Ingeborg Bachmanns Rede anlässlich der Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden 1959 ist ein beredetes Zeugnis für die Parrhesia im Sinne … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Reinhold Schneider, Die Kranken besuchen (1957): „Die Krankheit verbannt heute ins Krankenhaus, wo ja auch Geburt und Tod geschehen. Über seine Unentbehrlichkeit, seine Hilfsbereitschaft braucht kein Wort mehr gesagt zu werden. Als aber der Kranke von der Familie, inmitten ihres Lebens, respektiert wurde, in ihr seinen Raum hatte, war er gleichsam immer besucht. Heute wird er auf eine bestimmte Weise abgefertigt; das Krankenhaus ist Autorität, die Familie hat keine Stimme mehr. Aufs höchste sind die Menschen zu bewundern und zu verehren, die in harter Selbstüberwindung in den Krankenhäusern behandeln, dienen und pflegen. Aber als Bote des Arztes der Welt, als der Wartende am Teiche in Jerusalem hat der Kranke hier nicht mehr viel zu sagen, während er in der Familie so viel zu sagen hatte.“
Die Kranken besuchen (1957) Von Reinhold Schneider Die Kranken besuchen, das heißt: eine echte Beziehung zur Krankheit finden. Das ist … Mehr
„Der Schwermut Erbe ward mir übermacht“ – Reinhold Schneiders Sonett „An meinen Vater“ von 1928
Nachdem sich der 19jährige Schneider 1922 in der Nachfolge seines Vaters an einer eigenen Selbsttötung versucht hatte, schrieb er 1928 … Mehr
Joseph Wittigs Erzählung „Gold, Weihrauch und Myrrhen“: „Was in der Bibel geschrieben steht, wird immer wieder wahr, auch wenn man sich nicht getraut, es zu sehen, und auch wenn manches dabei unpassend ist.“
Gold, Weihrauch und Myrrhen Von Joseph Wittig Mein Großvater Johannes Nepomuk war gewiss einer der Weisen, zwar nicht des Morgenlandes, … Mehr
Siegfried Einstein, Schlaflied für Daniel: „Du darfst nicht schlafen, mein Kind. / Und es ist Nacht. / Die Toten stöhnen im Wind: / viel Menschen sind umgebracht. // Du darfst nicht schlafen, mein Sohn, / und träumen von seliger Pracht. / Sieh doch, es leuchtet der Mohn / wie Blut so rot in der Nacht. / Wir fahren durch Deutschland, mein Kind. / Und es ist Nacht. / Die Toten klagen im Wind – / und niemand ist aufgewacht …“
Siegfried Einstein, am 30. 11. 1919 in Laupheim geboren, emigrierte 1934 in die Schweiz und kehrte 1953 nach Deutschland zurück. … Mehr
Reinhold Schneiders „Vom Wort zum Herrn“ (1939): „Das Wort hat nur mit einer Macht zu ringen, die freilich tausendfältiger Gestalt ist: mit dem Widersacher. Er vermag sich in den höchsten Werken des Geistes zu verbergen wie in den Werken tiefster Niedrigkeit; das Wort ist die Liebe, er ist der Hass. Darum hat das Wort die unfehlbare Wirkung, zu einigen und das Reich des Herrn zu bereiten; es ist die Mitte, an die alles Wirken des Herrn gebunden ist.“
Als Kurt Ihlenfeld 1939 im Hinblick auf eine Revision der Luther-Bibel von 1912 den Band „Das Buch der Christenheit. Betrachtungen … Mehr
Reinhold Schneiders Sonett „Nun baut der Wahn die tönernen Paläste“ von 1937: „Jetzt ist die Zeit, das Kreuz des Herrn zu lieben …“
Nun baut der Wahn die tönernen Paläste Nun baut der Wahn die tönernen Paläste.Und lässt sein Zeichen in die Straßen … Mehr
Joseph Wittig über das Kreuz: „Wer dem Kreuze ausweicht, trifft nie das Wesen der Dinge. Ihr denkt, ich sei Pessimist! O nein, ich bin Christ.“
Das Kreuz Von Joseph Wittig Das Kreuz ist die mathematische Formel des Lebens. Nach dieser Formel kann man alle Lebensaufgaben … Mehr
In Gottes Händen. Ein Gebet von Joseph Wittig: „Und ist mein ganzer Glaube aus / und kann ich keinen Sprung mehr wagen, / so strecken sich zwei Hände aus, / die in ein fernes Vaterhaus / mich Ohnmächtigen weitertragen.“
In Gottes Händen Und ist mein ganzer Glaube aus und kann ich keinen Sprung mehr wagen, so strecken sich zwei … Mehr