammerleben‘ ein­zugehen, da er keinerlei Interesse an einer systematischen Her­absetzung ihrer Kulturen zeigt. Die Tatsache, dass er sie für ‚elende verlorne Leut‘ hält, bringt er auch nicht mit ihrem Afrikanertum in Zusammen­hang, sondern mit der Tatsache, daß sie keine ‚getaufften Christen‘ seien. Dafür, so können wir ergän­zen, sind sie nicht verantwortlich, weil die Verkündigung der ‚Frohen Botschaft‘ bisher noch nicht bis zu ihnen vorgedrun­gen war.“

Wie Schwarzafrikaner in der Barockzeit in Deutschland wahrgenommen wurden, darüber gibt Monika Firlas Artikel Auskunft: Jacob Fusseneggers Mohrentaufpredigt und die … Mehr

Xiaojing – chinesischer Klassiker in Sachen Kindespietät: „Ehrfurcht (xiao) ist die Wurzel der Tugend und das, woraus die Erziehung erwächst. Setz’ dich wieder! Ich will mit dir reden. Den Leib mit Haut und Haaren haben wir von Vater und Mutter empfangen. Ihn nicht zu ver­derben oder zu beschädigen wagen: das ist der Ehr­furcht Anfang.“

Als grundlegende Tugend für das menschliche Zusammenleben gilt in der chinesischen Kultur die Kindespietät bzw. Ehrfurcht gegenüber den Eltern (xiao). … Mehr

Lesslie Newbigin, Was müssen wir sein? Der Ruf an die Kirche: „Ein richtiges Verständnis des Evangeliums müsste Christen also fest machen können in ihrer Bindung an Christus als Weg und Wahrheit und Leben. Es müsste sie auch bereit machen können zum Eintritt in einen Dialog echten gegenseitigen Hörens mit denen, die diese Bindung an Christus nicht kennen, bei denen man aber doch etwas lernen kann und muss.“

Was müssen wir sein? Der Ruf an die Kirche Von Lesslie Newbigin Die Gute Nachricht, mit der das Reich, die … Mehr

Milada Ganguli – Bei den Ao (Reise zu den Naga, 1967): „In jedem größeren Dorf des Ao-Landes steht eine geräumige Holz­kirche, die sich namentlich zu Weihnachten mit andächtigen Gläu­bigen füllt. Die Weihnachtstage wurden zu den größten Feiertagen und ersetzen — vom gesellschaftlichen Standpunkt aus gesehen — im wesentli­chen die alten Festmahle. Bei meinem vorjährigen Aufent­halt in Mokokchung luden mich Freunde am ersten Weihnachtstag in ihre Kirche zum Hauptgottesdienst ein; dazu hatten sich an die zweitausend Menschen eingefunden. Über zwei Stunden lang lauschte ich dem in der Sprache der Ao verkündeten Wort Gottes. Der Distriktskommissar Dschamir Ao und seine Frau, mit denen ich in der ersten Bank saß, zeigten mir mit dem Finger im Liederbuch die Textzeilen, die die Gläubigen zwischen den Gebeten und der Predigt sangen. Alle Gesänge hatten europäische, von den Missionaren über­nommene Melodien. Höhepunkt des Gottesdienstes war das zweistimmig gesungene Lied »Stille Nacht, heilige Nacht«: »Temeschi amang nung / tanur o tetsu den / sungdschema sentsu prang lir / temeschi kinu aso / tesunup nung lir / tesunup nung lir.«“

Nachdem in den fünfziger Jahren die amerikanischen Missionare aus den Naga Hills in Nordostindien von der indischen Regierung ausgewiesen worden … Mehr